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INTRODUCING: Julius Pfister

Mittwoch, 29. Juni 2011 13:55

 

 

Mit Tunnelblick voraus!

Mega-Model Julius Pfister in Mailand und Paris   

 

Julius Pfister besucht die neunte Klasse einer Realschule in Würzburg. Er ist erst sechzehn, erst seit drei Monaten  Model und lernt gerade das internationale Designeralphabet kennen – praktischerweise dadurch, dass die Modehäuser ihn einfliegen lassen und sich ihm persönlich vorstellen. Während der Modewochen in Mailand und Paris fragten Prada, Louis Vuitton, Calvin Klein und Yves Saint Laurent ihn exklusiv an. Doch wie es das Wörtchen „exklusiv“ nun einmal mit sich bringt, kann selbst ein Julius (zumal ohne Cäsar) nicht überall gleichzeitig regieren. So lief er am Ende exklusiv für Givenchy in Paris. Er ging lässig über den Laufsteg, so wie er daheim in Würzburg über den Pausenhof schlendert und den Mädchen vermutlich den Kopf verdreht. Es war seine erste Modenschau überhaupt. Natürlich sei er aufgeregt gewesen, sagt er, aber „da muss man durch. Ich habe eine Art Tunnelblick aufgesetzt und mir gedacht: Einfach nur laufen!“  Nun häufen sich die Julius-Anfragen in der Agentur: Michalsky-Show oder noch ein schönes Editorial? Weder noch, denn Julius muss zur Schule gehen. Erst in sechs Wochen beginnen in Bayern die Sommerferien.

Vor einigen Monaten dachte Julius noch daran, nach der Schule eventuell zur Polizei zu gehen. Aber dann schickte seine Schwester einige Facebook-Fotos von ihm zu Mega nach Hamburg. Am 18. April stellte er sich dort vor, und am 11. Mai wurde er bereits auf der internationalen Model-Website models.com als „Model of the week“ gelistet. Manches von dem, was seitdem passierte, ging ein bisschen zu schnell für ihn. Jedenfalls konnte er sich nicht alles merken. Fragt man ihn nach seinem ersten Job, hält er kurz inne: „Ich weiß es nicht mehr. So etwas ist schnell vergessen.“ Doch dann erinnert er sich wieder: „Es war ein Job in der Schweiz, und der Fotograf ging auf die siebzig zu.“ Walter Pfeiffer wurde sicherlich schon mal euphorischer beschrieben, etwa von Sir Elton John, der seine Fotografien sammelt. Aber Julius ist von Grund auf geerdet. Die große Show um Namen und Reputationen interessiert ihn nicht: „Backstage bei Givenchy waren auch ein paar berühmte Models. Aber ich weiß nicht, welche es waren.“ 

Seiner neuen Umgebung begegnet er mit Verwunderung. Bei seinem zweiten Shooting „waren die Klamotten relativ dünn“, erzählt er, „aber sie galten dennoch als Winterkleidung.“ Und vor der Givenchy-Modenschau erstaunte ihn, dass gleich „vier Leute gleichzeitig“ an ihm herumzupften, für Maniküre, Pediküre, Haare und Make-Up: Lauter Dinge, die in seinem bisherigen Leben überhaupt keine Rolle gespielt haben. Er mache sich nicht viel aus seinem Aussehen, sagt er, und gibt auch gleich ein Beispiel: „Wenn ich morgens aufstehe und die Haare abstehen, tue ich Wasser drauf.“ – Schnelle Wege, pragmatische Lösungen, das ist seine Art. Bislang hat er sich nach der Schule im Sportverein als Boxer ausgetobt. Spezialgebiet: Street Fight. Um aber nicht  plötzlich mit blauem Auge oder gebrochener Nase vor der Kamera zu stehen, hat er die Boxhandschuhe beiseite gelegt. Warum auch kämpfen? Kommen, sehen, siegen, wie einst sein berühmter Namensvetter: Diese Chance bietet sich ihm. Jetzt fehlen nur noch ein paar weitere Lorbeeren.

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Kitty King comments: Thats-a-wrap.tumblr.com by Richard Kranzin

Mittwoch, 22. Juni 2011 10:14

Mega-Model Richard Kranzin hat seinen eigenen Newsticker

 

„That’s a wrap!“, sagen die Leute in Amerika zum Abschluss eines Fotoshootings: „Das haben wir im Kasten!“ Nach diesem Ausspruch hat Mega-Model Richard Kranzin seinen neuen Blog benannt, in dem er täglich über sein Model-Leben berichtet. Die Idee hatte der 21-Jährige vor ein paar Wochen: „Nach einer Reise kam ich wieder mal nicht dazu, alles zu erzählen. Jetzt poste ich das Neueste einfach; so wissen Freunde und Familie immer Bescheid.“ Abends sitzt er eine Stunde oder länger am Computer, um Fotos und Texte zusammenstellen. Die Einträge sind liebevoll gestaltet. Seine Entschuldigung am Telefon: „Leider fehlt mir die Zeit für rhetorische Mittel“ ist völlig überflüssig. Denn der Blog ist gerade deshalb großartig, weil Richard sprachlich nichts verkompliziert und sich auch nicht verstellt, sondern straight forward schreibt und ähnlich locker, wie er sonst über den Laufsteg geht.

Statt auf wichtig zu machen, nennt er sich auch mal „Ödipus auf Reisen“ oder zeigt ein Foto seines verstauchten Fußes mit dem Kommentar: „Ich glaube, ich werde (…) Qualen erleiden! Wenn mir der Fuß die Shows in Paris versaut, raste ich aus!” Einige Tage zuvor fühlte er sich wie bei einer „Achterbahnfahrt nach unten“ und verschickte das Bild eines tunnelartigen U-Bahn-Abteils. Man kann leicht erahnen, wie satt er zu diesem Zeitpunkt die Rennerei zu Castings hatte. Doch die Mühe lohnte sich: „Juhuuuu! (…) Um 10 Uhr machte ich mich auf den Weg zur Show von Costume National.” Dass die Internetplattform seines Blogs „Tumbler” heißt (u.a. „Stehaufmännchen”), passt gut zu den Höhen und Tiefen, über die im Blog zu lesen ist.

Immer im Hintergrund: Mega-Model Hans Hatt, mit dem Richard während der Schauen in Mailand und Paris täglich unterwegs ist. Sie haben die gleichen Agenturen, teilen Zimmer, viele Casting-Termine und tauschen sich gerne über das Leben aus: „Die Nacht war geprägt von tiefgreifenden Gesprächen. Nur vier Stunden Schlaf waren das Resultat. Denn wieder einmal haben die frühen Vögel Hans und ich probiert, den Wurm zu fangen.” Wie auch immer das gemeint ist – lustig ist die Formulierung allemal. So wie das Foto seiner aufgeplatzten Jeans nach einem Burger-Menü bei McDonald’s. Oder seine Zitate des Model-Kollegen Louis. Er ist noch nicht so lange dabei und kann sich die Namen der Kunden nicht merken: Mit „Metro“ meint er Etro, die Firmen Givenchy und Alexander McQueen nennt er „Gevinschi“ und „Alexandro Queens”. 

Für Richard und seine Mitstreiter ist die Mode vor allem Berufswelt. Niemand wird sinnlos auf einen Sockel gehoben. Ein Job ist ein Job; ob nun bei Dior oder für ein kleines Magazin. Die Unbeschwertheit dieses Ansatzes tut ungemein gut. So viele Modeblogger geraten teils über modische Lappalien außer sich. Richard Kranzin nutzt seinen Blog dazu, um nach einem stressigen Tag zu sich zu kommen. So entstehen sehr schöne Zeilen. Sie spiegeln das wahre Leben, geballte Jugendlichkeit und ein bisschen Sturm und Drang.

http://thats-a-wrap.tumblr.com/

 

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Kitty King comments: Showpackage Berlin 2011 06.-09.Juli

Mittwoch, 15. Juni 2011 17:59

„Get ready for your fashion show!“

Die Mega Model Agency zählt die Tage bis zur Berliner Modewoche.

Vom 6. bis 9. Juli wird mal wieder die Modewoche in Berlin stattfinden, die „Börlin Fashion Week“, wie alle immer so schön sagen. Erstmals wird das Schauen-Zelt nicht auf dem Bebelplatz stehen, sondern auf der Straße des 17. Juni. Datum und Austragungsort können also verwechselt werden. Schon gehen die ersten Anrufe ein: „When is the Berlin fashion week? June 17th?“ Man müsste eine Rundmail an alle Akkreditierten schicken: „The party on June 17th (-street!) will start in about three weeks“ ­– mit passendem Google-Street-View dazu, damit auch bei ausländischen Gästen der Groschen fällt…

Noch laufen die Vorbereitungen in alle Ruhe ab. Traditionell wird es ja erst an den Tagen unmittelbar vor Beginn richtig hektisch: Die PR-Leute sitzen bis spät nachts an den Gästelisten, dem Designer fällt in letzter Sekunde ein besonderer Dreh ein, der „sofort!“ (Pech für die Näherinnen) in die Kollektion muss. Models eilen zu Castings und Fittings, und ihre Booker nehmen ausnahmsweise auch nach der „Tages-Schau“ sonntagabends noch Buchungen entgegen: „Tatort Berlin Fashion Week“ statt Fernsehkrimi. Da müssen alle Beteiligten durch.

Journalisten und Prominente kommen zuletzt in die Gänge. Je wichtiger sie sind, desto später. Hier gilt das modische Diktat „die Ersten werden die Letzten sein“ – die Gäste aus der ersten Reihe nehmen zuletzt Platz. Auf sie warten alle. Herr Wowereit ist die Ausnahme in der Front row. Er kommt pünktlich, doch wenn etwa die Vogue noch fehlt, muss auch der Bürgermeister warten, bevor er eine Rede halten oder einen Award ankündigen kann – den P&C-Award, Premium-Award, Karstadt-Award, Baltic Fashion Award oder die Becks-Experience… Es werden ja wechselnde Preise verliehen von Saison zu Saison. Übrigens nicht nur an Designer, sondern auch an die Gäste, die zur Belohnung für ihr Durchhalten hier und da „Goodie-Bags“ geschenkt bekommen.

Zwar ist die Modewoche eigentlich nur vier Tage lang. Aber trotzdem sprechen alle von einer Woche, vielleicht, weil sie die Nächte zu ihrer Arbeitszeit gleich hinzuzählen. Nach der ersten Nacht macht sich hier und da schon Müdigkeit bemerkbar. Die meisten geladenen Gäste haben ja im wahren Leben Bürojobs und sind an geregelte Arbeitszeiten und ausreichend Schlaf gewöhnt. Aber mit Beginn der Berlin Fashion Week sitzen sie plötzlich am berühmten „Schreibtisch im Nachtleben“ oder stehen auf Empfängen und Partys bis in die Nacht. Das Berliner Nachtleben verändert sich sichtbar. Die Fraktion „arm, aber sexy“ wird endgültig ins Berghain verbannt. Dafür überall Ü30- und Ü40-Party mit Besserverdienenden in Designerkleidung. Außerdem: Mehr Champagner als sonst. Small Talk, Fachgespräche, Finger Food und natürlich Flying Food.

Die fliegenden Häppchen bewahren nur leider nicht vor dem Katzenjammer am nächsten Morgen, wenn um neun oder zehn die erste Schau beginnt. Der Kopf dröhnt noch, sein Besitzer reduziert die anfängliche Fashion-Euphorie jetzt auf das Wesentliche: „Wann muss ich wo sein, um mich mit wem zu treffen? Wessen Schau sehe ich gerade? Wohin danach?“ Aus den üblichen W-Fragen werden zusehends „Oh weh!“-Fragen: Die Absatzschuhe drücken, der Schlafmangel wird immer akuter. Verkaterte haben das Gefühl, ihr Kopf wiege ebenso schwer wie dieser uralte Felsblock, den Sisyphos immer wieder gen Gipfel schieben musste. Nur mit dem Unterschied, dass die Gipfel hier „Weekend-Dachterrassenempfang“ oder „Soho-House-Dachterassenempfang“ heißen. Treppauf, treppab. Und wieder zurück zum Shuttle-Service. Die schwarzen Limousinen hupen sich durch den Verkehr wie in einem neuen Video zu Bowies: „Fashion / Turn to the left / Fashion / Turn to the right. / Beep-beep!“ Am Ende finden sie immer wieder zurück zum weißen Modewochen-Zelt. Diesmal auf der Straße des 17. Juni, wohlgemerkt!

Mega-Show-Packages

Also nur noch drei Wochen, und schon jetzt ist die Mega Model Agency im „angenehmen Fashion-Stress“ (Ted Linow). So entstand die Idee, für Kunden der Agentur ein außergewöhnliches „Show-Package“ zu kreieren. Die prall gefüllten Jute-Taschen werden in den kommenden Tagen von den Berliner Bookern persönlich an die Kunden in der Hauptstadt verteilt. Wer als Kunde nicht in der Hauptstadt wohnt, kann sich auf den Postboten freuen…

Sie enthalten – neben wichtigen Informationen – praktische Hilfsmittel für die Berliner Modewoche, darunter den „Mega-Fächer“ sowie eine Schlafbrille und Baldrian für das wohltuende Nickerchen zwischendurch.

Und was ist in dem verpackten Geschenk? Das verraten wir noch nicht. Nur soviel: Während die Liste mit den Namen der Designer, die präsentieren werden, erst in dieser Woche veröffentlich wird, haben einige Mega-Models ihr Kommen bereits zugesagt…

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Kitty King comments: “Ehrlich währt am längsten”

Montag, 4. April 2011 16:59

Mega – Model Nadine Strittmatter im Interview

„Als ich mit siebzehn nach New York kam, war ich ein richtiges Land-Ei“, sagt Nadine Strittmatter. Sie hatte Glück: Die Berühmten der Branche halfen ihr beim Schlüpfen: Anna Wintour, Steven Meisel, Peter Lindbergh. Inzwischen ist aus dem Küken von damals eine erfolgreiche Geschäftsfrau geworden, die in ihrer eigenen Fernsehsendung in der Schweiz nach talentierten Nachwuchsmodels sucht. Sehen (und hören!) Sie selbst!

Fashion Days Model Challenge mit Nadine Strittmatter

 

Entschuldige, Nadine, aber was sagst Du da? Ich versteh’ kein Wort.

Wir unterhalten uns über die Model-Show: Das versteht man doch!

Nicht ohne einen Übersetzer. – Was für eine Show ist das?

Eine Model-Casting-Show auf Pro Sieben. Eine Modelagentur hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, den Charles Vögele Fashion Days Model Contest 2010 zu moderieren. Als ich erfahren habe, dass ich am Konzept der Sendung mitwirken dürfte, habe ich spontan zugesagt. Die Dreharbeiten haben großen Spaß gemacht, und wir waren erfolgreich: Wir haben hervorragende Models gefunden, einen Jungen und ein Mädchen.

 

Was möchtest Du den Nachwuchs-Models mit auf den Weg geben?

Den einfachen Gedanken: Ehrlich währt am längsten! Sie sollen sich selbst treu bleiben und an ihre Stärken glauben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie sieht ein freier Tag für Dich aus?

Ich schlafe gern bis zehn, frühstücke ausgiebig, lese Zeitung und gehe mit Freunden raus in die Natur. Besonders dann, wenn ich in der Schweiz bin. Ich habe acht Jahre lang hauptsächlich in Amerika gelebt, bevor ich mir vor kurzem eine Wohnung in der Schweiz gekauft habe. Zwischen den vielen Reisen als Model entdecke ich meine alte Heimat wieder: die Ruhe, die gute Luft, die freundlichen Menschen, die Berge…

 

Du bist seit ein paar Monaten bei Mega. Wie gefällt es Dir?

Danke der Nachfrage: sehr gut! Ich habe das gesamte Team bei der Berliner Modewoche kennen gelernt und alle auf Anhieb gemocht. Ted Linow hat mich besonders beeindruckt, weil er so kreativ ist. Er hat ja die Michalsky-Show choreographiert und ein richtiges Spektakel aus dem Abend gemacht. Es hat mich gefreut, mit dabei zu sein. Und es war ungewohnt, bei einer Modewoche mal Deutsch zu sprechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Deiner Show förderst Du Model-Newcomer. Wie war die Anfangszeit als Model für Dich?

Es ging alles sehr schnell. Ich war siebzehn, kam vom Land und arbeitete plötzlich mit Steven Meisel und Peter Lindbergh zusammen. Oder lief in der Show von Victoria’s Secret. Der Erfolg über Nacht, die vielen Reisen, die neuen Menschen: An den Trubel um meine Person musste ich mich erstmal gewöhnen.

 

Hat das lange gedauert?

Zum Glück nicht. Als Model lernt man rasch dazu, wird erwachsen und selbstbewusst. Heute genieße ich mein Leben und meine Freiheiten: Ich arbeite als Model und probiere nebenher andere Dinge aus. Neulich habe ich ein Drehbuch geschrieben und einen Kurzfilm daraus gemacht. Er handelt von zwei Schwestern: Die eine wohnt in den Bergen, die andere in Los Angeles. Beim Schreiben konnte ich meine Lebenserfahrungen verarbeiten; ein spannender Prozess.

 

Schreibst Du regelmäßig?

Manchmal verfasse ich eine Kolumne für eine Schweizer Zeitung. Aber das Schreiben ist eher ein Freizeitvergnügen für mich. Ich möchte mich neben dem Modeln in Zukunft stärker der Schauspielerei widmen. Ich habe Schauspiel in Paris, New York und Los Angeles studiert. Mein Schauspiel-Lehrer Jack Waltzer hat mir dabei geholfen, meine Scheu abzulegen, mutiger zu sein, mich auf andere Rollen einzulassen. Das hat mir sehr geholfen, privat und beruflich.

Muss ein Model auch schauspielern können?

Schauspielerische Erfahrungen sind natürlich keine Voraussetzung, aber sie können von Vorteil sein. Heutzutage werden am Set ja auch Videos gedreht. Der Job ist facettenreicher geworden. Models müssen mehr können als noch vor ein paar Jahren.

 

Hat das Business sich in den letzten Jahren stark verändert?

Es ist mit der Digitalisierung immer schneller geworden: Während des Shootings sehen wir gleich die endgültigen Fotos. Früher war eine Zeitschrift wie eine Wundertüte. Heute wissen zumindest die Beteiligten immer schon im voraus, welche Bilder sie erwarten. Der Überraschungseffekt ist weg: schade, finde ich.

Das wäre ein gutes Thema für einen Artikel in unserem Blog. Wie wär’s mit einem Beitrag?

Dazu fehlt mir im Moment leider die Zeit, aber ich habe für die Weltwoche ein Interview mit Sven Kaufmann geführt, der eine Zeitlang für John Galliano gearbeitet hat. Galliano hatte zuletzt ja einige Probleme… Diesen Text könnte ich Dir schicken.

 

Gute Idee! Und herzlichen Dank für das Gespräch.

 

Model Nadine Strittmatter als Reporterin für die Weltwoche

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Kitty King comments: Jetzt aber mal Klartext!

Freitag, 11. März 2011 16:53

Modeln ist Maßarbeit – nicht Krankheit!


Gestern, bei Papà Pane in der Ackerstraße in Berlin, erzählte ein Freund mir, dass die Frau des beliebten Italieners eine Zeitlang mit Hilfe eines Magenbands abgenommen habe. Ihm sei das spanisch vorgekommen: „Eine italienische Mamma muss doch rund sein!“ Interessant, dachte ich. Die Pizzabäckerin soll also bitte so rund wie eine Pizza sein; aber an seine Freundin legt er bestimmt andere Maßstäbe an. Aber als uns dann der Nachtisch gebracht wurde, verstand ich sofort, was er meinte: So eine große Portion Tiramisù – köstlich! Die konnte nur von jemandem stammen, der kein Magenband, sondern gesunden Appetit hat…

Welche anderen Berufe gibt es, fragte ich mich später, mit denen wir bestimmte Körpermaße assoziieren? Fußballprofis haben dicke Waden, gern auch mal O-Beine. Skispringer sind Fliegengewichte, und bei Bauarbeitern denkt man gleich an die Bierwampe. Mathe-Genies und Computer-Nerds stellt man sich dünn und klapprig vor, Opernsängerinnen eher vollschlank: Es wäre ungewohnt, eine „Königin der Nacht“ in Size Zero zu sehen. Auch eine dicke Ballerina beim Spitzentanz kann man sich nur schwer vorstellen (es sei denn, Harpe Kerkeling steckte in dem Tüllkleid.) Und wie wäre wohl eine Modenschau, in der lauter Sumo-Ringer über den Laufsteg stampfen? Nicht mal Gaultier ist bislang auf diese Idee gekommen, natürlich nicht: Jedem Beruf seine „bella figura“ – und dieser „gute Eindruck“ besteht bei Models nun mal darin, schön und schlank zu sein. Was ist schon dabei?

Wenn man die Medien verfolgt, gibt es kaum mehr Models, sondern nur noch Topmodels und „Magermodels“ – überall, wohin das Auge blickt. Keiner kommt auf die Idee, dass dünne Frauen heutzutage vielleicht nur deshalb so auffallen, weil die Gesellschaft immer dicker wird. Muss die Mode sich da anpassen? Es ist inzwischen völlig normal zu fordern, dass Models einen bestimmten BMI haben sollen, um in Modenschauen mitlaufen zu dürfen. Es ist auch völlig normal geworden, für Mode „ohne Models“ zu werben, mit waschechten Frauen inszeniert, schön nah dran am Leben; als wären all die Reality Soaps im Fernsehen nicht schon schlimm genug. Sollte es nicht wenigstens in der Mode noch Raum für Gegenentwürfe geben? Alternativen zu den Größen 40/42 und aufwärts?  Mode soll inspirieren, Mode ist Kunst – und keine Authentizitäts-Werkstatt.

Außerdem sind die meisten Models (und ich kenne wirklich sehr viele) normal-gesund, normal-munter und genussfähig. Ihre Maße 90-60-90 (und Werte rund herum, nur bitte nicht zu rund…) lassen sich wunderbar mit der Anti-Diät „Fit durch Pommes Frites“ vereinbaren. Gut möglich, dass es Leute gibt, die bereits im Vorbeigehen an einer Torte ein paar Gramm zunehmen; aber es gibt eben auch die anderen, so wie mich: Ich muss gleich zwei Stücke von der Torte essen, um nicht abzunehmen! Daran ist nichts krank oder abartig; den dünnen Windhund verdächtigt ja auch niemand, eigentlich ein molliges Tier zu sein.

Früher konnte man als dünner Mensch noch sorglos singen: „Ich bin froh, dass ich kein Dicker bin, denn Dicksein ist ’ne Quälerei… Ich bin froh, dass ich so ’n dünner Hering bin. Denn dünn bedeutet, frei zu sein.“ Heute dagegen muss man als schlanke Person allen ständig versichern, zwar dünn, aber dennoch gesund zu sein. Mal ehrlich: Das ist doch krank…

Wenn eine deutsche Fernsehmoderatorin ein Buch über ihre Diät und den anschließenden Jojo-Effekt schreibt, beides eine Tortur für den Körper, regt niemand sich auf. Im Gegenteil: Das „Moppel-Ich“ wird gefeiert und der Kampf gegen die Pfunde zum Bestseller. Aber als Kate Moss in ihrem ersten Fotoband am Ende des Vorworts notierte, sie gehe jetzt ein schönes großes Steak mit Pommes essen, glaubten jedenfalls die „Moppel“ ihr kein Wort. Für sie war und blieb sie ein Magermodel: Inbegriff des Unnatürlichen, jugendgefährdend, männermordend u.s.w.

Man sollte, finde ich, mit dem Thema Magersucht nicht so blind hausieren gehen, um bessere Einschaltquoten zu erhalten. Immerhin handelt es sich um eine schlimme Krankheit mit diffusen Ursachen – genetischen, familiären, psychischen. Wer magersüchtig ist, will immer noch dünner werden, hat ein völlig verzerrtes Selbstbild, ist unkonzentriert, arbeitsunfähig, schlaflos. So ein kranker Mensch fällt auf, auch im Model Business… und wird dann von Menschen wie Mega-Chef Ted Linow persönlich zum Psychologen geführt (eine Maßnahme, die in bald 20 Jahren Agenturgeschichte aber erst ein einziges Mal notwendig war.) Gerade in deutschen Modelagenturen werden Models verantwortungsvoll und individuell betreut, von Bookern, die rund um die Uhr erreichbar sind und wirklich alles geben für das Wohl ihrer Schützlinge.

Nun führt ausgerechnet Nadja Auermann, die früher selbst gern als Lolita oder Vamp posierte, der ganzen Magermodel-Debatte frisches Futter zu, mit ein paar gepfefferten Sätzen in der BILD: „Wir brauchen ein Gesetz gegen Magermodels. Es geht darum, kein pädophiles Schönheitsideal in der Mode zu prägen.“ – Was soll das? Eine späte Läuterung? Ein Versuch, in die Presse zu kommen? Die Neurobiologie vermutet, dass krankhafte Veränderungen im Gehirn die Störung Pädophilie auslösen; aber keine Modekampagne…

Was wollen die Leute eigentlich? Dass Models demnächst ihre schönen Körper verstecken? Dass sie, als Nonnen oder Priester verkleidet, in langen Gewändern über den Laufsteg wandeln? Fellini hat diese Idee schon 1972 in seinem Film „Roma“ gewagt: Heilige Mutter Maria! Mamma Pane! Soll das die Zukunft sein? Als wüsste nicht jeder, dass selbst unter dem katholischsten Gewand die falschen Sexualtriebe lauern können…

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Kitty King comments: Abi in der (Chanel-) Tasche!

Montag, 21. Juni 2010 8:43

Abi in der (Chanel-)Tasche!

Interview mit Toni Garrn

 

Am zehnten Juni ist Toni Garrn zur Schule gegangen und hat ihre letzte Abi-Prüfung mit Bravour gemeistert – scheinbar ein ganz normales Mädchen, aber eben nur scheinbar: Mega-Model Toni Garrn, die im Juli erst volljährig wird, ist ein Star im internationalen Modelbusiness: Heute ein Shooting mit Karl Lagerfeld, morgen eine Klausur in der Schule. So sah ihr Alltag in den vergangenen vier Jahren aus. Während der letzten Fußball-Weltmeisterschaft wurde sie bei einem Fanfest in Hamburg entdeckt. Während dieser WM zählt bereits zu den begehrtesten Models weltweit. Karl Lagerfeld, der sie zuletzt in der Modestrecke „Rückkehr nach Metropolis“ für die deutsche Vogue fotografierte, ließ sie Mitte Mai für die Präsentation der Chanel-Cruise-Kollektion nach Saint-Tropez einfliegen. Bei seinem Besuch der Burda-Veranstaltung „Ein Abend für Afrika“ (wir berichteten) geriet er ins Schwärmen…

 

Keine Frage: Toni Garrn hätte allen Grund abzuheben. Aber sie ist bescheiden und lustig, nett und bodenständig, letzteres übrigens zwei Attribute, die sie selbst Karl Lagerfeld zuspricht. Sie hat keine Angst vor Autoritäten, sondern wirkt unabhängig und stark. Am Rande des „Abends für Afrika“ traf ich das Ausnahmemodel für ein Interview.

K.K.: Du hast Dein Abi in der Tasche: Herzlichen Glückwunsch! – Waren Deine ehemaligen Mitschülerinnen manchmal eifersüchtig auf Dich?

 

Toni Garrn: Nein, ich denke, eher nicht. In der Schule wurde ich wie alle anderen behandelt, das Modeln ist nie ein großes Thema gewesen. Ein einziger Lehrer hat sich mal bei der Schulleitung darüber beschwert, dass ich im Unterricht fehlte. Aber der Leiter des Gymnasiums, das ich besucht habe, hat mir Rückendeckung gegeben. Ich durfte meine Model-Reisen machen, allerdings nur unter der Bedingung, dass ich den verpassten Stoff anschließend nachholte und alle Klausuren mitschrieb. An diese Vereinbarung habe ich mich gehalten. Besonders im letzten Jahr habe ich sehr darauf geachtet, nicht zu viele Schulstunden zu verpassen. Die Schule hatte Priorität, und das Modeln war mehr wie ein Hobby!

Und wie hast Du das Deinen Bookern erklärt?

Ted und Wolfhard von meiner Mutteragentur „Mega Model“ haben mich unterstützt, denn sie fanden es richtig, dass ich erstmal das Abitur mache. Wir haben uns regelmäßig abgesprochen und gemeinsam überlegt, wann ich mich auf die Schule konzentrieren musste und wann ich arbeiten konnte. Auch meine Mutter, die mich managt, hat mich sehr unterstützt und auf die Zeiteinteilung geachtet.

Was waren Deine Prüfungsfächer im Abitur?

Meine Leistungsfächer waren Englisch und Deutsch. Da musste ich zum Beispiel Shakespeare lesen. Oder die Stücke „Der Hofmeister“ und „Die Soldaten“ von Jakob Michael Reinhold Lenz. Mein drittes Fach war Geographie, und die mündliche Prüfung im vierten Fach lege ich nächsten Donnerstag in Mathe ab. Da geht es um Analysis und mehr…

Analysis? Kurvendiskussionen also? Die kennt man ja auch aus der Modewelt… Du reist ja sehr viel und sprichst perfekt Englisch. Hast Du das in der Schule gelernt?

Teils, teils. Eigentlich mehr im Ausland: Ich bin in Athen und London aufgewachsen und habe dort internationale Schulen besucht. Meine Eltern sind mit meinem Bruder Niklas und mir erst vor neun Jahren nach Deutschland zurückgekehrt. Im Moment wohne ich noch in Hamburg, aber da ich sowieso ständig nach New York muss, kann ich auch gleich dorthin ziehen. Eine Model-Freundin und ich wollen im Sommer anfangen, nach einer Wohnung in Manhattan zu suchen…

 

Hast Du Angst vor dem Leben in der Metropole?

Nein, kein bisschen, ich liebe New York! 

 

Meinst Du nicht, dass Deine Familie Dir fehlen wird?

Wir werden uns ja gegenseitig besuchen. Mein Bruder wohnt zur Zeit in Kapstadt. Er leistet dort seinen Zivildienst ab. Im Februar habe ich ihn für ein paar Tage besucht. Wir haben eine Safari gemacht und die gemeinsame Zeit genossen: Ein Sommerurlaub am Ende des Winters, in den Schulferien, als es hier in Deutschland noch kalt war – was will man mehr? Danach bin ich zu einem Model-Job nach Thailand geflogen. Und als ich von dort zurückkam, stand gleich ein Familientreffen in Warnemünde auf dem Programm. Wir sind eine Familie, die gern reist. Das hilft natürlich!

Machen Dir die langen Flüge etwas aus?

Nein, gar nicht. Ich schlafe im Flugzeug immer.

Wie sehen Deine Pläne für den Sommer aus?

Natürlich werde ich auch arbeiten, aber erstmal freue ich mich auf die Abi-Reise nach Bulgarien! Danach fliege ich mit Freunden auf die Balearen und anschließend nach San Francisco. Dort werde ich auch Model-Freundinnen von mir treffen. 

 

Also hast Du in Model-Kreisen schon Fuß gefasst?

Auf jeden Fall. Ich mag Schau-Saisons gern, weil ich dann die anderen Models treffe. Neulich, bei einer Chanel-Schau in Saint-Tropez, wohnten wir alle im gleichen Hotel. Das war wie bei einem großen Klassentreffen. Auf der After-Show-Party haben alle Models getanzt!

A propos Chanel: Wie ist Dein Verhältnis zu Karl Lagerfeld?

Gut! Er ist sehr nett und super-bodenständig, einfach er selbst. Er würde im Studio zum Beispiel nie vergessen, auch der Putzfrau „Guten Tag“ zu sagen. Ich bewundere auch seine Ausdauer bei der Arbeit: Wenn er gegen Mittag ins Studio kommt, fotografiert er anschließend bis in die Nacht hinein. Bis alles stimmt!

Das klingt anstrengend…

Macht aber Spaß. – Mit ihm zusammenzuarbeiten, ist eine tolle Erfahrung!

 

Gibt es auch schwierige Momente im Model-Leben?

Natürlich! Vor ein paar Wochen sollte ich nach Spanien fliegen. Aber wegen der Aschewolke aus Island bin ich nur bis nach Frankfurt gekommen. Dort musste ich dann übernachten. Wer viel reist, braucht viel Geduld!

 

Was würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Schwer zu sagen – vermutlich Kaugummis, meinen Laptop, mein Handy, einen Bikini und ein paar Pflanzen, um später Nahrungsmittel ernten zu könnten.

Gerade läuft in Südafrika die Fußball-Weltmeisterschaft. Interessiert sie Dich?

Bei der vorigen WM wurde ich bei einem Fanfest gefragt, ob ich nicht Model werden wolle. Ich war dreizehn und überrascht. Zu modeln war nie mein Traum, aber inzwischen ist es mein Traumberuf. Bei dieser WM werde ich mir wieder das eine oder andere Spiel ansehen, Fußballfeste bringen mir anscheinend Glück. Dabei interessiere ich mich nicht besonders für Fußball, sondern komme eher vom Tennissport.

Spielst Du Tennis?

Sehr gern sogar, aber in letzter Zeit habe ich das Training etwas vernachlässigt. Ich hatte einfach zu viele andere Dinge zu tun.

Heute Abend, bei der Burda-Veranstaltung „Ein Abend für Afrika“, wirst Du Klavier spielen, zugunsten von Unicef. Bist Du schon aufgeregt?

Ein bisschen schon. Ich werde gemeinsam mit Baptiste Giabiconi und dem weltberühmten Trompeter Till Brönner auftreten, aber wir hatten leider keine Zeit zu proben…

 

Aber in diesem Chanel-Kleid kann doch gar nichts schief gehen!

Es ist sehr schön, nicht wahr? Ich darf es sogar behalten.

 

Prima, dann hast Du ja schon Dein Kleid für den Abi-Ball…

Aber nein! Für ein Schulfest ist es viel zu gewagt!

Umso besser. Du weißt doch: Wer wagt, gewinnt!

Viel Glück, Toni, und herzlichen Dank für das Interview. 

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Kitty King comments: “Hundeleben auf dem Catwalk” – F.A.Z vom 09.06.2010

Mittwoch, 9. Juni 2010 14:05

Ein Ex-Model spricht über “Germany´s Next Topmodel”

 

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Kitty King comments – Zu Besuch beim 4. “Mega”-Novelle-Shooting im Briese Studio in Hamburg

Donnerstag, 27. Mai 2010 16:59

 

Es geht auch anders, Frau Klum!

Zu Besuch beim „Mega“-Novelle-Shooting  in Hamburg

In der Model-Soap „Germany’s Next Top Model“ mussten die Kandidatinnen in diesem Jahr bei ihrem ersten Fototermin mit Wachsfiguren flirten. Man hatte ihnen gesagt, dass sie Robbie Williams und Johnny Depp treffen würden; aber dann waren es doch nur deren wächserne Ebenbilder bei „Mme Tussaud’s“. Also: enttäuschte Hoffnungen!

Ihre erste Modenschau mussten die Mädchen in einem fahrenden ICE absolvieren, eine wackelige Angelegenheit, und in der Woche darauf konnte man sehen, wie Kandidatin Hanna an frei schwingenden Ringen über dem Strand baumelte. Die Installation, ein hohes Gerüst mit Seilen, an denen die Ringe befestigt waren, erinnerte entfernt an ein Schafott. Kein Wunder, dass Hanna weinte, weil sie sich nicht mehr halten konnte; worauf Pro Sieben-Fotograf Kristian Schuller ihr zurief: „Stell’ Dir einfach vor, Du würdest an einer Klippe hängen. Dann hältst Du länger durch!“ – Das Model über dem Abgrund, und der Fotograf knipst die Szene? Was für sonderbare Phantasien hat der kleine Mann mit Hut.

Speziell auch die Folge, in der den Mädchen zuerst eine Spinne auf die Schulter gesetzt und dann eine Schlange um den Hals gehängt wurde. Als Kandidatin Laura zu weinen anfing und erklärte, dass sie eine Schlangenphobie habe, erließ Klum ihr die Aufgabe mit der Begründung, dass sie ja „keine Tierquälerin“ sei. – Was soll man da noch sagen? „Mega“-Chef Ted Linow begegnet dem Thema mit Ironie und Nüchternheit: „Ich finde es beachtlich, dass Heidi Klum mit soviel Mittelmaß so berühmt werden konnte.“ Die Sendung sei „eine Sekunde zu platt.“ –  „Es geht doch auch anders, Frau Klum!“

 

Allerdings: Im Studio Briese in Hamburg traten Anfang März sieben neue „Mega“-Models vor die Kamera der Fotografin Anna-Rosa-Krau und zeigten, wie wunderschön und wie gut bei der Arbeit sie schon sind. Im Studio herrschte eine gelöste Atmosphäre. Keine Tränen, keine Model-Richterin, kein schreiender Fotograf. Stattdessen: Friede, Freude, Franzbrötchen (…die gab es zum Frühstück). Es wurde geplaudert und gescherzt; es wurden Adressen ausgetauscht und neue Freundschaften geschlossen. Regisseur Willi Schumann interviewte die Models vor laufender Kamera. Kurzum: Eine fröhliche Veranstaltung!

Ergänzend zu den Filmen will auch ich die Neuen kurz vorstellen. Die Reihenfolge der Texte ist rein zufällig entstanden. Es gibt keine interne Rangliste bei „Mega“. Alle Newcomer werden gleich und gleichsam freundlich behandelt. Sollen die Model-Juroren im Fernsehen doch blöken und bellen; beim „Mega-Nachwuchs-Shooting“ bellte höchstens mal Mary, der Hund! 

Sophie Nickel aus Bad Oldesloe wird öfters mit Natalie Portman verglichen, obwohl sie größer als die Schauspielerin ist. Sie geht in die zehnte Klasse, hat ein Pflegepferd, das Cäsar heißt, einen Freund, mit dem sie am Abend vor dem Shooting auf einer Party war, und große Freude am Tanzen. Ein Bewegungstalent, auch vor der Kamera. Bereits mit sieben Jahren sagte sie zu ihrer Mutter, dass sie gern als Model arbeiten würde. Bei der Berliner Modewoche im Januar diesen Jahres, als sie gerade bei „Mega“ angefangen hatte, wurde sie gleich für mehrere Schauen gebucht: Lena Hoschek, Penkov, C.Neeon, Arrondissement Aq1, Stefan Eckert. Das Modeln hält sie für „die perfekte Ergänzung des Kleinstadtlebens“. Nach dem Abitur möchte sie als Model ins Ausland gehen und danach Psychologie studieren. Die 16-Jährige plant  gern lange im voraus und wirkt bei allem, was sie sagt, schon sehr erwachsen und reflektiert.

Kein Wunder, dass Gerrit Kramer sie mag, denn der 17-Jährige ist das genaue Gegenteil von ihr, und Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Wie Sophie, geht auch er in die zehnte Klasse, allerdings schon zum zweiten Mal. Aber Ähnliches ist bekanntlich auch Einstein und anderen Berühmtheiten passiert…

Gerrit spielt in der zweiten Hamburger Liga Handball, trainiert drei- bis fünfmal pro Woche und hat sich beim Sport „schon jedes Band am Fuß irgendwann mal gerissen.“ Er lacht gern über sich selbst und besitzt neben dem Talent als Model auch Entertainer-Qualitäten. Man kann sich leicht vorstellen, dass die Schule ihn langweilt, aber dieses Jahr will er die zehnte Klasse unbedingt schaffen. Die Lehrer sollten ihn einfach durchwinken; dieser junge Mann braucht Zeit und Raum für seine spontanen Ideen und für seinen neuen Beruf!

Als er letztes Jahr in Hamburg/Bergedorf mit einer Schale Pommes Frites in der Hand als Model auf der Straße entdeckt wurde, dachte er, dass die „versteckte Kamera“ hinter ihm her sei. Inzwischen hat er sein anfängliches Misstrauen abgelegt und bereits für verschiedene Katalogkunden und Zeitschriften gearbeitet, darunter die „Tush“, die italienische „Grazia“ und die chinesische Ausgabe von „Harper’s Bazaar.“ Mit Hilfe seiner ersten Model-Gagen hat er, wie er so schön sagt, „sein Luxusniveau erhöht“ und sich einen i-pod, eine Flatscreen und einen DVD-Player mit fünf Lautsprechern und einem Subwoofer gekauft.

 

Hannah Kern steckt gerade im Abitur-Stress und bereitet sich zu Hause in Solingen auf Klausurfragen zu Shakespeare, Strategien des U.N.-Peacekeepings und Problemen der Globalisierung vor. Obwohl sie erst vor einem Monat angefangen hat zu modeln, wird sie schon für Jobs gebucht. Ihr nächster Auftrag (für die „In Style“) liegt bereits vor. Dass sie über Facebook ans Modeln gekommen ist, überrascht wenig: So ein außergewöhnliches Gesicht sticht natürlich heraus aus der Masse der Fotos im Netz. Hannah sieht der jungen Brooke Shields ein bisschen ähnlich und mag den Jeanslook, den Stylist Christof Post für das Shooting zusammengestellt hat – wie er sagt, „ein Go-and-See-Vintage-Look, kampagnenartig, mit viel Denim; die Models sollen angezogen-unangezogen aussehen.“ – Auch ein wenig ungezogen? Immerhin steht Hannah oben ohne vor der Kamera. Die Hände vor der Brust schützen vor noch tieferen Einblicken. Ihr Vater, von Beruf Richter, wäre sicherlich erstaunt… Und die Mutter erst: „Sie ist immer viel aufgeregter als ich, wenn die Agentur anruft“, sagt Hannah. Sie selbst bleibt gelassen; als ob sie nie etwas anderes getan hätte als zu modeln.

Dagegen kann Gwendolyn Haller aus Winterthur in der Schweiz ihre Aufregung nicht ganz verbergen; sie ist aber auch erst sehr kurz dabei. Frierend sitzt sie auf einer Couch und wartet auf ihren ersten Einsatz an diesem Tag. Das Modeln hält sie für „eine gute Therapie gegen die Schüchternheit.“ In der Nacht hat sie ein paar Stunden wach gelegen und sich Gedanken gemacht; auch wegen der anstehenden Matura-Prüfungen. In der Schule hat die 19-Jährige (in der Schweiz dauert die Schule länger als bei uns) gerade ein Semester übersprungen. Sie interessiert sich für physikalische Chemie und möchte später mal in der Krebsforschung arbeiten. Aber erstmal will sie modeln – übrigens ihr persönliches Geheimnis. Sie habe, sagt sie, niemandem mitgeteilt, dass sie hier sei, nur ihrer Familie, denn sie möchte auf keinen Fall Aufsehen erregen. Letzten Sommer hat sie am Flughafen von Zürich als Putzkraft gearbeitet. Mit leiser Stimme erzählt sie, dass ihr diese Arbeit „total viel Spaß gemacht und sie tolle Sachen von den Flughafen-Boutiquen geschenkt bekommen habe: Toblerone, einen Lacoste-Gürtel, das Parfum ,Hypnose’.“ Gwendolyn ist eines dieser Mädchen, die gar nicht wissen, wie toll sie sind, so  feinsinnig, hübsch und intelligent;  na, gut, jetzt weiß sie es…

Auch Caroline Soltau war bei ihrem ersten Test-Shooting „total aufgeregt“ und wunderte sich über den Helm, der aus ihren langen blonden Haaren geflochten wurde. Beim zweiten Fototermin wurden ihre Augenbrauen gefärbt, was sie ebenso gewöhnungsbedürftig fand. Die 17-Jährige besucht in Hamburg/Volksdorf das Walddörfer Gymnasium – „keine Waldorfschule“, wie sie betont, „wir tanzen nicht unsere Namen!“  Sie ist erst seit einem Monat bei „Mega“ und konnte sich, bevor sie im Restaurant „Vappiano“ von einem Model-Scout angesprochen wurde, „nicht vorstellen, dass mich mal jemand fotografieren möchte.“ In der Schule belegt sie das sogenannte „Zukunftsprofil“ mit den Fächern Biologie, Geographie und Religion. Das Modeln kommt zum Profil ihrer Zukunftsplanung nun neu dazu: Die ersten Jobs werden sicherlich nicht lange auf sich warten lassen; bei diesen langen Beinen und diesem Gesicht! Sie ist sehr beeindruckt von Anna-Rosa Krau, der Fotografin, weil sie so „hilfsbereit, verständnisvoll und cool“ sei.

Sieben Models an einem Tag und ein Gruppenfoto: Anna-Rosa hat zu tun! Sie erläutert den Mädchen geduldig, was sie von ihnen will, macht auch mal die gewünschte Pose vor, bespricht mit den „Mega“-Bookern die Bilder, fotografiert im Stehen, im Liegen und aus allen möglichen anderen Blickwinkeln. Gerade auch von ihrer Arbeit hängen Erfolg oder Misserfolg der Newcomer ab. Die wichtigste Frau des Tages wirbelt unermüdlich durch das Studio und gibt alles! – Und keine Rede vom Muskelkater im rechten Arm, den sie sich am Vorabend beim Kegeln geholt hat… Unterstützt wird sie von ihren Assistenten und von Nick Assfalg, der sich gemeinsam mit Giovanni Rivas und Sandra Schütz um die Frisuren und das Make-up der Models kümmert. Das Make-up sei heute „ganz easy“, sagt er. „Die Models haben ja alle eine super-Haut, die wir dann nur noch ein bißchen pimpen. So, wie wir sie ins Studio schicken, könnten sie einem auch auf der Straße begegnen; sie sehen nur noch einen Tick besser aus.“ Behutsam legt er das Haar von Philipp Ehl zurecht, der so noch mehr an James Dean erinnert.

Phillip arbeitete neben der Schule in der Werbeagentur „Hillert & Co“, bevor er im vergangenen Dezember auf dem Marienplatz in München von einer „Mega“-Bookerin angesprochen wurde. Davor hatte er zwar – „wie fast jeder in München“ – mal für die „Bravo Girl“ als Model gearbeitet, aber der erste über „Mega“ gebuchte Job (für die Zeitschrift „Achtung“) sei dann schon „in einer anderen Liga“ gewesen. Phillip strahlt über das ganze Gesicht, weil er frisch verliebt ist. Er wohnt in Glonn nahe München und organisiert im Jugendclub Partys für die Landjugend. Außerdem treibt er viel Sport und nimmt sogar an Triathlon-Wettbewerben teil. Er habe, sagt er, „eine geile Jugend auf dem Land.“ – Wie „geil“ wird sein Leben erst werden, wenn er in New York und Paris angekommen ist!?

Frederik Thomsen ist jetzt schon ein Großstadt-Nomade, denn am Ende jeder Woche zieht er innerhalb von Berlin um: Er wohnt abwechselnd bei seinem Vater in Kreuzberg und bei seiner Mutter in Charlottenburg; dieses Hin und Her ist natürlich eine gute Übung für jemanden, der im Model-Business Fuß fassen möchte. Der 16-Jährige sieht so aus, als ob er einer „Burberry“-Kampagne entsprungen wäre. Frederik besucht gern Minimal Techno-Events, kommt aber leider in viele Clubs noch nicht ’rein, insbesondere nicht ins „Berghain“. Stattdessen geht er dann manchmal ins Theater, für das er sich ebenfalls begeistert. Von seiner ersten Gage würde er seinen Eltern gern einen Teil des Geldes zurückzahlen, das sie in sein elektronisches Schlagzeug investiert haben. Frederik spielt in der Band „Ain’t got three“ (der Bandname „New Model Army“ war leider schon vergeben…), die im vergangenen Jahr beim „Emergenza“-Bandwettbewerb den ersten Preis in Berlin gewann, weshalb die Gruppe demnächst im ZDF-Morgenmagazin auftreten wird.

 

Rockstar oder Model? Frederik kann sich gut vorstellen, einfach beides zu werden. Das ist das Schöne an der Arbeit mit den Newcomern: Dass sie alles noch vor sich haben und alles wollen! Am Ende des Tages wird das Gruppenfoto aufgenommen. Dass die Models dabei durch das Bild laufen, ist natürlich symbolisch zu sehen: Diese Sieben, das wünsche ich ihnen sehr, werden mit Leichtigkeit durchstarten!

P.S.

Frau Klum, hätten Sie nicht Lust, sich einmal anzuschauen, wie menschenfreundlich man hoffnungsvolle Teenager behandeln kann!?

1. Novelle-Shooting

 

2. Novelle-Shooting

 

 

3. Novelle-Shooting

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Kitty Kings comments: Une chanson, juste pour toi! – Interview mit Lisalla Montenegro

Freitag, 30. April 2010 10:46

 

„Une chanson, juste pour toi!“

Interview mit Lisalla Montenegro,

dem neuen „Spokesmodel“ der Firma „Maybelline“

 

Die einundzwanzigjährige Lisalla Montenegro ist gerade zum neuen Gesicht der Firma „Maybelline“ ernannt worden, einer der größten Kosmetikfirmen weltweit. Vor zehn Jahren lebte sie noch auf der Farm ihrer Eltern im Bundesstaat Goiás in Brasilien, spielte auf den Feldern oder im Stall und wollte später mal Ärztin werden. So ändern sich die Zeiten: In zehn Jahren möchte sie „einen Oscar gewinnen!“ Heute sitzt sie erstmal in ihrer New Yorker Wohnung und genießt ihre neue Rolle als „Maybelline-Spokesmodel“, auch wenn diese Funktion es mit sich bringt, dass sie sich bei Interviews nicht mehr ganz so frei äußern kann wie bisher. („Maybelline“ is watching you!) Umso freier ist sie dafür vor der Kamera: Da fallen nämlich auch mal die Hüllen! Mario Sorrenti, Bruce Weber, Miles Aldridge und andere berühmte Fotografen sind ganz begeistert von ihrer weiblichen Schönheit und ihrem natürlichen Sex Appeal. Ihre Bewegungen sind so sinnlich, als würde sie immer ein bisschen tanzen – zu einer sanften Melodie: „Une chanson, juste pour toi!“ Dieser Song von Carla Bruni läuft im Hintergrund eines Videoclips mit ihr, in dem sie viel  Haut zeigt: Die nackte Wahrheit, wie kein Interview sie ähnlich unmittelbar schaffen kann. Also sprachen wir einfach über all die kleinen Dinge, die Frauen manchmal bewegen: Lippenstifte, Bikinis, die Liebe [...]

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Kitty King comments: “Freedom” – Tatjana Patitz im Interview

Dienstag, 20. April 2010 9:45

„Freedom!“

Tatjana Patitz im Interview

Letzte Woche meldete die Bild-Zeitung: „Tatjana Patitz geht auf Model-Kollegin los.“ Unter der Schlagzeile war von einem „Model Zoff“ zwischen Heidi Klum und Tatjana Patitz die Rede. Was war geschehen?

Jedenfalls nichts von alldem: Tatjana Patitz war auf niemanden losgegangen, hatte Heidi Klums Namen gegenüber der Bild kein einziges Mal erwähnt, und überhaupt hatte die passionierte Tierschützerin während ihres Besuchs in Deutschland keiner Fliege etwas zuleide getan. Die Boulevardpresse hatte sich das Szenario der Sensation zuliebe ausgedacht – der typische Bild-Fall, wie ihn schon Schüler  erläutert bekommen, wenn sie im Deutschunterricht Heinrich Bölls Erzählung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ durchnehmen…

Nun schützt Wissen natürlich nicht davor, empört zu sein; und so  griff  „Mega“-Chef Ted Linow, der Tatjana Patitz seit vielen Jahren mit seiner Agentur vertritt, gleich zum Telefonhörer, sprach zuerst mit ihr und dann mit der Bild, um leidenschaftlich Beschwerde einzulegen gegen die Verbreitung der Unwahrheit. Der angebliche „Model-Zoff“ hatte ja nur am Schreibtisch der Bild-Journalistin stattgefunden, nicht aber im Leben der beiden Models, die sich bislang nur ein paarmal flüchtig begegnet und weder Freundinnen noch Feindinnen sind, sondern schlichtweg Kolleginnen. – Doch zu spät: Die Geschichte machte bereits die Runde und wurde von anderen Medien übernommen…

„Da kann man nichts machen“, sagt Tatjana Patitz am Telefon: „Erfundene Schlagzeilen muss man einfach ignorieren. Noch beim  Versuch, sie richtigzustellen, gibt man der Boulevard-Presse nur wieder eine Plattform.“ Sie selbst halte sich stets an das Lebensmotto: „Leben und leben lassen! Jeder soll und darf tun, was er für richtig hält; ich bin nicht der Typ Mensch, der über andere urteilt.“

Ende der achtziger Jahre zählte Tatjana Patitz zum kleinen Kreis derjenigen Models, deren atemberaubende Karrieren den Begriff Supermodels überhaupt erst entstehen  ließen. George Michael engagierte Tatjana Patitz – neben Christy Turlington, Cindy Crawford, Linda Evangelista und Naomi Campbell – 1990 für das Video zu seinem Song Freedom.


Haben Sie auf den Songtext geachtet? Da heißt es an einer Stelle:

All we have to do now is take these lies and make them true somehow!

Auf Biegen und Brechen Geschichten erfinden, als ob es künftige Wahrheiten wären? Sie mögen im Song gut klingen oder in manch einer Redaktion, aber wenn es um Tatjana Patitz geht, sollte man auf solche Effekthascherei verzichten.

Dass es auch anders geht, zeigt das folgende Gespräch mit Tatjana Patitz, das von ihr autorisiert worden ist, wie alle Interviews in diesem Blog.

K.K.: Wie geht es Dir?

Tatjana Patitz: Danke, sehr gut!

Und was machst Du gerade?

T-e-l-e-f-o-n-i-e-r-e-n !? Ich sitze in meinem Hotelzimmer in Paris, wo ich gestrandet bin…

Wie meinst Du das?

Geplant war, dass ich für Chantelle nur kurz in Paris bin, aber jetzt stecke ich hier fest. Momentan sind ja alle Flughäfen gesperrt. – Naja, so habe ich wenigstens endlich mal Zeit, um ein paar Freunde zu treffen. Draußen scheint die Sonne, es ist ein wunderbarer Tag hier!

Dann gehst Du gleich shoppen?

Nein, das wohl eher nicht, Jonah geht nicht gern in Boutiquen…

Wer?

Jonah, mein sechsjähriger Sohn. – Meistens machen wir das, was er will; manchmal aber auch das, was ich mir wünsche. Am besten ist natürlich, wenn wir beide auf die gleiche Unternehmung Lust haben; das klappt auch manchmal. (Sie lacht fröhlich.)

Sieht er auch so besonders aus wie Du?

Alle Mütter finden doch, dass sie die schönsten Kinder haben, oder?

Gerade ist bei uns die neue Olsen-Kampagne mit Dir erschienen…

Und mit Christina Kruse und Cordula Reyer, zwei Kolleginnen, die ich sehr schätze. Die Aufnahmen wurden vor einem halben Jahr in Barcelona gemacht. Wir haben uns sehr gut verstanden; ich denke, das sieht man auch auf den Fotos. Mir gefällt die Olsen-Kleidung, der sportlich-elegante Stil der Kollektion, die etwas für ganz unterschiedliche Frauen ist.

Fühlt sich die Arbeit vor der Kamera für Dich heute anders an als früher?

Ja, klar. Die Zeiten, in denen ich aufgeregt im Flieger sitze, sind natürlich längst vorbei: Man wird ruhiger mit den Jahren! Aber dennoch gibt es immer wieder Neues zu entdecken, bei einem selbst, bei den anderen Menschen und natürlich in der Mode, die sich ja ständig wandelt. Nach all den Jahren im Beruf suche ich mir meine Jobs sehr sorgfältig aus, und wenn ich dann am Set bin, genieße ich die Arbeit im Team.

Du bist in der aktuellen Ausgabe der französischen Elle zu sehen, so wie auch Claudia Schiffer. Im vergangenen Herbst sah man Dich unter anderem in der deutschen Vogue. Dann die verschiedenen Kampagnen: Mariella Burani, Marina Rinaldi, Olsen, Chantelle… Wie erklärst Du Dir Deinen und den Erfolg der anderen Supermodels seit so vielen Jahren…

Das kann ich schlecht sagen, ich bin ja eine von ihnen und zu nah dran. Eine Zeitlang sind viele Cover und Modekampagnen an Celebrities vergeben worden, das ändert sich jetzt langsam wieder. – Schade finde ich, dass die Öffentlichkeit einige Jahre lang die Namen vieler Models nicht mehr kannte, weil neue Mädchen jeweils schnell durch andere neue Mädchen ersetzt wurden. Aber ich glaube, dass auch dieser Trend langsam wieder kippt. Und noch eine Veränderung fällt mir auf: Models dürfen heute auch mal etwas älter sein. Das liegt wahrscheinlich daran, dass viele der  Kundinnen sich besser mit erwachsenen Frauen identifizieren können als mit 16-jährigen Mädchen.

Sind weibliche Rundungen wieder gefragt?

Es gibt ja viele parallele Trends; einer davon geht auf jeden Fall in diese Richtung: Ich glaube, dass Models insgesamt nicht mehr so mager sein werden in Zukunft. Man sieht das ja jetzt schon an einigen Mädchen, beispielsweise an Lara Stone. Sie ist einzigartig, sehr hübsch und hat auch einen Körper! Es freut mich, dass sie so erfolgreich ist.

Erinnerst Du Dich noch an Deine Anfangszeit?

Natürlich! Als ich nach Paris kam, habe ich oft für die Elle gearbeitet. Der Durchbruch gelang dann, als Peter Lindbergh mich zum ersten Mal für die französische Vogue fotografierte.

Damals hast Du in New York eine Zeitlang mit Cindy Crawford und Stephanie Seymour zusammengelebt. Eine Model-WG der Extraklasse… War das nicht schwierig? Drei angehende Supermodels auf so engem Raum?

Nein, im Gegenteil: Wir haben ja auch oft zusammen vor der Kamera gestanden und waren und sind befreundet, wobei wir inzwischen natürlich alle unsere Familien und Rückzugsorte in unterschiedlichen Ländern und Städten haben. Da sieht man sich nicht mehr so häufig, nur hier und da noch manchmal, sei es bei der Arbeit oder irgendwelchen Festivitäten.

Du bist eines der Lieblingsmodels von Peter Lindbergh. Wie ist es, mit ihm zusammenzuarbeiten?

Ich liebe es, mit ihm zu arbeiten. Er ist für mich einer der Fotografen, die mich am besten fotografieren. Ein ganz besonderer Mensch, immer positiv eingestellt, er versprüht eine tolle Energie!

Treibst Du viel Sport, um fit zu bleiben?

Ich mache Yoga, ich reite, gehe wandern und fahre soviel wie möglich Fahrrad. Außerdem habe ich meinen Sohn, der mich auf Trab hält. Und daheim in Malibu auch noch meine Tiere: vier Pferde, vier Hunde und eine Katze…

Poppy (rechts außen) ist Ted Linows Boxerhündin Mary wie aus dem Gesicht geschnitten!

Dann ist bei Dir zu Hause ja immer tierisch was los…

Absolut, ich liebe es, mein Leben mit Menschen und Tieren zu teilen. Deshalb engagiere ich mich in meiner Freizeit auch stark für den Tierschutz und bin bei verschiedenen Tierschutz- und Umweltschutzverbänden aktiv. Aktuell kümmere ich mich besonders um den Schutz von Wildpferden und Wölfen; sie werden in den USA leider vielerorts gejagt. Manchmal schwimme ich auch mit Delphinen; sie müssen auch geschützt werden! Und die Eisbären natürlich!

Und Anfänger-Models, die auch?

Klar, aber nicht von mir!

Was rätst Du dem Model-Nachwuchs?

Sich selbst treu zu bleiben, sich nicht verbiegen zu lassen. Außerdem ist es wichtig, Geduld mitzubringen. Es braucht Zeit, eine Model-Karriere aufzubauen; das geschieht nicht von heute auf morgen!

Herzlichen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

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