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Kitty King comments: „Man darf sich nicht zu ernst nehmen!“

Freitag, 19. August 2011 13:48

„Man darf sich nicht zu ernst nehmen!“

Ted Linow und die Medien

Neulich wurde Ted Linow mal wieder von Medienleuten befragt. Wenn Journalisten rätselnd vor Modelthemen stehen, nimmt der Mega-Chef inzwischen ja eine ähnliche Rolle ein wie damals „der Ted“ in der Hitparade von Dieter Thomas Heck: Er sorgt für Klarheit und hat das letzte Wort. Zuletzt ging es mal wieder um diese berühmte Model-Castingshow im Fernsehen, von der Ted Linow aber nichts hält und über die er deshalb auch nicht gern spricht: „Es gibt Wichtigeres als Modelsendungen. Warum machen alle so ein Aufsehen darum? Und überhaupt: Es gibt Wichtigeres als Mode. Das muss man mal sagen dürfen.“ Und er setzt noch einen drauf: „Es ist zwar schön, dadurch sein Geld zu verdienen, dass man sich von morgens bis abends mit Schönheit befasst, aber man darf sich selbst nicht zu ernst nehmen dabei.“

Ted Linow weiß, wovon er spricht. Schließlich hat er innerhalb der letzten zwanzig Jahre, unterstützt durch sein Team, eine der größten deutschen Modelagenturen aufgebaut. Früher war er jemand, der auch mal abhebt – als Rollkunstläufer, dem seine gewagten Sprünge einen der vorderen Plätze beim Europa-Cup einbrachten. Heute ist er bodenständiger. Wenn es zu stressig wird in der Agentur, nimmt er seine beiden Hunde an die Leine, eine alte Boxerhündin und einen jungen Pudel, und geht mit ihnen spazieren. Wenn dann plötzlich „Der Spiegel“ anruft, so wie zuletzt vor einigen Tagen, darf der Redakteur sich über Sätze wundern, wie: „Langsam werden die jungen Leute schlau und wollen nicht mehr ins Fernsehen. Modelkarrieren entstehen woanders.“ Oder: „Schreibt doch mal über etwas anderes!“

Eine ganz typische Situation, ungewöhnlich nur für den Journalisten. Doch jeder, der ihn bereits kennt, weiß: Ted Linow nimmt am liebsten kein Blatt vor den Mund. Wenn Redakteure von Boulevardmagazinen sich bei ihm melden, um mal wieder nach dem Modelpotenzial irgendeiner C-Prominenten zu fragen, lästert er bedenkenlos über aufgespritzte „Schlauchbootlippen“ („Das ist doch nicht schön!“) oder allzu glatt gezogene Gesichter und stellt nüchtern fest: „So sieht doch kein Model aus! Die Dame sollte besser einen Fußballer heiraten. Sie soll bitte nicht zu mir in die Agentur kommen.“ Seine Kommentare sind ehrlich und dabei stets mit einem ironischen Augenzwinkern versehen. Kein Wunder, dass die Medien immer wieder auf ihn zukommen.

Was die Leute über ihn denken oder schreiben, ist ihm nicht so wichtig. Ihm geht es eigentlich immer nur um „seine“ Models und um die Möglichkeit, jungen Menschen einen optimalen Start ins Erwachsenenleben zu geben. Auch geht es ihm um sein Charity-Projekt („Event Prominent“), das er stetig vorantreibt, ohne sich damit in den Medien besonders hervorzutun. In den vergangenen zehn Jahren hat er gemeinsam mit Nane Mundt von der Projektagentur „Leopard“ für das Hamburger Hospiz „Leuchtfeuer“ und den Verein „Dunkelziffer“, der sich um die Opfer von Kindermisshandlungen kümmert, eine beträchtliche Summe Geld gesammelt. „Wir sind alle privilegiert“, sagt er, „uns geht es gut. Man muss auch an andere denken.“ Der ehemalige Leistungssportler hält deshalb auch mal jahrelang an einem Model fest, das nur schwer zu vermitteln ist, bis irgendwann der Durchbruch gelingt. Dann ist die Freude natürlich groß. – Aber wehe, wenn der junge Mensch dann abhebt; wenn er beispielsweise eine Mail mit dem Wortlaut „Can I have more money?“ schickt, obwohl das angebotene Tagesgehalt ein monatliches Durchschnittseinkommen weit übersteigt. Dann muss Ted Linow schlucken, nimmt seine beiden Hunde an die Leine und macht einen Spaziergang. Manchmal denkt er in solchen Augenblicken an die Zeit zurück, in der er selbst als Model arbeitete, für geringere Honorare als heutzutage. Er findet die Honorare hoch, will daran aber auch nichts ändern. „Davon leben wir schließlich.“ 20 Jahre Mega Model Agency – eine Erfolgsgeschichte. Die Branche hat sich verändert, aber Ted Linow ist sich treu geblieben.

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Making of Michael Michalsky Show

Dienstag, 25. Januar 2011 14:12

Interview: Pat Cleveland

Interview: Ted Linow

Interview: Michael Michalsky

 

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Kitty King comments: Event Prominent

Mittwoch, 10. November 2010 17:32

Ted Linow und Nane Mundt proudly present:

11 Jahre Event Prominent !

„Theater! Theater! Der Vorhang geht auf. Dann wird die Bühne zur Welt!“ Mit dem berühmten Hit von Katja Ebstein eröffnet Kim Fisher den Festabend im Grand Elysée in Hamburg. Sie singt und tanzt so gut, umgarnt von Tänzern des MDR Deutschen Fernsehballetts, dass ein älterer Herr im Publikum sie für Ute Lemper hält, den Musical-Star; auch wegen der blonden Haare. – Und wer ist die Dame mit den blonden Locken, die da so lässig über den Laufsteg flaniert? Doch nicht etwa Dagmar Berghoff? Und ob! Sie trägt eine Herrenweste zur gestreiften Anzughose, wackelt bei jedem Schritt kräftig mit dem Po und raucht schamlos Zigarette in der Nichtraucher-Zone. Die feine Dame als Dandy: Willkommen zum Event Prominent, Hamburgs größter und verrücktester Benefiz-Veranstaltung. Hier werden Grenzen überschritten, wenn bekannte Persönlichkeiten ihre bislang unbekannten Model-Talente unter Beweis stellen.

Am vierundzwanzigsten Oktober fand die Prominenten-Modenschau vor über fünfhundert Zuschauern bereits zum elften Mal statt. Sehr zur Freude der Initiatorin Nane Mundt und des Organisators sowie Regisseurs, Mega-Chef Ted Linow. Seit der Premiere 1999 sind durch die Veranstaltung bereits an die 900.000 Euro für den guten Zweck zusammengekommen. Die Erlöse gehen zur einen Hälfte an das Hospiz Hamburg Leuchtfeuer und zur anderen an den Verein Dunkelziffer, der gegen Kindesmissbrauch kämpft und Missbrauchsopfern Schutz und Hilfe bietet: „Es ist wichtig, dort zu helfen, wo Hilfe dringend notwendig ist“, sagen Ted Linow und Nane Mundt. „Soziales Engagement ist für uns eine große Freude! Und wir sind jedesmal überrascht, wie toll die Prominenten auf dem Laufsteg sind.“ Früher war die Veranstaltung ein Geheimtipp. „Aber inzwischen platzen wir aus allen Nähten und müssen in den größten Ballsaal der Stadt gehen.“ Als Regisseur, Choreograph und Mitorganisator ist Ted Linow seit Wochen mit der Bühnenshow befasst und Nane Mundt/Initiatorin: „Theater! Theater!“ Nun ist endlich klar, warum dieser Ohrwurm zuletzt so oft aus seinem Büro schallte – für den guten Zweck also… Na, dann!

Vonwegen: „Ich bin ein Star! Holt mich hier raus!“ Dschungelcamp-Sieger Ross Antony scheint die Aufmerksamkeit als Model zu genießen: Händchen haltend mit Ulla Kock am Brink, tänzelt er über den Laufsteg. Sabrina Staubitz gibt im knallengen schwarzen Leder-Mini eine tolle Figur ab, ähnlich wie Mirja du Mont, die als Ex-Playmate des Monats und Mutter zweier Kinder an ihre früheren Model-Erfolge mühelos anknüpft. Regina Halmich, stark wie im Boxring, schnappt sich das Mikrofon, um endlich mal klarzustellen, dass sie und Dagmar Berghoff „wie Schwestern“ aussehen. Die wiederum ruft Jan Hofer im Publikum zu: „Nächstes Jahr will ich Dich hier oben sehen! Ich liebe es, als Model über den Laufsteg zu gehen. Ich bin ein Bühnenkind!“ Kim Fisher, die als Moderatorin durch die Veranstaltung führt, ernennt Dagmar Berghoff frühzeitig zum „Model des Abends.“ Mega-Model Marica Pellegrinelli nimmt’s gelassen hin; spätestens bei ihrem Unterwäsche-Auftritt wird es ja ohnehin jeder sehen: Ihr, der Freundin von Eros Ramazotti, kann hier niemand so leicht die Schau stehlen!

Es ist ein schöner Zufall, dass Hamburg Leuchtfeuer und Dunkelziffer, zugunsten derer das Event Prominent stattfindet, die Assoziationen Licht und Schatten im Namen tragen. Denn die Wohltätigkeitsveranstaltung lebt von ihren Kontrasten. Wo sonst sieht man so unterschiedliche Charaktere, wie Til Schweiger und Vicky Leandros, Cora Schumacher und Detlev Buck oder Tim Mälzer und Jette Joop gemeinsam auf der Bühne? Und auch stille Stars treten hier ins Rampenlicht, so wie Professor Dr. Dr. Hermann Reichenspurner, der als ärztlicher Leiter des Hamburger Herzzentrums täglich Leben rettet. Oder Ralf Meyer vom Hamburger Kriminalamt. – Ob er den modelnden Schauspieler Kai Maertens in seine Verbrecher-Kartei aufnehmen wird? Der gibt nämlich den Bösewicht und schleicht mit hochgezogenem Kragen und finsterer Miene über den Laufsteg, so lange, bis alle lachen, das Publikum und er selbst: „Die Veranstaltung drückt große Lebensfreude aus“, sagt Josef Reppenhorst, der seit siebzehn Jahren für Hamburg Leuchtfeuer arbeitet, „und passt gerade deshalb gut zu unserem Haus. Denn im Hospiz wird ja nicht bloß gestorben, wie die Leute immer denken. Im Gegenteil: Die Menschen leben noch, und wir helfen ihnen dabei, die verbleibende Zeit positiv zu gestalten. Schönheit spielt dabei eine große Rolle. Wir geben den Abschiednehmenden viel Raum für ihre individuellen Bedürfnisse und begleiten sie genau so, wie sie es sich wünschen.“

Zwischen den Präsentationen der Mode von Baldessarini, Conley’s, Gianfranco Ferré (vom Modehaus Hoffmann zur Verfügung gestellt), Herrn von Eden, Lascana, Michael Michalsky und Susanne Wiebe treten Mimi,

Francisca Urio und Marie Biermann auf. Mit ihren Songs bringen sie ganz unterschiedliche Stimmungen  zum Ausdruck – Liebe und Melancholie (Mimi), Stärke und Unabhängigkeit (Francisca Urio) sowie Leichtsinn und einen Hauch Verruchtheit (Marie Biermann.) Das passt gut zur Vielseitigkeit des Abends, für den das Schmuckhaus Wempe extra einen „Glücksling“ entworfen hat, ein niedliches Schweinchen aus Silber, das es ab sofort bei Wempe zu kaufen gibt – für den guten Zweck, versteht sich.

Den Glücksling erhalten Sie bei WEMPE am Jungfernstieg 8 in Hamburg oder online unter

http://leuchtfeuerladen.de/

Die Erlöse aus dem Verkauf kommen Dunkelziffer und Hamburg Leuchtfeuer zugute.

Zum Abschluss tanzt noch einmal das MDR Deutsche Fernsehballett:  „I will survive!“ hallt durch den Saal. Kim Fisher holt nach Nane Mundt auch Ted Linow auf die Bühne und gratuliert ihm dazu, den Streß der Proben überlebt zu haben. Wer die beiden kennt, ahnt es schon: Die ersten elf Jahre waren erst der Anfang! Das Event Prominent „will survive“! Darauf einen Champagner. Im Ballsaal beginnt die große Party. Das Grand Elysée-Hotel spendiert jede Menge Köstlichkeiten, und auch, wer kein bisschen prominent ist, darf später auf den Tischen tanzen!

Event Prominent, Nane Mundt und Ted Linow danken den diesjährigen Models Ross Antony, Marc Bator, Volkan Baydar, Dagmar Berghoff, Bodo Bergmann, Petra van Bremen, Regina Halmich, Eveline Hall, Horst Janson, Heike Kloss, Ulla Kock am Brink, Dirk Kowalke, Susanne Kowalke, Janine Kunze, Sonja Lahnstein-Kandel, Moritz Lindbergh, Kai Maertens, Annabelle Mandeng, Ralf Meyer, Mirja du Mont, Frank Otto, Marica Pellegrinelli, Dr. Gabriel Pohl, Hubertus Regout, Prof. Dr. Dr. Hermann Reichenspurner, Angela Roy, Prof. Dr. Peter Scheidel, Inka Schneider, Zodwa Selele, Sabrina Staubitz, Isabelle Vértes-Schütter, Stefanie Volkmer-Otto, Janine White und den Mega-Models, die Lascana präsentiert haben. Der Moderatorin Kim Fisher. Den Sängerinnen Francisa Urio, Marie Biermann und Mimi. Dem MDR Deutschen Fernsehballett, insbesondere Darina Dimitrov und Jana Torneva. Sowie den vielen Sponsoren, freiwilligen Helfern und dem großartigen Publikum!

Filmausschnitte “Event Prominent”



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Making Of – Michalsky Show im Roten Rathaus

Donnerstag, 28. Oktober 2010 17:12

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Botox? Bloß nicht, sagt der Paradiesvogel – Ted Linow “persönlich” im Hamburger Abendblatt

Montag, 15. März 2010 17:12

Hamburger Abendblatt

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Kitty King comments: Fashion Week Berlin 2010

Dienstag, 26. Januar 2010 13:26

„Das Problem selbst bei den schönsten Kollektionen:
Oben guckt immer der Kopf raus!“
(Ted Linow im Borchardt)kerstin-neu

20. Januar 2010 / 1. Tag
Obwohl die Modewoche schon um zehn Uhr beginnt, schlafe ich erstmal aus. Wer genug Erfahrung mitbringt, weiß schließlich, dass Modewochentage die längsten des Jahres sind und die Veranstaltungen daher umso gründlicher ausgewählt werden müssen. Man darf mit seinen Entscheidungen allerdings nicht so lange warten wie

[...]

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Ted Linow im Interview

Freitag, 18. Dezember 2009 9:47

„Wir tragen Verantwortung!“
Ted Linow im Interview
Wenn es um das Wohl eines ihrer Models geht, fliegen Ted Linow und Wolfhard Münter schon mal um die halbe Welt, um  nach dem Rechten zu sehen; oder sie verzichten auf eine Buchung oder legen sich mit Größen aus der Modeszene an. Eine Agentur mit Prinzipien: Models sind hier nicht nur Models, sondern junge Menschen, die betreut werden müssen. Zum Auftakt des neuen Mega Blogs sprach Kerstin König mit Ted Linow über sein Leben mit „Mega Models“.
Model-Agenturen gibt es viele. Und Models gar wie Sand am Meer. Was zeichnet „Mega Models“ aus?
Ted: Unser Name steht für Kontinuität: Uns gibt es seit 19 Jahren, eine ganz schön lange Zeit. – Von Anfang an haben wir großen Wert darauf gelegt, nicht nur eine Filiale zu sein, die Models ausländischer Agenturen in Deutschland vermarktet, sondern unsere eigenen Modelle zu entdecken und sie im internationalen Geschäft an die Spitze zu führen. Das ist uns, glaube ich, auch ganz gut gelungen; denken wir mal an Christina Kruse, die wir damals entdeckt haben und die immer noch großartig im Geschäft ist. An Teresa Lourenco und  andere. – Es war uns von Beginn an wichtig, international mitzuspielen; selbst wenn wir zugunsten der Karriereplanung mal in Deutschland auf eine Buchung verzichten müssen. Wir denken stets mehr an die Karriere eines Models als ans Porte-Monnaie.
Aber es geht im Model-Business doch ums Geld!
Ted: Schon. Aber uns geht es in erster Linie um junge Menschen. Wir wollen keine „Kleenex-Models“ produzieren, die, einmal benutzt, sofort wieder weggeworfen werden. Man darf jungen Menschen nicht ihre Zeit stehlen. Booker tragen eine große Verantwortung. Wir begleiten Models auf dem Weg nach oben, sind aber natürlich auch für sie da, wenn es mal nicht so gut läuft. Dann freut man sich umso mehr, wenn der Trend irgendwann wieder umschlägt…
Welches Mädchen befindet sich gerade auf dem Weg nach oben?
Ted: Wir haben gleich mehrere in unserer Abteilung „Nouvelle“, in die wir seit einem halben Jahr viel Geld und Zeit investieren. Am 6. Dezember wurden die Neuen gerade mal wieder fotografiert – von Armin Morbach, also eine hochwertige Produktion. Einige Brillianten sind dabei. Wir sitzen wie die Katze vor’m Mauseloch und warten, bis sie mit der Schule fertig sind.
Aber Ted, ein Fotomodell braucht doch keinen Schulabschluss!
Ted: Doch, doch: Ein Schulabschluss als Grundlage ist wichtig.
Aber was, wenn einem Schulmädchen lukrative Modeljobs winken?
Ted: Dann müssen die Kunden warten. Wir vertreten jetzt zum Beispiel Toni Garrn, also ein Mädchen, das weltweit äußerst begehrt ist. Aber ein Schulabbruch stand nie zur Debatte. Im Gegenteil: Hier hängt ihr Stundenplan an der Wand. Sie ist erst siebzehn und macht gerade Abitur. Die Jobs werden nach dem Stundenplan ausgerichtet, nicht umgekehrt – im Klartext:  „Nein“ zum Vogue-Fototermin und „nein“ zur Parfum-Kampagne, wenn in der Schule eine Klausur ansteht. Sie arbeitet nur in der schulfreien Zeit: Gerade ist sie übrigens auf dem deutschen Vogue-Cover zu sehen.
Abitur? Aber es heißt doch immer, Models seien ungebildet und dumm…
Ted: Unsinn! Ein wirklich dummes Mädchen wird auch auf einem Foto dumm aussehen. Models brauchen dieses gewisse Etwas, eine besondere Aura: Zur Persönlichkeit gehört auch Verstand. Man wird durch’s Modeln übrigens auch nicht dümmer, sondern reicher an Lebenserfahrung – und auf dem Konto.
Und die Model-Karriere eröffnet dann neue Möglichkeiten?
Ted:  In vielen Fällen ist das so: Christina Kruse ist heute nicht nur als Model, sondern auch als Fotografin erfolgreich. Steven Meisel hat sie gerade für die italienische Vogue fotografiert, sie selbst hat als Fotografin aber bereits eigene Ausstellungen, ist außerdem Mutter und rundum zufrieden mit ihrem Leben. Wir beraten sie immer noch in allen möglichen Belangen. Oder Susanne Hoppe: Damals habe ich sie als Mädchen mit dicker Nickelbrille zu uns geholt. Niemand hat so recht an sie geglaubt, aber dann war sie plötzlich eines der Lieblingsmodels von Armani. Und heute ist sie Moderatorin bei RTL Nord, meine Kontakte waren da ganz nützlich. Vor kurzem hat sie übrigens geheiratet. Sie meldet sich regelmäßig bei uns und lässt uns an ihrem Leben teilhaben.
Und ich bin ja auch wieder da. Als Journalistin, wie zu erwarten…
Ted: Natürlich. Es bestehen oft enge Kontakte. Und wenn wir in einem Model eine Begabung erkennen, die über das Modeln hinausgeht, fördern wir auch sie.
Wie geht es eigentlich Mimi Müller-Westernhagen?
Ted: Sie kam aus London zu uns. Sie ist ja ein ganz besonderes Mädchen und als Model gut im Geschäft. Aber auch mit ihrer Punk-Band habe ich ihr Auftritte verschafft. Bei einem Burda-Event zum Beispiel, bei dem die Herrschaften dann nicht schlecht über ihre Musik gestaunt haben. Und das war nur der Anfang: Von Mimi, das darf ich schon mal verraten, wird in allernächster Zukunft noch einiges zu hören sein…
Talente entdecken und fördern, das klingt nach einem Traumberuf. Aber was ist mit den Problemfällen?
Ted: Sie müssen auch versorgt werden: Wir gehen gemeinsam durch dick und dünn!
Darf man das auch wörtlich verstehen?
Ted: Mir ist einmal in meinem Leben passiert, dass eines meiner Models in kurzer Zeit extrem abgemagert ist: Ein Schock für mich, bei dem mir klar wurde, was für eine große Verantwortung ich trage. Ich habe das Mädchen sofort aus dem Verkehr gezogen, mit den Eltern gesprochen, einen Psychologen und Ernährungsberater eingeschaltet. Wir haben die Situation dann gut in den Griff bekommen.
Aber wieso? Ein ständiger Vorwurf lautet doch: Models müssten magersüchtig sein…
Ted: So sehen es die Medien, das ist aber natürlich ein großer Irrtum. Ein derart kranker Mensch kann nicht als Model arbeiten. Wir achten auf die Gesundheit unserer Mädchen und greifen ein, wenn alarmierende Anzeichen sichtbar werden.
Die Model-Agentur als Model-Care-Station?
Ted: Nein, natürlich nicht. Aber man gibt sein Bestes, um die jungen Leute in ihrer Entwicklung zu unterstützen. In der Zuschauerpost zu meiner neuen Sendung „Model für einen Tag“ lese ich dann, wie „charmant und väterlich“ ich im Umgang mit den Kandidaten sei. – Naja, wenigstens schreiben sie nicht „charmant und großväterlich“!
Nicht so schnell, Ted, Du greifst meinen Fragen vor: Was ist das für eine Sendung?
Ted: Eine Produktion der Constantin Entertainment GmbH, jeden Mittwochabend auf Pro Sieben bei „taff“ zu sehen. Die Einschaltquoten sind sensationell. Eigentlich bräuchte ich also keine Werbung zu machen…
Nur zu: Worum geht es?
Ted: Zwei Fotografen müssen innerhalb von drei bis vier Stunden auf der Straße in einer deutschen Großstadt „New Faces“ entdecken. Die beiden Mädchen werden dann gestylt, fotografiert und von wechselnden Jury-Mitgliedern und mir, sagen wir, beraten.
Nicht kritisiert?
Ted: Am liebsten sähen die Leute vom Fernsehen mich als strengen Juror, aber das muss ja nicht unbedingt sein…
Du bist auch im Charity-Bereich tätig. Welches Projekt liegt Dir besonders am Herzen?
Ted: Schon seit zehn Jahren veranstalte ich gemeinsam mit Nane Mundt einmal jährlich das „Event Prominent“, zuletzt vor ein paar Wochen. Wir platzen langsam aus allen Nähten und mussten in diesem Jahr den größten Hamburger Ballsaal im Grand Elysée an der Rothenbaumchaussee mieten, um genügend Platz für alle Gäste zu haben. 40 Prominente sind diesmal bei der Modenschau mitgelaufen. Im Anschluss an das Défilé gibt es dann immer noch ein Festessen, bei dem Künstler aufreten. Die Eintrittskarten kosten 180 Euro, der Erlös geht zur einen Hälfte an das Hospiz „Leuchtfeuer“ und zur anderen an den Verein „Dunkelziffer“, der sich um sexuell missbrauchte Kinder kümmert. 130.000 bis 140.000 Euro sind  in diesem Jahr und zwischen 700.000 und 800.000 Euro innerhalb der gesamten zehn Jahre zusammengekommen.
Nicht schlecht! – Wie viele seid Ihr eigentlich inzwischen bei „Mega?“
Ted: Die Buchhaltung mitgezählt, sind wir neunzehn Personen. Das Mutterschiff ist hier in Hamburg; daneben haben wir unsere Berliner Dépendance. Als deutsche Model-Agentur muss man heutzutage auch in Berlin vertreten sein. Die großen Fotografen, Mario Testino zum Beispiel, zieht es ja auch in die Hauptstadt. Und die großen internationalen Models rufen „Schokolade!“ und freuen sich manchmal mehr über einen unbezahlten Job in Berlin als über einen bezahlten anderswo. Berlin beflügelt die Kreativität. Berlin ist ein bisschen wie New York. Mir persönlich sogar um einiges lieber. In New York wird einem schwindelig.
Berlin für schöne Fotos. Und aus dem übrigen Deutschland kommt das Geld…
Ted: So ungefähr, wobei wir aber auch ausländische Kunden haben.
Kümmert Ihr Euch um die Kunden ebenso intensiv wie um die Models?
Ted: Die Kundenpflege ist sehr wichtig. Neulich haben wir eine besondere Veranstaltung realisiert, für die wir 70 bis 80 Modelle aus aller Welt nach Hamburg eingeflogen haben. In der Agentur warteten einige wichtige Kunden;  sie konnten ein Model nach dem anderen kennenlernen, was für sie natürlich praktischer ist, als einzelne mit ihren Büchern oder gar nur die Bücher zu begutachten … Ansonsten arbeiten wir natürlich, so wie alle, mit Mailings, Go-and-Sees, Castings und so weiter.
Und den ganzen Tag lang klingeln die Telefone!
Ted: Ja, klar!
Und wenn dann auch noch Mary bellt, Dein Hund …
Ted: … und dann auch noch Models vorbeischauen in der Agentur …
Ja, Ted, was dann?
Ted: Dann weiß ich, dass alles in Ordnung ist, alles bestens!
Alles bestens. Und vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte am 4.12.2009 Kerstin König, freie Journalistin und in den 90er Jahren „Mega Model“.

„Wir tragen Verantwortung!“
Ted Linow im Interview

Wenn es um das Wohl eines ihrer Models geht, fliegen Ted Linow und Wolfhard Münter schon mal um die halbe Welt, um  nach dem Rechten zu sehen; oder sie verzichten auf eine Buchung oder legen sich mit Größen aus der Modeszene an. Eine Agentur mit Prinzipien: Models sind hier nicht nur Models, sondern junge Menschen, die betreut werden müssen. Zum Auftakt des neuen Mega Blogs sprach Kerstin König mit Ted Linow über sein Leben mit „Mega Models“.

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