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Kitty King comments: Ein bisschen Diplomatie schadet nie!

Freitag, 15. Oktober 2010 14:36

Die Mega Model Agency im Roten Rathaus von Berlin

 

Das Rote Rathaus, mal anders: Gegen 18 Uhr füllt sich der Festsaal. Neugierig mustert die Ehefrau des Botschafters von Brunei die anderen Gäste: Was die wohl anhaben? Auf ihrer Einladungskarte hat sie gelesen, dass der Dresscode des Abends „cocktail dress“ lautet. „Aber ich wusste nicht, was das ist“, sagt sie. Sie trägt ein grün-gelbes Gewand mit Kopftuch, ein fröhliches Outfit, passend zu ihrem freundlichen Naturell.

 

Cocktail Dresses: Brunei, rechts. Und Thailand, links.

 

Am vergangenen Freitag versammelte sich der Club „Willkommen in Berlin“ der Berliner Diplomaten im Großen Festsaal des historischen Gebäudes, um die Mode von Michael Michalsky kennenzulernen, in einer Modenschau, die Mega-Chef Ted Linow choreographierte. Mit dabei: Christina Kruse, Teresa Lourenco und andere Mega-Models. Alle Beteiligten arbeiteten unendgeldlich, aus Freude an der Mode und der diplomatischen Sache. Da soll noch einmal jemand sagen, die Modewelt sei politisch desinteressiert…

Weltkarte im Roten Rathaus

Erst zum zweiten Mal öffnet der Berliner Senat das Ratsgebäude für eine Modenschau. Der Laufsteg führt durch die Mitte des Großen Festsaals, dort entlang, wo ansonsten Senatsbeamte tagen oder Empfänge abhalten: „Der Raum ist in ein besonderes Licht getaucht“, sagt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in seiner Begrüßungsansprache. „Es herrscht eine prickelnde, kreative Atmosphäre.“ Einige Gäste tragen Kleider in leuchtenden Farben, Saris, Kaftane, paillettenbestickt, sicherlich handgefertigt und äußerst wertvoll. Der Stolz ganzer Nationen scheint in diesen prächtigen Kostümen zum Ausdruck zu kommen. Die Landestracht von Mme Fatoumata Siré Diakite aus Mali sticht besonders hervor. – Keine Frage, die Modenschau findet auch in den Zuschauerreihen vor der Bühne statt…

Mode aus Mali

Sierra Leone

Backstage laufen die Vorbereitungen schon seit 14 Uhr. Die Haare der Mädchen werden am Hinterkopf seitlich geknotet und die Lippen korallenrot geschminkt. Nach den Fittings ruft Ted Linow zur Probe. Michalsky, den Diplomaten zuliebe mit Samt-Pantoffeln statt Turnschuhen an den Füßen, legt den ersten Takt der Schau fest. „Die Musik läuft“, sagt er, „und wenn die olle Madonna anfängt zu singen, kommt La Kruse auf die Bühne.“ – Die olle Madonna? Der Superstar? Wenn der U.S.-Botschafter das gehört hätte…

Christina Kruse hat auch bei der Modewoche im Januar seine Schau eröffnet. Michalsky freut sich immer, wenn sie Zeit hat, um für ihn zu laufen. Sie besucht in diesen Tagen eine Freundin in Berlin und arbeitet schon wieder an einem neuen Kurzfilm, nachdem „Contours“ auf der Modewoche in New York erfolgreich gelaufen ist. Mit  Teresa Lourenco unterhält sie sich über das Leben als Mutter. Erst vor drei Monaten hat Teresa ihre Tochter Zaria bekommen und ist schon wieder so dünn wie zuvor. Sie kann es kaum erwarten, wieder bei ihrem Baby zu sein: „Jeder Tag mit Zaria ist ein besonderer Tag!“ Teresa wirkt so glücklich; sie überstrahlt an diesem Tag alle! 

Caroline Schrödl genießt die Ruhe im Make-Up-Raum. Sie ist aus München angereist, zusammen mit Bianca Rothärmel; leider sind die beiden in den falschen Zug gestiegen. Das ergab einige Probleme; bei der Pediküre können sie jetzt schön relaxen!

Hannah Kern kommt gerade aus London und muss schnell wieder dorthin zurück, um zu arbeiten. Hanne Brüning, die zuletzt u.a. für Wunderkind und Kenzo in Paris gelaufen ist, zählt nach, dass dies ihre siebzehnte Modenschau innerhalb von sechs Wochen sei. Zum ersten Mal in einer Modenschau dabei ist Isabelle Zöller. Sie ist erst fünfzehn und wurde schon mit elf Jahren von einem Scout in New York entdeckt. „Damals haben wir uns dagegen entschieden“, sagt ihre Mutter, „sie war noch zu jung, aber jetzt schauen wir mal, wie es läuft.“ Isabelle ist aufgeregt, aber, wie ihr perfekter Auftritt später zeigen wird, ganz und gar ohne Grund!

Ted Linow freut sich darüber, „in der Schau junge und reifere Models zusammenzubringen.“ Alterspräsidentin Eveline Hall ist schon 65 Jahre alt, aber  gerade erst von Ellen von Unwerth entdeckt worden. Sie hat als Solotänzerin an der Hamburger Staatsoper, Schauspielerin am Thalia Theater und bei Siegfried und Roy in Las Vegas Karriere gemacht, als die meisten ihrer Kolleginnen noch lange nicht geboren waren. Sie trainiert immer noch täglich und arbeitet als Model und Chanson-Sängerin in Deutschland, Frankreich und den USA.

In der Schau läuft sie in einem weißen Fledermaus-Anzug gleich nach Christina Kruse, die in einem silbern glänzenden Overall eröffnet. Michalsky zeigt ausgewählte Stücke seiner aktuellen Winter- und Sommer-Kollektionen, besonders viel Abendmode; die Diplomaten-Gattinnen sollen sich ja ordentlich amüsieren und ausgehen in Berlin! Ein besonders glamouröses Kleid ist mit rund 6000 goldenen Pailletten bestickt: „In Zukunft soll Berlin nicht mehr arm und sexy sein“, sagt der Modeschöpfer in seiner kurzen Dankesrede, „wir wollen mit der Mode auch Wohlstand in die Hauptstadt bringen.“

Ob die Diplomaten-Gattinnen kaufkräftig Berliner Designer unterstützen werden, bleibt allerdings abzuwarten. Malika Lamrabet aus Marokko und Dr. Farrah Khilji aus Pakistan finden, dass die kürzeren Kleider doch sehr gewagt seien. Die Damen aus Ungarn, Schweden, Slowenien, Serbien, Italien und Holland (auf dem Foto von links nach rechts) sind voll des Lobes für die gesehene Mode, die „wunderschönen Models“ und Sängerin Mimi, die zum Ausklang des Abends ein Konzert gibt, vielleicht, um zu sehen, wie ihre Musik bei älteren Herrschaften ankommt. Offenbar sehr gut. Nicht nur die Dame aus Brunei hört andächtig zu, mit einem Cocktail in der Hand. Jetzt fehlt nur noch das passende Kleidungsstück!

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Kitty King comments: “Ich schreibe eigentlich immer…”

Mittwoch, 8. September 2010 17:08

Sängerin MiMi im Interview

 

Ihre erste Single „Don’t you mourn the sun“ wurde in den Soundtrack des neuen „Twilight“-Films aufgenommen. Nach diesem fulminanten Start hätte Mimi allen Grund abzuheben. Aber die Sängerin ist ein eher zurückhaltender Mensch, eine Künstlerin durch und durch, nachdenklich und sensibel. Als „Mega“-Model ist sie bekannt geworden; jetzt hat sie eine Platte aufgenommen. Sie singt von zärtlichen Gefühlen und dem Leben mit Anfang zwanzig, sie strahlt Wärme und Stärke aus. Zwischen Proben, Aufnahmen und Video-Dreh traf ich sie für ein Interview.

 

K.K.: Dein Song „Don’t you mourn the sun“ wurde in den Soundtrack des neuen „Twilight“-Films aufgenommen. Wie fühlt sich das an für Dich?

MiMi: Natürlich freue ich mich darüber. Aber man muss sich, wenn man Musik macht, von Anfang der Tatsache bewusst sein, dass es nicht um äußere Erfolge geht, sondern allein um die Musik.

Wie lange machst Du schon Musik?

Seit ich denken kann. Ich stamme aus einer Künstlerfamilie. Mein Vater ist Musiker, und meine Mutter ist ebenfalls Künstlerin. Sie hat eine fantastische Stimme und selbst mal in einer Band gespielt. Inzwischen arbeitet sie als freischaffende bildende Künstlerin und Fotografin. In dem künstlerischen Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin, bei meiner Mutter im Osten von London, ist es normal, dass ein Kind irgendwann anfängt zu singen, Gitarre zu spielen oder gleich beides zu tun, so wie ich. 

 

Schreibst Du Deine Songs selber?

Ja, klar, das muss einfach sein. Teile von Melodien oder Songtexten schwirren mir im Kopf herum, und dann folge ich dieser inneren Stimme und schreibe alles auf. Mit der Produktion des Albums bin ich aber natürlich nicht allein beschäftigt. Mein Produzent Franz Plasa und meine Band unterstützen mich enorm, und ich bin ihnen sehr dankbar dafür. Zwischen Franz und mir hat von Anfang an die Chemie gestimmt: Wir harmonieren sehr gut, auch in der Zusammenarbeit mit der Band, so dass die Arbeit am Album sehr bereichernd für uns alle gewesen ist: Wir inspirieren uns gegenseitig!

 

Früher war Punkrock Deine Domäne. Die Stücke Deines neuen Albums sind gefühlvoll und allesamt sehr melodiös, zum Beispiel die Ballade „Without love“. Hat sich Deine Einstellung zum Leben verändert?

Natürlich entwickelt man sich immer weiter, besonders, wenn es um den kreativen Ausdruck geht. Mit dem Schreiben der Songs für das neue Album habe ich letztes Jahr in Kuba begonnen, in einem sehr ruhigen Moment meines Lebens. Ich hatte schon lange keinen Urlaub mehr genommen und bin dann mit einigen Freunden nach Kuba gereist. Es war herrlich, mal durchzuatmen, nichts tun zu müssen, einfach nur das Leben zu genießen. Ich konnte in mich hineinhorchen und meine Gefühle zu Songs weiterverarbeiten.

 

Was hat Dir an Kuba besonders gut gefallen?

Die Menschen und ihre Musik. In der Zeit, als ich in Havanna war, fand dort gerade das „Buena Vista Social Club“-Festival statt, überall auf den Straßen wurde musiziert und getanzt. Die Kubaner sind ein tolles Volk – so freundlich, so einladend. Wir waren schnell mittendrin im Geschehen des Festivals. Wir wohnten bei Privatleuten. Abends saß ich auf der Dachterrasse, und da kamen mir die Ideen zu den ersten Songs…

 

Das ist interessant: Schreibt man nicht eher dann, wenn es einem schlecht geht?

Ist das so? Ich weiß es nicht. Ich schreibe eigentlich immer. In einem Tagebuch halte ich fest, was ich sehe und was mich bewegt. Das können auch kleine Dinge sein, scheinbar banale Situationen.

 

Schreibst Du auch, wenn Du Liebeskummer hast?

Ja, klar, durch das Schreiben bringt man die Dinge auf Distanz, und aus dem Kummer entsteht dann etwas Neues. Das Resultat zu sehen, kann wie ein Befreiungsschlag wirken.  

Bist Du vor Live-Auftritten nervös?

Ja, sehr sogar, und das muss auch so sein. Das Adrenalin gibt mir Energie!

 

Vermisst Du die Arbeit als „Mega“-Model?

Ich pausiere ja nur. Meine Agentur unterstützt mich bei meiner Arbeit auch als Musikerin. „Mega“ hat mir meinen Plattenvertrag mit „Warner“ beschafft; wir freuen uns alle über den Erfolg. 


Deine Platte wurde in Hamburg aufgenommen. Fühlst Du Dich wohl an der Elbe?

Ja, sehr sogar: Hamburg ist eine schöne Stadt und hat alles zu bieten, was man braucht. Ich mag die Gegend am Hafen sehr gern, aber auch die Innenstadt, die Grünflächen, die überall sind, die frische Brise, die von der Elbe herüberweht. Dabei finde ich es eigentlich gar nicht so wichtig, in welcher Stadt ich wohne. Wichtig ist nur das menschliche Umfeld, und da fühle ich mich in Hamburg sehr gut aufgehoben: Ich habe ja jede Menge tolle Leute um mich herum – alte und neue Freunde, Franz, die Band… Außerdem wohnt mein Vater in der Stadt, und natürlich stehe ich in engem Kontakt zu meinen Bookern bei „Mega“.

Gehst Du gern aus?

Ich bin definitiv keine „Clubberin“, aber ich treffe mich gern mit Freunden und gehe auf Konzerte oder zu anderen schönen Abendveranstaltungen.

Und wo entspannst Du Dich tagsüber?

In England fahre ich gern auf’s Land. Als Kind war ich oft in Suffolk, wo meine Tante auf einer Farm lebt. Diese Zeit hat mich geprägt – Felder, Wiesen, Blumen, Tiere, viel Bewegung und Freiheit: Ich liebe das Land!

Darf ich Dir, auch wenn Du seinen Namen nicht zu Publicity-Zwecken verwenden möchtest, dennoch eine Frage zu Deinem berühmten Vater stellen, Marius Müller-Westernhagen?

Ja… 

Welches Lied von ihm magst Du am liebsten?

Den Song „Engel“…

Der Titel passt ja auch sehr gut zu Dir!

 

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg; und herzlichen Dank für das Interview!

 

 

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Kitty King comments: Models – eine “gefährdete Art”?

Dienstag, 20. Juli 2010 15:52

  

„Mega“ bei der „Michalsky Style Nite“  

   

Beim Einchecken in die von der Lufthansa gesponserte Michalsky-Show geht es zu wie am Flughafen: Jede Menge Business Leute zeigen ihre Pässe vor! Zum Glück kein Abtasten, kein weiteres Durchleuchten mehr, nachdem die PR-Agentur bereits wochenlang Gäste-Profile studiert hat, um am Ende die hoffentlich perfekte Gästeliste vorliegen zu haben. Dass die Kontrollen auf dem Weg zur Michalsky-Schau von Saison zu Saison strenger werden, ist wohl eine Folge des Massenansturms, den seine Events seit Jahren auslösen, weil das ganze Berliner Partyvolk miterleben möchte, wie der Popstar unter den Berliner Designern seine Kollektionspräsentation im großen Stil feiert.  

Der kreisrunde Laufsteg im Tempodrom  erstrahlt ganz in Weiß, der Saal ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Schade nur, sagt mein Nachbar, dass Patricia Riekel nicht da sei. Denn eine Show ohne die „Bunte“ – die Chefredakteurin trägt ja nicht immer nur Schwarz… – sei jawohl keine Show. „Ach, ja?“ So hatte ich es noch nie gesehen; darauf erstmal einen Schluck Champagner… Wieder etwas dazugelernt!  

Christiane Arp von der Vogue und Alfons Kaiser von der F.A.Z. haben gerade in der First Class vor dem Laufsteg Platz genommen, als eine Lautsprecher-Stimme verkündet: „Welcome, ladies and gentlemen. (…) The star of the show will be Michael Michalsky.“ Diese Nachricht überrascht nun allerdings wenig: Auf der Absperrung vor dem Tempodrom ist der Name MICHALSKY in riesigen Buchstaben angebracht. Selbst blinde Michalsky-Lufthansa-Passagiere mit großen Sonnenbrillen können diesen Namenszug unmöglich übersehen!  

Und dann geht es auch schon los, aber nicht gleich mit ihm, sondern mit der Kollektion des Londoner Labels Maharishi. Viel Beige und Khaki, kurze Hosen zu Army-Jacken, Schutzhelme, Trinkflaschen, wuchtige Schuhe. Ein starker Kontrast zu all den romantischen Seidenkleidern bei der Modewoche bislang. Die Outfits erinnern an Tropenkleidung. Aber auch etwas von der „Operation Desert Storm“ schwingt in den Wüstenfarben der Uniformen mit: „Mega“-Model Benny Ernst kommt als Rettungssanitäter mit einem Rucksack vom „Roten Kreuz“ daher. Sind etwa Modeopfer im Saal, die verarztet werden müssen?  

Die Maharishi-Kollektion unter dem Motto „Theatre of War“ stimmt inhaltlich auf die anschließende Darbietung der Sopranistin Nadja Michael ein, die eine Arie aus „Medea“ mit großer Theatralik vorträgt. Darin geht es um Leben und Tod, ja um Mode und ein vergiftetes Kleid. Ihr eigenes ist giftig-orangefarben. Das lässt Böses erahnen, zumal bei den dramatischen Posen der Künstlerin. Wo ist Benny vom „Roten Kreuz“? Er ist sicherlich der schönste Sanitäter von allen, die an diesem 40 Grad heißen Tag überall in Berlin im Einsatz sind. Hier ein Foto von ihm aus der Schau, allerdings in einem anderen Outfit.   

   

   

Das nächste „Mega“-Highlight setzt Toni Garrn, die bei der Modewoche exklusiv für Michalsky läuft und die Schau wenige Tage nach ihrem 18. Geburtstag eröffnet. Sie trägt einen weißen luftigen Overall mit Fledermausärmeln. Vor den Kameras der Fotografen breitet sie einmal kurz die Arme aus, auf Wunsch des Designers, der ihren Auftritt nach der Schau begeistert kommentiert, ebenso wie eine Journalistin, die den Laufstil von Toni Garrn im backstage Bereich als „gazellenhaft, so aufrecht und stolz“ bezeichnet.     

   

  

  

Die Kollektion enthält sehr schöne fließende Seidenkleider, die Frauen wie griechische Göttinnen aussehen lassen. Die edlen Stoffe stehen den „Mega“-Mädchen ausgezeichnet. Wie Toni Garrn, haben auch Hanne Brüning und Rebeca Prado einen sehr eleganten Laufstil, den extrem hohen Schuhen zum Trotz, auf die Näherinnen in tagelanger Arbeit Pailletten und Kristalle genäht haben. Für die Anfertigung der Kollektion hat Michalsky 186.000 Swarowski-Kristalle bestellt! Er schmückt die Frauen gern, selbst an den Füßen.  

Dass Hanne – nach der Haute Couture-Schau von Chanel einige Tage zuvor in Paris – erst ihre siebte Modenschau läuft, merkt man überhaupt nicht. Dafür aber, wie außergewöhnlich hübsch die Abiturientin ist. Mit ihrem Schmollmund und den großen Augen könnte sie in Michalskys Blümchen-Overall mit kleinem weißen Kragen auch für die Puppenbauer der Käthe Kruse-Werkstatt Modell stehen; ein Bildnis von einem Mädchen!   

   

  

Michalsky sieht die Frau im nächsten Sommer teils in langen Gewändern, teils aber auch noch im Mini. Er hüllt sie in Seide, in goldene Paillettenkleider, kleidet sie aber auch in schwarzes Leder oder legt ihr einen breiten Metallring um die schlanke Taille. Als Inspirationsquellen für die Schau nennt er Grace Jones und Lady Gaga. Aber auch das triadische Ballett habe seine Arbeit beeinflusst, das in den 1920er Jahren von Oskar Schlemmer (nicht zu verwechseln mit Horst Schlemmer…) als dreigliedriger Tanz entwickelt wurde. Bauhaus und Grace Jones? Geht das zusammen? Er mache „keinen Unterschied zwischen Hoch- und Popkultur“, sagt Michalsky, der am gleichen Tag sein erstes Parfum gelauncht hat. Vielseitigkeit ist seine Art: Im Hause Michalsky werden neben der High Fashion auch Entwürfe für einen Sportartikelhersteller der chinesischen Dongxiang-Gruppe angefertigt. Außerdem Kostüme für das Musical „Yma“ im Berliner Friedrichstadtpalast, die nach der Modenschau von einigen Tänzerinnen und Tänzern in drei Tanzszenen vorgeführt werden. Das triadische Ballett lässt grüßen…  

    

Bei den Herren sucht man diesmal vergeblich nach den typischen Michalsky-Jeans mit tief sitzendem Schritt. Stattdessen zeigt Michalsky gut sitzende Anzüge,  Shorts und Hemden in Pastellfarben, sommerlich leicht, perfekt für Abende wie diesen. Einige Entwürfe spiegeln das Motto der Schau, „Gefährdete Arten der nördlichen Hemisphäre“, besonders deutlich. Sie weisen Stoffdrucke auf, die dem Fell des Iberischen Luchses sowie einem Schmetterling (dem Monarchfalter) und einem Vogel (dem Papageientaucher) nachempfunden sind. Die „Mega“-Models Daniel Thomsen, Gerrit Kramer, der zuletzt bei den Schauen in Mailand zu einem Liebling der Designer avancierte, Marcus Scheumann und Timo Rademann heben sich von der Konkurrenz stark ab, denn sie sind zweifellos die schönsten Male Models auf dem Laufsteg, jung und sexy, so wie wohl auch Michalsky den Mann sieht.  Schade nur, dass das Quartett auf der After-Show-Party wie vom Aussterben bedroht – nämlich gar nicht – erscheint. Das Motto „gefährdete Arten“ haben die Jungs wohl wörtlich genommen. Ganz schön clever, wenn man an einen der wichtigsten Grundsätze der Modelbranche denkt: Mach’ Dich rar, mach’ Dich beliebt… – Wer heute bei der großen Party fehlt, wird morgen dafür umso eher als Topmodel aufwachen, und dann ist es natürlich gut, schön ausgeschlafen zu sein. Bravo, Jungs!   

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Kitty King comments: Von der Schulbank zu Chanel

Freitag, 16. Juli 2010 17:01

Von der Schulbank zu Chanel

Mega-Model Hanne Brüning im Interview

Beim Michalsky-Fitting fragt Hanne Brüning höflich, ob sie sich ein Wasser vom Catering-Tisch nehmen dürfe. Später fährt sie mit der S-Bahn zum Hackeschen Markt, um eine Freundin zu treffen. „Wie wäre es mit einem Taxi?“, frage ich sie. „Nicht nötig“, antwortet Hanne. Sie ist höflich und bescheiden im Auftreten, ein zartes Wesen, das plötzlich inmitten der wundersamen Welt der Mode steht. Bei den Haute Couture-Schauen Anfang Juli in Paris wurde sie von Chanel gebucht und zog alle Blicke auf sich. Jetzt rufen die Vogue und Konsorten bei Mega an und fragen nach ihr…

Während ich Hanne zum Fitting für die Michalsky-Modenschau begleite, bemerke ich, was für ein außergewöhnliches Mädchen sie ist, das sich Zeit nimmt für einzelne Momente, Gedanken und Menschen, statt dem rasanten Tempo einer Modewoche zu verfallen. Sie denkt genau über das nach, was sie sagt, und greift auch mal nach Stift und Papier, um eine Antwort mit Hilfe einer kleinen Zeichnung zu präzisieren. Hanne kann sehr gut zeichnen; sie liebt die bildenden Künste ebenso wie das Theater. Später möchte sie vielleicht mal Kulturmanagement studieren, aber erst später. Denn jetzt ist erstmal ihre Model-Karriere an der Reihe, die sie voller Neugier und Tatendrang angeht.

 

K.K.: Eben bist Du für Rena Lange gelaufen. Wie war es?

Hanne Brüning: Sehr schön, die Atmosphäre war ruhig und entspannt, mir gefiel von meinen Outfits besonders ein luftiges Chiffonkleid. Die Farbe ging von dunkelblauen Tönen über in hellere Blautöne und dann in Weiß. Ein „rüschenhaftes“ Kleid mit Pailletten – sehr schön! Die Themen der Kollektion, Sylt, Sonne, Urlaub, konnte man ihm sehr gut ansehen.

Wie fühlst Du Dich, bevor Du auf den Laufsteg gehst?

Ich bin schon ein bisschen aufgeregt, daher sind die Proben sehr wichtig für mich. Bei der Chanel-Schau fühlte ich mich sehr gut aufgehoben. Aber trotzdem hatte ich meine roten Hände, die ich dann immer in die Luft halte, damit sie ihre normale Farbe zurückbekommen. Das sieht bestimmt komisch aus, muss aber sein… 

Bei der Rena Lange-Schau waren die Schuhe ein kleines Problem. Die Absätze waren sehr hoch, und da meine Schuhe mir auch noch zu groß waren, retteten mich eigentlich nur die Riemchen ums Fußgelenk herum. 

Du bist wirklich sehr gut gelaufen, sehr elegant – hinein in Dein neues Leben nach dem Abitur. Wie ist das denn so gelaufen?

Ganz gut, ich bin mit meiner Abschlussnote „gut“ zufrieden. Englisch, mein einer Leistungskurs, lag mir nie so ganz. Aber in Kunst, dem anderen Leistungsfach, konnte ich prima punkten. Die schriftlichen Prüfungen liegen jetzt schon zweieinhalb Monate zurück. Mein Zeugnis habe ich aber erst vor drei Wochen bekommen. Die Abi-Zeit war natürlich anstrengend. Ständig musste ich meinen Freunden absagen, um Zeit zum Lernen zu haben. Aber es waren dennoch schöne Monate; die Abschlussfeiern an der Schule haben natürlich Spaß gemacht! 

Wie hast Du den Sprung in die Modewelt geschafft?

Eine Freundin meiner Mutter hat mir geholfen, an meine ersten Probeaufnahmen zu kommen, mit denen ich mich dann bei Mega beworben habe. Jetzt war ich gerade zwei Wochen lang in Paris…

Und? Was hast Du erlebt?

So viele Dinge auf einmal… Ich habe mir die ganze Stadt angesehen, den Eiffelturm, Sacré Cœur, Montmartre, den Louvre, Notre-Dame… Ich war ja zum ersten Mal in Paris. Gearbeitet habe ich natürlich auch und in einem Model-Appartment gewohnt, in der Nähe des Eiffelturms, also in einer sehr schönen Gegend. Fünf Mädchen in einer WG, da war immer was los… Wenn man zum Arbeiten in eine neue Stadt kommt, sieht man auch Ecken, die Touristen nicht zu Gesicht bekommen; das hat mir gefallen.

 

Du bist die Haute Couture-Schau für Chanel gelaufen. Wie war das?

Die Schau hat mich sehr beeindruckt. Was für einen Aufwand so eine Veranstaltung mit sich bringt: All die Hairstylisten, Visagisten, ein riesiges Buffet, und wir Models haben Taschen voller Chanel-Kosmetikprodukte geschenkt bekommen. Ich frage mich, was so eine Schau insgesamt kostet. Auf dem Laufsteg stand ein haushoher goldener Löwe, er wurde innerhalb von drei Monaten gebaut – ein ganz schön langer Zeitraum, wenn man bedenkt, wie kurz der Löwe nur zu sehen war. Die Kleider waren aus ganz teuren Stoffen und mit Brokat, Perlen und Spitzen besetzt. Ich trug ein ganz tolles Kleid aus glänzender Seide, gerade geschnitten, und darüber eine kurzärmelige Jacke. Beides wunderschön.

 

Und wie war die Begegnung mit Karl Lagerfeld?

Sehr angenehm, ich habe ihn beim Fitting gesehen, und er war sehr nett. Bei der Schau kam er im Finale auf den Laufsteg. Wir Models haben ihn wie ein Ameisenhaufen umgeben; hoffentlich konnte ihn das Publikum dennoch gut sehen!

 

Aber Hanne: Hauptsache, wir konnten Dich sehen!

Vielen Dank für das Interview und alles Gute weiterhin!

 

Video Chanel

http://www.chanel.com/fashion/2#2-fall-winter-2010-haute-couture-chanel-fashion-show-19,0

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Kitty King comments: “Hundeleben auf dem Catwalk” – F.A.Z vom 09.06.2010

Mittwoch, 9. Juni 2010 14:05

Ein Ex-Model spricht über “Germany´s Next Topmodel”

 

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Kitty King comments: Sherlock Holmes in Paris

Freitag, 5. Februar 2010 14:37

kerstin-neu

Sherlock Holmes in Paris.

Eine Spurensuche.

 

Fashion Week – weekly!

Jede Woche ist Modewoche … irgendwo auf der Welt. Das Jahr ist gerade mal einen Monat alt, da liegen diverse Fashion Weeks bereits hinter uns: São Paulo, Hong Kong, Berlin, Johannesburg, Mailand (Herren), Paris (Herren und Haute Couture), Amsterdam, Neu Delhi und, nicht zu vergessen, die Modenschauen in Plovdiv/Bulgarien! In dieser Woche steht die Karachi Fashion Week in Pakistan auf dem Programm, eine interessante Geschichte, die international aber kaum Beachtung findet, weil alle nach Rom zur Alta Moda schauen und viele die Istanbul Fashion Days für ein paar vollfinanzierte Urlaubstage nutzen. Etwas Erholung muss schließlich sein, bevor ab Mitte des Monats die New York Fashion Week, London Fashion Week, die Mailänder  und [...]

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