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Kitty King comments: Zur Sitzung nach New York

Freitag, 27. August 2010 16:04

Mega-Model Lino Meiries im Portrait

 

Wenn Mega-Model Lino Meiries in New York ist, wohnt er bei seinem Onkel in der Upper Westside.  „Und wenn ich von einem Casting komme“, erzählt Lino, „fragt Onkel Volker mich: Wie war die Sitzung?“ Er verstehe das Business nicht so ganz. Kein Wunder. Onkel Volker leitet die historische Abteilung der Columbia University in New York. Der Professor lebt von der Geschichtsschreibung, Lino Meiries dagegen im Hier und Jetzt: „Ich merke mir meine Jobs nicht und sammele auch die Bilder nicht, die von mir erscheinen.“

Umso wichtiger ist es für ihn, mit Mega eine Agentur gefunden zu haben, der er voll und ganz vertraut  und die sich um seine Model-Karriere professionell kümmert, damit er einen freien Kopf zum Arbeiten hat. Vertrauen ist wichtig zwischen einer Agentur und dem Model, weil es im täglichen Geschäft schließlich um viel Geld geht.

Wie sein Vater, der auf Teneriffa lebt und Reiseführer schreibt, ist Lino am liebsten unterwegs. Nach einem Wochenende in Berlin steht in dieser Woche die deutsche Provinz auf dem Reiseplan: Lino fährt nach Bremen und Münster, um alte Freunde zu besuchen. Danach geht es in den Familienurlaub nach Sardinien, dann zu den Schauen nach New York. Spannende Semesterferien. Neben dem Modeln studiert der 23-Jährige in Hamburg Sozialökonomie und schreibt gerade an einer Hausarbeit über Asylrecht – genau zum richtigen Zeitpunkt, kurz bevor er möglicherweise bald selbst Asyl beantragen wird… bei Onkel Volker, der sich auf interessante Verhandlungen gefasst machen kann: „Ein halbes Jahr New York wäre nicht schlecht“, meint Lino.

Mega hat ihn in New York bei einer der besten Agenturen für Männer untergebracht. Sie hat im Moment x-Anfragen für ihn und kann kaum erwarten, dass Lino mal wieder vorbeischaut.

Als Model entdeckt wurde er auf klassische Weise: beim Jobben als Barmann. Anfangs war er skeptisch: „Heutzutage ist ja fast jeder Model.“ Aber irgendwann siegte dann doch die Neugier. Lino war erst drei Tage lang Model, als Calvin Klein ihn nach New York einfliegen ließ. Für ausreichend Wirbel um seine Person war erstmal gesorgt. Er wurde für Boss und diverse Magazine fotografiert, darunter das V-Magazine, Tush, Kinky, Menswear, GQ, Dressed to kill und Urban. An einem Tag saß er für eine Gin-Werbung in Barcelona, am nächsten flog er zu einem Shooting nach Stockholm. „Ein völlig neues Leben“, sagt er, „irgendwann musste ich meinem Vater gestehen, dass ich ganz gut verdiene und er mich nicht mehr zu unterstützen braucht.“ – Endlich erwachsen; oder jedenfalls fast: Die Nacht vor dem Interview hat er im strömenden Regen verbracht, tanzend im Kiki Blofeld an der Spree. „Was mir an Berlin am besten gefällt, sind die Partys“, sagt er, kurz bevor er in den Zug nach Hamburg steigt, um den Grillabend bei seiner Oma noch rechtzeitig zu erreichen.

Im Januar, bei den Schauen in Mailand, lief er für so unterschiedliche Marken wie Zegna und Dolce&Gabbana. Danach beendete er in Hamburg sein Grundstudium, arbeitete im Mai in New York und war im Juli bei der Berliner Modewoche in den Schauen von Hugo Boss und Michalsky zu sehen. Bei jedem seiner Auftritte fällt auf, wie männlich, interessant und hinreißend schön er aussieht. Er hat einen makellosen Körper, hohe Wangenknochen und ein ausdrucksstarkes Gesicht. Auf manchen Fotos sieht er wie ein junger Dichter aus, empfindsam und zerbrechlich, einsam und klug. Aber auch den jungen Rebellen oder Geschäftsmann, Popper oder Freak nimmt man ihm ab. Es macht ihm Spaß, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen. Im vergangenen Jahr nahm er an einem Projekt des Hamburger Schauspielhauses teil und spielte in einem Stück mit, in dem Texte von Goethe, Kafka und Rilke zitiert wurden. „Solche Sachen lese ich gern“, sagt er, „aber meistens fehlt mir die Zeit dazu.“

Das Modeln ist ein Beruf, den Lino ernst nimmt. „Für manche“, sagt er, „ist das Modeln nur ein großer Spaß“, aber wer für Mega arbeite, müsse schon eine professionelle Haltung haben. Als er für Dolce&Gabbana in Mailand gebucht war, kam er in den Genuss eines Laufsteg-Trainings. Das Designer-Duo hatte für die Proben zu ihrer Jubiläumsschau einen Coach aus den USA einfliegen lassen. „Die Frau“, sagt Lino, „hat geschrien, weil die Models so unmotiviert herum hingen.“ Er aber strengte sich an, fand die Proben „äußerst inspirierend“ und freute sich über die Entwicklung seiner Karriere. Es war die Schau zum 20. Geburtstag von Dolce&Gabbana – ein modehistorischer Moment. Wäre Onkel Volker da gewesen, hätte er gesehen, dass sein Neffe – auf seine Art – ebenfalls Geschichte schreibt. Und dass Castings, anders als manch eine Sitzung, zu wunderbaren Ergebnissen führen!

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Kitty King comments: Models – eine “gefährdete Art”?

Dienstag, 20. Juli 2010 15:52

  

„Mega“ bei der „Michalsky Style Nite“  

   

Beim Einchecken in die von der Lufthansa gesponserte Michalsky-Show geht es zu wie am Flughafen: Jede Menge Business Leute zeigen ihre Pässe vor! Zum Glück kein Abtasten, kein weiteres Durchleuchten mehr, nachdem die PR-Agentur bereits wochenlang Gäste-Profile studiert hat, um am Ende die hoffentlich perfekte Gästeliste vorliegen zu haben. Dass die Kontrollen auf dem Weg zur Michalsky-Schau von Saison zu Saison strenger werden, ist wohl eine Folge des Massenansturms, den seine Events seit Jahren auslösen, weil das ganze Berliner Partyvolk miterleben möchte, wie der Popstar unter den Berliner Designern seine Kollektionspräsentation im großen Stil feiert.  

Der kreisrunde Laufsteg im Tempodrom  erstrahlt ganz in Weiß, der Saal ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Schade nur, sagt mein Nachbar, dass Patricia Riekel nicht da sei. Denn eine Show ohne die „Bunte“ – die Chefredakteurin trägt ja nicht immer nur Schwarz… – sei jawohl keine Show. „Ach, ja?“ So hatte ich es noch nie gesehen; darauf erstmal einen Schluck Champagner… Wieder etwas dazugelernt!  

Christiane Arp von der Vogue und Alfons Kaiser von der F.A.Z. haben gerade in der First Class vor dem Laufsteg Platz genommen, als eine Lautsprecher-Stimme verkündet: „Welcome, ladies and gentlemen. (…) The star of the show will be Michael Michalsky.“ Diese Nachricht überrascht nun allerdings wenig: Auf der Absperrung vor dem Tempodrom ist der Name MICHALSKY in riesigen Buchstaben angebracht. Selbst blinde Michalsky-Lufthansa-Passagiere mit großen Sonnenbrillen können diesen Namenszug unmöglich übersehen!  

Und dann geht es auch schon los, aber nicht gleich mit ihm, sondern mit der Kollektion des Londoner Labels Maharishi. Viel Beige und Khaki, kurze Hosen zu Army-Jacken, Schutzhelme, Trinkflaschen, wuchtige Schuhe. Ein starker Kontrast zu all den romantischen Seidenkleidern bei der Modewoche bislang. Die Outfits erinnern an Tropenkleidung. Aber auch etwas von der „Operation Desert Storm“ schwingt in den Wüstenfarben der Uniformen mit: „Mega“-Model Benny Ernst kommt als Rettungssanitäter mit einem Rucksack vom „Roten Kreuz“ daher. Sind etwa Modeopfer im Saal, die verarztet werden müssen?  

Die Maharishi-Kollektion unter dem Motto „Theatre of War“ stimmt inhaltlich auf die anschließende Darbietung der Sopranistin Nadja Michael ein, die eine Arie aus „Medea“ mit großer Theatralik vorträgt. Darin geht es um Leben und Tod, ja um Mode und ein vergiftetes Kleid. Ihr eigenes ist giftig-orangefarben. Das lässt Böses erahnen, zumal bei den dramatischen Posen der Künstlerin. Wo ist Benny vom „Roten Kreuz“? Er ist sicherlich der schönste Sanitäter von allen, die an diesem 40 Grad heißen Tag überall in Berlin im Einsatz sind. Hier ein Foto von ihm aus der Schau, allerdings in einem anderen Outfit.   

   

   

Das nächste „Mega“-Highlight setzt Toni Garrn, die bei der Modewoche exklusiv für Michalsky läuft und die Schau wenige Tage nach ihrem 18. Geburtstag eröffnet. Sie trägt einen weißen luftigen Overall mit Fledermausärmeln. Vor den Kameras der Fotografen breitet sie einmal kurz die Arme aus, auf Wunsch des Designers, der ihren Auftritt nach der Schau begeistert kommentiert, ebenso wie eine Journalistin, die den Laufstil von Toni Garrn im backstage Bereich als „gazellenhaft, so aufrecht und stolz“ bezeichnet.     

   

  

  

Die Kollektion enthält sehr schöne fließende Seidenkleider, die Frauen wie griechische Göttinnen aussehen lassen. Die edlen Stoffe stehen den „Mega“-Mädchen ausgezeichnet. Wie Toni Garrn, haben auch Hanne Brüning und Rebeca Prado einen sehr eleganten Laufstil, den extrem hohen Schuhen zum Trotz, auf die Näherinnen in tagelanger Arbeit Pailletten und Kristalle genäht haben. Für die Anfertigung der Kollektion hat Michalsky 186.000 Swarowski-Kristalle bestellt! Er schmückt die Frauen gern, selbst an den Füßen.  

Dass Hanne – nach der Haute Couture-Schau von Chanel einige Tage zuvor in Paris – erst ihre siebte Modenschau läuft, merkt man überhaupt nicht. Dafür aber, wie außergewöhnlich hübsch die Abiturientin ist. Mit ihrem Schmollmund und den großen Augen könnte sie in Michalskys Blümchen-Overall mit kleinem weißen Kragen auch für die Puppenbauer der Käthe Kruse-Werkstatt Modell stehen; ein Bildnis von einem Mädchen!   

   

  

Michalsky sieht die Frau im nächsten Sommer teils in langen Gewändern, teils aber auch noch im Mini. Er hüllt sie in Seide, in goldene Paillettenkleider, kleidet sie aber auch in schwarzes Leder oder legt ihr einen breiten Metallring um die schlanke Taille. Als Inspirationsquellen für die Schau nennt er Grace Jones und Lady Gaga. Aber auch das triadische Ballett habe seine Arbeit beeinflusst, das in den 1920er Jahren von Oskar Schlemmer (nicht zu verwechseln mit Horst Schlemmer…) als dreigliedriger Tanz entwickelt wurde. Bauhaus und Grace Jones? Geht das zusammen? Er mache „keinen Unterschied zwischen Hoch- und Popkultur“, sagt Michalsky, der am gleichen Tag sein erstes Parfum gelauncht hat. Vielseitigkeit ist seine Art: Im Hause Michalsky werden neben der High Fashion auch Entwürfe für einen Sportartikelhersteller der chinesischen Dongxiang-Gruppe angefertigt. Außerdem Kostüme für das Musical „Yma“ im Berliner Friedrichstadtpalast, die nach der Modenschau von einigen Tänzerinnen und Tänzern in drei Tanzszenen vorgeführt werden. Das triadische Ballett lässt grüßen…  

    

Bei den Herren sucht man diesmal vergeblich nach den typischen Michalsky-Jeans mit tief sitzendem Schritt. Stattdessen zeigt Michalsky gut sitzende Anzüge,  Shorts und Hemden in Pastellfarben, sommerlich leicht, perfekt für Abende wie diesen. Einige Entwürfe spiegeln das Motto der Schau, „Gefährdete Arten der nördlichen Hemisphäre“, besonders deutlich. Sie weisen Stoffdrucke auf, die dem Fell des Iberischen Luchses sowie einem Schmetterling (dem Monarchfalter) und einem Vogel (dem Papageientaucher) nachempfunden sind. Die „Mega“-Models Daniel Thomsen, Gerrit Kramer, der zuletzt bei den Schauen in Mailand zu einem Liebling der Designer avancierte, Marcus Scheumann und Timo Rademann heben sich von der Konkurrenz stark ab, denn sie sind zweifellos die schönsten Male Models auf dem Laufsteg, jung und sexy, so wie wohl auch Michalsky den Mann sieht.  Schade nur, dass das Quartett auf der After-Show-Party wie vom Aussterben bedroht – nämlich gar nicht – erscheint. Das Motto „gefährdete Arten“ haben die Jungs wohl wörtlich genommen. Ganz schön clever, wenn man an einen der wichtigsten Grundsätze der Modelbranche denkt: Mach’ Dich rar, mach’ Dich beliebt… – Wer heute bei der großen Party fehlt, wird morgen dafür umso eher als Topmodel aufwachen, und dann ist es natürlich gut, schön ausgeschlafen zu sein. Bravo, Jungs!   

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Kitty King comments: Von der Schulbank zu Chanel

Freitag, 16. Juli 2010 17:01

Von der Schulbank zu Chanel

Mega-Model Hanne Brüning im Interview

Beim Michalsky-Fitting fragt Hanne Brüning höflich, ob sie sich ein Wasser vom Catering-Tisch nehmen dürfe. Später fährt sie mit der S-Bahn zum Hackeschen Markt, um eine Freundin zu treffen. „Wie wäre es mit einem Taxi?“, frage ich sie. „Nicht nötig“, antwortet Hanne. Sie ist höflich und bescheiden im Auftreten, ein zartes Wesen, das plötzlich inmitten der wundersamen Welt der Mode steht. Bei den Haute Couture-Schauen Anfang Juli in Paris wurde sie von Chanel gebucht und zog alle Blicke auf sich. Jetzt rufen die Vogue und Konsorten bei Mega an und fragen nach ihr…

Während ich Hanne zum Fitting für die Michalsky-Modenschau begleite, bemerke ich, was für ein außergewöhnliches Mädchen sie ist, das sich Zeit nimmt für einzelne Momente, Gedanken und Menschen, statt dem rasanten Tempo einer Modewoche zu verfallen. Sie denkt genau über das nach, was sie sagt, und greift auch mal nach Stift und Papier, um eine Antwort mit Hilfe einer kleinen Zeichnung zu präzisieren. Hanne kann sehr gut zeichnen; sie liebt die bildenden Künste ebenso wie das Theater. Später möchte sie vielleicht mal Kulturmanagement studieren, aber erst später. Denn jetzt ist erstmal ihre Model-Karriere an der Reihe, die sie voller Neugier und Tatendrang angeht.

 

K.K.: Eben bist Du für Rena Lange gelaufen. Wie war es?

Hanne Brüning: Sehr schön, die Atmosphäre war ruhig und entspannt, mir gefiel von meinen Outfits besonders ein luftiges Chiffonkleid. Die Farbe ging von dunkelblauen Tönen über in hellere Blautöne und dann in Weiß. Ein „rüschenhaftes“ Kleid mit Pailletten – sehr schön! Die Themen der Kollektion, Sylt, Sonne, Urlaub, konnte man ihm sehr gut ansehen.

Wie fühlst Du Dich, bevor Du auf den Laufsteg gehst?

Ich bin schon ein bisschen aufgeregt, daher sind die Proben sehr wichtig für mich. Bei der Chanel-Schau fühlte ich mich sehr gut aufgehoben. Aber trotzdem hatte ich meine roten Hände, die ich dann immer in die Luft halte, damit sie ihre normale Farbe zurückbekommen. Das sieht bestimmt komisch aus, muss aber sein… 

Bei der Rena Lange-Schau waren die Schuhe ein kleines Problem. Die Absätze waren sehr hoch, und da meine Schuhe mir auch noch zu groß waren, retteten mich eigentlich nur die Riemchen ums Fußgelenk herum. 

Du bist wirklich sehr gut gelaufen, sehr elegant – hinein in Dein neues Leben nach dem Abitur. Wie ist das denn so gelaufen?

Ganz gut, ich bin mit meiner Abschlussnote „gut“ zufrieden. Englisch, mein einer Leistungskurs, lag mir nie so ganz. Aber in Kunst, dem anderen Leistungsfach, konnte ich prima punkten. Die schriftlichen Prüfungen liegen jetzt schon zweieinhalb Monate zurück. Mein Zeugnis habe ich aber erst vor drei Wochen bekommen. Die Abi-Zeit war natürlich anstrengend. Ständig musste ich meinen Freunden absagen, um Zeit zum Lernen zu haben. Aber es waren dennoch schöne Monate; die Abschlussfeiern an der Schule haben natürlich Spaß gemacht! 

Wie hast Du den Sprung in die Modewelt geschafft?

Eine Freundin meiner Mutter hat mir geholfen, an meine ersten Probeaufnahmen zu kommen, mit denen ich mich dann bei Mega beworben habe. Jetzt war ich gerade zwei Wochen lang in Paris…

Und? Was hast Du erlebt?

So viele Dinge auf einmal… Ich habe mir die ganze Stadt angesehen, den Eiffelturm, Sacré Cœur, Montmartre, den Louvre, Notre-Dame… Ich war ja zum ersten Mal in Paris. Gearbeitet habe ich natürlich auch und in einem Model-Appartment gewohnt, in der Nähe des Eiffelturms, also in einer sehr schönen Gegend. Fünf Mädchen in einer WG, da war immer was los… Wenn man zum Arbeiten in eine neue Stadt kommt, sieht man auch Ecken, die Touristen nicht zu Gesicht bekommen; das hat mir gefallen.

 

Du bist die Haute Couture-Schau für Chanel gelaufen. Wie war das?

Die Schau hat mich sehr beeindruckt. Was für einen Aufwand so eine Veranstaltung mit sich bringt: All die Hairstylisten, Visagisten, ein riesiges Buffet, und wir Models haben Taschen voller Chanel-Kosmetikprodukte geschenkt bekommen. Ich frage mich, was so eine Schau insgesamt kostet. Auf dem Laufsteg stand ein haushoher goldener Löwe, er wurde innerhalb von drei Monaten gebaut – ein ganz schön langer Zeitraum, wenn man bedenkt, wie kurz der Löwe nur zu sehen war. Die Kleider waren aus ganz teuren Stoffen und mit Brokat, Perlen und Spitzen besetzt. Ich trug ein ganz tolles Kleid aus glänzender Seide, gerade geschnitten, und darüber eine kurzärmelige Jacke. Beides wunderschön.

 

Und wie war die Begegnung mit Karl Lagerfeld?

Sehr angenehm, ich habe ihn beim Fitting gesehen, und er war sehr nett. Bei der Schau kam er im Finale auf den Laufsteg. Wir Models haben ihn wie ein Ameisenhaufen umgeben; hoffentlich konnte ihn das Publikum dennoch gut sehen!

 

Aber Hanne: Hauptsache, wir konnten Dich sehen!

Vielen Dank für das Interview und alles Gute weiterhin!

 

Video Chanel

http://www.chanel.com/fashion/2#2-fall-winter-2010-haute-couture-chanel-fashion-show-19,0

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Kitty King comments: Abi in der (Chanel-) Tasche!

Montag, 21. Juni 2010 8:43

Abi in der (Chanel-)Tasche!

Interview mit Toni Garrn

 

Am zehnten Juni ist Toni Garrn zur Schule gegangen und hat ihre letzte Abi-Prüfung mit Bravour gemeistert – scheinbar ein ganz normales Mädchen, aber eben nur scheinbar: Mega-Model Toni Garrn, die im Juli erst volljährig wird, ist ein Star im internationalen Modelbusiness: Heute ein Shooting mit Karl Lagerfeld, morgen eine Klausur in der Schule. So sah ihr Alltag in den vergangenen vier Jahren aus. Während der letzten Fußball-Weltmeisterschaft wurde sie bei einem Fanfest in Hamburg entdeckt. Während dieser WM zählt bereits zu den begehrtesten Models weltweit. Karl Lagerfeld, der sie zuletzt in der Modestrecke „Rückkehr nach Metropolis“ für die deutsche Vogue fotografierte, ließ sie Mitte Mai für die Präsentation der Chanel-Cruise-Kollektion nach Saint-Tropez einfliegen. Bei seinem Besuch der Burda-Veranstaltung „Ein Abend für Afrika“ (wir berichteten) geriet er ins Schwärmen…

 

Keine Frage: Toni Garrn hätte allen Grund abzuheben. Aber sie ist bescheiden und lustig, nett und bodenständig, letzteres übrigens zwei Attribute, die sie selbst Karl Lagerfeld zuspricht. Sie hat keine Angst vor Autoritäten, sondern wirkt unabhängig und stark. Am Rande des „Abends für Afrika“ traf ich das Ausnahmemodel für ein Interview.

K.K.: Du hast Dein Abi in der Tasche: Herzlichen Glückwunsch! – Waren Deine ehemaligen Mitschülerinnen manchmal eifersüchtig auf Dich?

 

Toni Garrn: Nein, ich denke, eher nicht. In der Schule wurde ich wie alle anderen behandelt, das Modeln ist nie ein großes Thema gewesen. Ein einziger Lehrer hat sich mal bei der Schulleitung darüber beschwert, dass ich im Unterricht fehlte. Aber der Leiter des Gymnasiums, das ich besucht habe, hat mir Rückendeckung gegeben. Ich durfte meine Model-Reisen machen, allerdings nur unter der Bedingung, dass ich den verpassten Stoff anschließend nachholte und alle Klausuren mitschrieb. An diese Vereinbarung habe ich mich gehalten. Besonders im letzten Jahr habe ich sehr darauf geachtet, nicht zu viele Schulstunden zu verpassen. Die Schule hatte Priorität, und das Modeln war mehr wie ein Hobby!

Und wie hast Du das Deinen Bookern erklärt?

Ted und Wolfhard von meiner Mutteragentur „Mega Model“ haben mich unterstützt, denn sie fanden es richtig, dass ich erstmal das Abitur mache. Wir haben uns regelmäßig abgesprochen und gemeinsam überlegt, wann ich mich auf die Schule konzentrieren musste und wann ich arbeiten konnte. Auch meine Mutter, die mich managt, hat mich sehr unterstützt und auf die Zeiteinteilung geachtet.

Was waren Deine Prüfungsfächer im Abitur?

Meine Leistungsfächer waren Englisch und Deutsch. Da musste ich zum Beispiel Shakespeare lesen. Oder die Stücke „Der Hofmeister“ und „Die Soldaten“ von Jakob Michael Reinhold Lenz. Mein drittes Fach war Geographie, und die mündliche Prüfung im vierten Fach lege ich nächsten Donnerstag in Mathe ab. Da geht es um Analysis und mehr…

Analysis? Kurvendiskussionen also? Die kennt man ja auch aus der Modewelt… Du reist ja sehr viel und sprichst perfekt Englisch. Hast Du das in der Schule gelernt?

Teils, teils. Eigentlich mehr im Ausland: Ich bin in Athen und London aufgewachsen und habe dort internationale Schulen besucht. Meine Eltern sind mit meinem Bruder Niklas und mir erst vor neun Jahren nach Deutschland zurückgekehrt. Im Moment wohne ich noch in Hamburg, aber da ich sowieso ständig nach New York muss, kann ich auch gleich dorthin ziehen. Eine Model-Freundin und ich wollen im Sommer anfangen, nach einer Wohnung in Manhattan zu suchen…

 

Hast Du Angst vor dem Leben in der Metropole?

Nein, kein bisschen, ich liebe New York! 

 

Meinst Du nicht, dass Deine Familie Dir fehlen wird?

Wir werden uns ja gegenseitig besuchen. Mein Bruder wohnt zur Zeit in Kapstadt. Er leistet dort seinen Zivildienst ab. Im Februar habe ich ihn für ein paar Tage besucht. Wir haben eine Safari gemacht und die gemeinsame Zeit genossen: Ein Sommerurlaub am Ende des Winters, in den Schulferien, als es hier in Deutschland noch kalt war – was will man mehr? Danach bin ich zu einem Model-Job nach Thailand geflogen. Und als ich von dort zurückkam, stand gleich ein Familientreffen in Warnemünde auf dem Programm. Wir sind eine Familie, die gern reist. Das hilft natürlich!

Machen Dir die langen Flüge etwas aus?

Nein, gar nicht. Ich schlafe im Flugzeug immer.

Wie sehen Deine Pläne für den Sommer aus?

Natürlich werde ich auch arbeiten, aber erstmal freue ich mich auf die Abi-Reise nach Bulgarien! Danach fliege ich mit Freunden auf die Balearen und anschließend nach San Francisco. Dort werde ich auch Model-Freundinnen von mir treffen. 

 

Also hast Du in Model-Kreisen schon Fuß gefasst?

Auf jeden Fall. Ich mag Schau-Saisons gern, weil ich dann die anderen Models treffe. Neulich, bei einer Chanel-Schau in Saint-Tropez, wohnten wir alle im gleichen Hotel. Das war wie bei einem großen Klassentreffen. Auf der After-Show-Party haben alle Models getanzt!

A propos Chanel: Wie ist Dein Verhältnis zu Karl Lagerfeld?

Gut! Er ist sehr nett und super-bodenständig, einfach er selbst. Er würde im Studio zum Beispiel nie vergessen, auch der Putzfrau „Guten Tag“ zu sagen. Ich bewundere auch seine Ausdauer bei der Arbeit: Wenn er gegen Mittag ins Studio kommt, fotografiert er anschließend bis in die Nacht hinein. Bis alles stimmt!

Das klingt anstrengend…

Macht aber Spaß. – Mit ihm zusammenzuarbeiten, ist eine tolle Erfahrung!

 

Gibt es auch schwierige Momente im Model-Leben?

Natürlich! Vor ein paar Wochen sollte ich nach Spanien fliegen. Aber wegen der Aschewolke aus Island bin ich nur bis nach Frankfurt gekommen. Dort musste ich dann übernachten. Wer viel reist, braucht viel Geduld!

 

Was würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Schwer zu sagen – vermutlich Kaugummis, meinen Laptop, mein Handy, einen Bikini und ein paar Pflanzen, um später Nahrungsmittel ernten zu könnten.

Gerade läuft in Südafrika die Fußball-Weltmeisterschaft. Interessiert sie Dich?

Bei der vorigen WM wurde ich bei einem Fanfest gefragt, ob ich nicht Model werden wolle. Ich war dreizehn und überrascht. Zu modeln war nie mein Traum, aber inzwischen ist es mein Traumberuf. Bei dieser WM werde ich mir wieder das eine oder andere Spiel ansehen, Fußballfeste bringen mir anscheinend Glück. Dabei interessiere ich mich nicht besonders für Fußball, sondern komme eher vom Tennissport.

Spielst Du Tennis?

Sehr gern sogar, aber in letzter Zeit habe ich das Training etwas vernachlässigt. Ich hatte einfach zu viele andere Dinge zu tun.

Heute Abend, bei der Burda-Veranstaltung „Ein Abend für Afrika“, wirst Du Klavier spielen, zugunsten von Unicef. Bist Du schon aufgeregt?

Ein bisschen schon. Ich werde gemeinsam mit Baptiste Giabiconi und dem weltberühmten Trompeter Till Brönner auftreten, aber wir hatten leider keine Zeit zu proben…

 

Aber in diesem Chanel-Kleid kann doch gar nichts schief gehen!

Es ist sehr schön, nicht wahr? Ich darf es sogar behalten.

 

Prima, dann hast Du ja schon Dein Kleid für den Abi-Ball…

Aber nein! Für ein Schulfest ist es viel zu gewagt!

Umso besser. Du weißt doch: Wer wagt, gewinnt!

Viel Glück, Toni, und herzlichen Dank für das Interview. 

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Kitty King comments: “Ein Abend für Afrika”

Mittwoch, 16. Juni 2010 19:01

„Ein Abend für Afrika“

Karl Lagerfeld, Baptiste Giabiconi, Toni Garrn

und MiMi zu Gast bei Burda

Als Karl Lagerfeld und Mega-Model Baptiste Giabiconi den roten Teppich betreten, geht ein Raunen durch den Saal: Endlich sind sie da, der „Kommandeur“ und sein Protégé! Nachdem dem Modeschöpfer am dritten Juni die Insignien des Kommandeurs der französischen Ehrenlegion verliehen wurden, besucht er heute, einige Tage später, die Gala „Ein Abend für Afrika“ in Offenburg, die der Burda-Verlag veranstaltet, um auf die Arbeit von Unicef in Afrika aufmerksam zu machen. Geduldig lässt er sich fotografieren, umrahmt von den beiden Mega-Models Baptiste und Toni Garrn. Sie sieht umwerfend aus in ihrem schwarzen Chanel-Kleid.

Es ist ein warmer Sommerabend, die Männer vom Shuttle-Service pendeln ununterbrochen zwischen dem Schlosshotel Bühlerhöhe nahe Baden-Baden und dem Burda Medien Park in Offenburg … proudly presenting den neuen Jaguar XJ (erst seit einer Woche in Deutschland auf dem Markt), aber natürlich auch ihre prominenten Fahrgäste. Von ihnen sind einige schon seit mehreren Jahrzehnten „auf dem Markt“, so wie Maximilian Schell, Nick Nolte, Sir Roger Moore oder Nana Mouskouri, die zweiterfolgreichste Sängerin aller Zeiten, wenn man nach der Anzahl an verkauften Schallplatten geht. Sie trägt ihr immergleiches Brillengestell, von dem man nie weiß, ob es retro oder schon wieder en vogue ist. Sängerin MiMi, die über die Mega Model Agency einen Plattenvertrag mit Warner abgeschlossen hat, sieht sehr hübsch aus in ihrem Outfit in der Farbe der Hoffnung.

MiMi freut sich darüber, dass einer ihrer neuen Songs gerade in den Soundtrack zum neuen „Twilight“-Film aufgenommen wurde; dabei ist ihr an Vampiren eigentlich nicht besonders gelegen – wohl aber an der guten Sache: „Es ist schön, einen kleinen Beitrag leisten zu können, um den Kindern in Afrika zu helfen“, sagt sie. Im Hintergrund läuft afrikanische Musik; und im Vordergrund ein einziges Who is who über den roten Teppich: „Wer ist hier eigentlich wer?“, fragt eine Reporterin. Ein Kleid eleganter als das andere, dazu strahlende Gesichte und Champagner… Da kann man schon mal durcheinander kommen…

Es sei „unheimlich wichtig, noch mehr für die Kinder in Afrika zu tun“, sagt eine besondere Schönheit, die zugleich als Unicef-Patin aktiv ist. Viele von ihnen hätten ja nicht mal sauberes Trinkwasser. Von einer Redakteurin der Rätselzeitschrift Viel Spaß nach ihren Schönheitstricks gefragt, antwortet sie: „Viel Wasser trinken!“ Sorgt sie sich auch deshalb um die Wasserversorgung in Afrika?

Eine Frage liegt auf der Hand: Welche Glaubwürdigkeit hat die Verbindung zwischen dem Überfluss hier und den Entbehrungen der Notleidenden? Tatort-Kommissar Axel Milberg antwortet mit der Gelassenheit des Kriminalbeamten: „Bei dieser Veranstaltung stimmt die Balance zwischen Rummel und Engagement.“ Der ehemalige Bond-Bösewicht Götz Otto sucht nach den richtigen Worten: „Der Abend bedeutet für den Kontinent Afrika wenig, aber für die Hilfsprojekte von Unicef in Afrika viel.“ Markus Lanz, der als Moderator durch die Veranstaltung führt, baut dann noch die Brücke zu den Prominenten: „Alle, die hier sind, unterstützen Unicef.“

Und das ist eine Menge wert: Nach der Tsunami-Katastrophe Ende 2004 hat das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen allein in Deutschland Spenden in Höhe von rund 190 Millionen Euro für die Überlebenden gesammelt. Während der Fußball-WM in Südafrika schaut die ganze Welt nun auf den afrikanischen Kontinent, auch auf die Not der Kinder: Die Kindersterberate ist die höchste weltweit, viele Kinder sterben an Aids, bevor sie fünf Jahre alt sind. Nur jedes zweite afrikanische Kind wird eingeschult. Unicef engagiert sich insbesondere in den Bereichen Bildung und Gesundheitswesen sowie im Kampf gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten. Pomp und Glamour der Gala dienen nur der Werbung für den guten Zweck.

Während des Gala-Dinners werden verschiedene Filme gezeigt und Interviews mit Unicef-Paten geführt, um über aktuelle Hilfsprojekte in Afrika zu informieren: Es ist beeindruckend zu sehen, welche Arbeit die Kinderhilfsorganisation mitsamt ihrer Botschafter leistet. Die Prominenten sind mit Leib und Seele dabei, das zeigt auch der Filmausschnitt von der Pressekonferenz.

Aber ein bisschen Entertainment muss dann doch sein: Schließlich handelt es sich um ein Gala-Dinner! Einige der Gäste tragen mit sehr persönlichen Beiträgen zur Auflockerung bei: Sunnyi Melles singt den Song „God bless the children.“ („Das muss man sich erstmal trauen!“, kommentiert Markus Lanz mit ungewollter Ironie, nachdem Melles nicht jeden Ton getroffen hat…) Katja Riemann begleitet die afrikanische Sängerin Sister Fa auf der Guitarre. Sir Roger Moore liest aus dem Kinderbuch „Ferdinand der Stier“ vor, und Julian Rachlin spielt dazu Geige. Baptiste Giabiconi tritt als Sänger auf, begleitet von Toni Garrn am Klavier und Till Brönner, dem weltberühmten Trompeter. Der staunt nicht schlecht über den Gesang des Models. Moderator Lanz muss kurz intervenieren – „ein Problem mit der Tonart!“ Beim zweiten Anlauf findet das Trio, das leider keine Zeit zu proben hatte, dann aber prima zueinander… und bildet für den kurzen Moment der Darbietung Deutschlands schönste Band: „Phänomenal schön!“ seien die beiden Models, sagt Markus Lanz bei der After-Show-Party, und Till Brönner sieht bekanntlich auch sehr gut aus.

Sängerin MiMi liefert mit ihrem Auftritt einen der musikalischen Höhepunkte des Abends und versetzt das Publikum in Entzücken: Wer ist dieses hübsche junge Mädchen mit der samtweichen Stimme und poetischen Ader? (Dazu ein andermal mehr im Blog.) Noch kennen sie nicht alle, aber das wird sich sicherlich bald ändern. Ihre besondere Klasse entgeht natürlich geschulten Musiker-Ohren nicht. Bei der After-Show-Party suchen Nana Mouskouri und Till Brönner das Gespräch mit ihr: Ob er mit ihr nur über Musik spricht?

Pierre Sarkozy erkundigt sich derweil schüchtern bei Toni Garrn, ob sie manchmal in Paris sei. Sie nickt freundlich, in Gedanken aber womöglich schon wieder ganz woanders: Die letzte Abi-Prüfung steht noch aus. Dabei wird ihr das Kinderhilfswerk Unicef nicht helfen müssen, denn das Model-Wunderkind hat die für einen guten Abi-Durchschnitt nötige Punktzahl bereits erreicht…

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Kitty King comments: “Hundeleben auf dem Catwalk” – F.A.Z vom 09.06.2010

Mittwoch, 9. Juni 2010 14:05

Ein Ex-Model spricht über “Germany´s Next Topmodel”

 

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Kitty King comments – Zu Besuch beim 4. “Mega”-Novelle-Shooting im Briese Studio in Hamburg

Donnerstag, 27. Mai 2010 16:59

 

Es geht auch anders, Frau Klum!

Zu Besuch beim „Mega“-Novelle-Shooting  in Hamburg

In der Model-Soap „Germany’s Next Top Model“ mussten die Kandidatinnen in diesem Jahr bei ihrem ersten Fototermin mit Wachsfiguren flirten. Man hatte ihnen gesagt, dass sie Robbie Williams und Johnny Depp treffen würden; aber dann waren es doch nur deren wächserne Ebenbilder bei „Mme Tussaud’s“. Also: enttäuschte Hoffnungen!

Ihre erste Modenschau mussten die Mädchen in einem fahrenden ICE absolvieren, eine wackelige Angelegenheit, und in der Woche darauf konnte man sehen, wie Kandidatin Hanna an frei schwingenden Ringen über dem Strand baumelte. Die Installation, ein hohes Gerüst mit Seilen, an denen die Ringe befestigt waren, erinnerte entfernt an ein Schafott. Kein Wunder, dass Hanna weinte, weil sie sich nicht mehr halten konnte; worauf Pro Sieben-Fotograf Kristian Schuller ihr zurief: „Stell’ Dir einfach vor, Du würdest an einer Klippe hängen. Dann hältst Du länger durch!“ – Das Model über dem Abgrund, und der Fotograf knipst die Szene? Was für sonderbare Phantasien hat der kleine Mann mit Hut.

Speziell auch die Folge, in der den Mädchen zuerst eine Spinne auf die Schulter gesetzt und dann eine Schlange um den Hals gehängt wurde. Als Kandidatin Laura zu weinen anfing und erklärte, dass sie eine Schlangenphobie habe, erließ Klum ihr die Aufgabe mit der Begründung, dass sie ja „keine Tierquälerin“ sei. – Was soll man da noch sagen? „Mega“-Chef Ted Linow begegnet dem Thema mit Ironie und Nüchternheit: „Ich finde es beachtlich, dass Heidi Klum mit soviel Mittelmaß so berühmt werden konnte.“ Die Sendung sei „eine Sekunde zu platt.“ –  „Es geht doch auch anders, Frau Klum!“

 

Allerdings: Im Studio Briese in Hamburg traten Anfang März sieben neue „Mega“-Models vor die Kamera der Fotografin Anna-Rosa-Krau und zeigten, wie wunderschön und wie gut bei der Arbeit sie schon sind. Im Studio herrschte eine gelöste Atmosphäre. Keine Tränen, keine Model-Richterin, kein schreiender Fotograf. Stattdessen: Friede, Freude, Franzbrötchen (…die gab es zum Frühstück). Es wurde geplaudert und gescherzt; es wurden Adressen ausgetauscht und neue Freundschaften geschlossen. Regisseur Willi Schumann interviewte die Models vor laufender Kamera. Kurzum: Eine fröhliche Veranstaltung!

Ergänzend zu den Filmen will auch ich die Neuen kurz vorstellen. Die Reihenfolge der Texte ist rein zufällig entstanden. Es gibt keine interne Rangliste bei „Mega“. Alle Newcomer werden gleich und gleichsam freundlich behandelt. Sollen die Model-Juroren im Fernsehen doch blöken und bellen; beim „Mega-Nachwuchs-Shooting“ bellte höchstens mal Mary, der Hund! 

Sophie Nickel aus Bad Oldesloe wird öfters mit Natalie Portman verglichen, obwohl sie größer als die Schauspielerin ist. Sie geht in die zehnte Klasse, hat ein Pflegepferd, das Cäsar heißt, einen Freund, mit dem sie am Abend vor dem Shooting auf einer Party war, und große Freude am Tanzen. Ein Bewegungstalent, auch vor der Kamera. Bereits mit sieben Jahren sagte sie zu ihrer Mutter, dass sie gern als Model arbeiten würde. Bei der Berliner Modewoche im Januar diesen Jahres, als sie gerade bei „Mega“ angefangen hatte, wurde sie gleich für mehrere Schauen gebucht: Lena Hoschek, Penkov, C.Neeon, Arrondissement Aq1, Stefan Eckert. Das Modeln hält sie für „die perfekte Ergänzung des Kleinstadtlebens“. Nach dem Abitur möchte sie als Model ins Ausland gehen und danach Psychologie studieren. Die 16-Jährige plant  gern lange im voraus und wirkt bei allem, was sie sagt, schon sehr erwachsen und reflektiert.

Kein Wunder, dass Gerrit Kramer sie mag, denn der 17-Jährige ist das genaue Gegenteil von ihr, und Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Wie Sophie, geht auch er in die zehnte Klasse, allerdings schon zum zweiten Mal. Aber Ähnliches ist bekanntlich auch Einstein und anderen Berühmtheiten passiert…

Gerrit spielt in der zweiten Hamburger Liga Handball, trainiert drei- bis fünfmal pro Woche und hat sich beim Sport „schon jedes Band am Fuß irgendwann mal gerissen.“ Er lacht gern über sich selbst und besitzt neben dem Talent als Model auch Entertainer-Qualitäten. Man kann sich leicht vorstellen, dass die Schule ihn langweilt, aber dieses Jahr will er die zehnte Klasse unbedingt schaffen. Die Lehrer sollten ihn einfach durchwinken; dieser junge Mann braucht Zeit und Raum für seine spontanen Ideen und für seinen neuen Beruf!

Als er letztes Jahr in Hamburg/Bergedorf mit einer Schale Pommes Frites in der Hand als Model auf der Straße entdeckt wurde, dachte er, dass die „versteckte Kamera“ hinter ihm her sei. Inzwischen hat er sein anfängliches Misstrauen abgelegt und bereits für verschiedene Katalogkunden und Zeitschriften gearbeitet, darunter die „Tush“, die italienische „Grazia“ und die chinesische Ausgabe von „Harper’s Bazaar.“ Mit Hilfe seiner ersten Model-Gagen hat er, wie er so schön sagt, „sein Luxusniveau erhöht“ und sich einen i-pod, eine Flatscreen und einen DVD-Player mit fünf Lautsprechern und einem Subwoofer gekauft.

 

Hannah Kern steckt gerade im Abitur-Stress und bereitet sich zu Hause in Solingen auf Klausurfragen zu Shakespeare, Strategien des U.N.-Peacekeepings und Problemen der Globalisierung vor. Obwohl sie erst vor einem Monat angefangen hat zu modeln, wird sie schon für Jobs gebucht. Ihr nächster Auftrag (für die „In Style“) liegt bereits vor. Dass sie über Facebook ans Modeln gekommen ist, überrascht wenig: So ein außergewöhnliches Gesicht sticht natürlich heraus aus der Masse der Fotos im Netz. Hannah sieht der jungen Brooke Shields ein bisschen ähnlich und mag den Jeanslook, den Stylist Christof Post für das Shooting zusammengestellt hat – wie er sagt, „ein Go-and-See-Vintage-Look, kampagnenartig, mit viel Denim; die Models sollen angezogen-unangezogen aussehen.“ – Auch ein wenig ungezogen? Immerhin steht Hannah oben ohne vor der Kamera. Die Hände vor der Brust schützen vor noch tieferen Einblicken. Ihr Vater, von Beruf Richter, wäre sicherlich erstaunt… Und die Mutter erst: „Sie ist immer viel aufgeregter als ich, wenn die Agentur anruft“, sagt Hannah. Sie selbst bleibt gelassen; als ob sie nie etwas anderes getan hätte als zu modeln.

Dagegen kann Gwendolyn Haller aus Winterthur in der Schweiz ihre Aufregung nicht ganz verbergen; sie ist aber auch erst sehr kurz dabei. Frierend sitzt sie auf einer Couch und wartet auf ihren ersten Einsatz an diesem Tag. Das Modeln hält sie für „eine gute Therapie gegen die Schüchternheit.“ In der Nacht hat sie ein paar Stunden wach gelegen und sich Gedanken gemacht; auch wegen der anstehenden Matura-Prüfungen. In der Schule hat die 19-Jährige (in der Schweiz dauert die Schule länger als bei uns) gerade ein Semester übersprungen. Sie interessiert sich für physikalische Chemie und möchte später mal in der Krebsforschung arbeiten. Aber erstmal will sie modeln – übrigens ihr persönliches Geheimnis. Sie habe, sagt sie, niemandem mitgeteilt, dass sie hier sei, nur ihrer Familie, denn sie möchte auf keinen Fall Aufsehen erregen. Letzten Sommer hat sie am Flughafen von Zürich als Putzkraft gearbeitet. Mit leiser Stimme erzählt sie, dass ihr diese Arbeit „total viel Spaß gemacht und sie tolle Sachen von den Flughafen-Boutiquen geschenkt bekommen habe: Toblerone, einen Lacoste-Gürtel, das Parfum ,Hypnose’.“ Gwendolyn ist eines dieser Mädchen, die gar nicht wissen, wie toll sie sind, so  feinsinnig, hübsch und intelligent;  na, gut, jetzt weiß sie es…

Auch Caroline Soltau war bei ihrem ersten Test-Shooting „total aufgeregt“ und wunderte sich über den Helm, der aus ihren langen blonden Haaren geflochten wurde. Beim zweiten Fototermin wurden ihre Augenbrauen gefärbt, was sie ebenso gewöhnungsbedürftig fand. Die 17-Jährige besucht in Hamburg/Volksdorf das Walddörfer Gymnasium – „keine Waldorfschule“, wie sie betont, „wir tanzen nicht unsere Namen!“  Sie ist erst seit einem Monat bei „Mega“ und konnte sich, bevor sie im Restaurant „Vappiano“ von einem Model-Scout angesprochen wurde, „nicht vorstellen, dass mich mal jemand fotografieren möchte.“ In der Schule belegt sie das sogenannte „Zukunftsprofil“ mit den Fächern Biologie, Geographie und Religion. Das Modeln kommt zum Profil ihrer Zukunftsplanung nun neu dazu: Die ersten Jobs werden sicherlich nicht lange auf sich warten lassen; bei diesen langen Beinen und diesem Gesicht! Sie ist sehr beeindruckt von Anna-Rosa Krau, der Fotografin, weil sie so „hilfsbereit, verständnisvoll und cool“ sei.

Sieben Models an einem Tag und ein Gruppenfoto: Anna-Rosa hat zu tun! Sie erläutert den Mädchen geduldig, was sie von ihnen will, macht auch mal die gewünschte Pose vor, bespricht mit den „Mega“-Bookern die Bilder, fotografiert im Stehen, im Liegen und aus allen möglichen anderen Blickwinkeln. Gerade auch von ihrer Arbeit hängen Erfolg oder Misserfolg der Newcomer ab. Die wichtigste Frau des Tages wirbelt unermüdlich durch das Studio und gibt alles! – Und keine Rede vom Muskelkater im rechten Arm, den sie sich am Vorabend beim Kegeln geholt hat… Unterstützt wird sie von ihren Assistenten und von Nick Assfalg, der sich gemeinsam mit Giovanni Rivas und Sandra Schütz um die Frisuren und das Make-up der Models kümmert. Das Make-up sei heute „ganz easy“, sagt er. „Die Models haben ja alle eine super-Haut, die wir dann nur noch ein bißchen pimpen. So, wie wir sie ins Studio schicken, könnten sie einem auch auf der Straße begegnen; sie sehen nur noch einen Tick besser aus.“ Behutsam legt er das Haar von Philipp Ehl zurecht, der so noch mehr an James Dean erinnert.

Phillip arbeitete neben der Schule in der Werbeagentur „Hillert & Co“, bevor er im vergangenen Dezember auf dem Marienplatz in München von einer „Mega“-Bookerin angesprochen wurde. Davor hatte er zwar – „wie fast jeder in München“ – mal für die „Bravo Girl“ als Model gearbeitet, aber der erste über „Mega“ gebuchte Job (für die Zeitschrift „Achtung“) sei dann schon „in einer anderen Liga“ gewesen. Phillip strahlt über das ganze Gesicht, weil er frisch verliebt ist. Er wohnt in Glonn nahe München und organisiert im Jugendclub Partys für die Landjugend. Außerdem treibt er viel Sport und nimmt sogar an Triathlon-Wettbewerben teil. Er habe, sagt er, „eine geile Jugend auf dem Land.“ – Wie „geil“ wird sein Leben erst werden, wenn er in New York und Paris angekommen ist!?

Frederik Thomsen ist jetzt schon ein Großstadt-Nomade, denn am Ende jeder Woche zieht er innerhalb von Berlin um: Er wohnt abwechselnd bei seinem Vater in Kreuzberg und bei seiner Mutter in Charlottenburg; dieses Hin und Her ist natürlich eine gute Übung für jemanden, der im Model-Business Fuß fassen möchte. Der 16-Jährige sieht so aus, als ob er einer „Burberry“-Kampagne entsprungen wäre. Frederik besucht gern Minimal Techno-Events, kommt aber leider in viele Clubs noch nicht ’rein, insbesondere nicht ins „Berghain“. Stattdessen geht er dann manchmal ins Theater, für das er sich ebenfalls begeistert. Von seiner ersten Gage würde er seinen Eltern gern einen Teil des Geldes zurückzahlen, das sie in sein elektronisches Schlagzeug investiert haben. Frederik spielt in der Band „Ain’t got three“ (der Bandname „New Model Army“ war leider schon vergeben…), die im vergangenen Jahr beim „Emergenza“-Bandwettbewerb den ersten Preis in Berlin gewann, weshalb die Gruppe demnächst im ZDF-Morgenmagazin auftreten wird.

 

Rockstar oder Model? Frederik kann sich gut vorstellen, einfach beides zu werden. Das ist das Schöne an der Arbeit mit den Newcomern: Dass sie alles noch vor sich haben und alles wollen! Am Ende des Tages wird das Gruppenfoto aufgenommen. Dass die Models dabei durch das Bild laufen, ist natürlich symbolisch zu sehen: Diese Sieben, das wünsche ich ihnen sehr, werden mit Leichtigkeit durchstarten!

P.S.

Frau Klum, hätten Sie nicht Lust, sich einmal anzuschauen, wie menschenfreundlich man hoffnungsvolle Teenager behandeln kann!?

1. Novelle-Shooting

 

2. Novelle-Shooting

 

 

3. Novelle-Shooting

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Kitty Kings comments: Une chanson, juste pour toi! – Interview mit Lisalla Montenegro

Freitag, 30. April 2010 10:46

 

„Une chanson, juste pour toi!“

Interview mit Lisalla Montenegro,

dem neuen „Spokesmodel“ der Firma „Maybelline“

 

Die einundzwanzigjährige Lisalla Montenegro ist gerade zum neuen Gesicht der Firma „Maybelline“ ernannt worden, einer der größten Kosmetikfirmen weltweit. Vor zehn Jahren lebte sie noch auf der Farm ihrer Eltern im Bundesstaat Goiás in Brasilien, spielte auf den Feldern oder im Stall und wollte später mal Ärztin werden. So ändern sich die Zeiten: In zehn Jahren möchte sie „einen Oscar gewinnen!“ Heute sitzt sie erstmal in ihrer New Yorker Wohnung und genießt ihre neue Rolle als „Maybelline-Spokesmodel“, auch wenn diese Funktion es mit sich bringt, dass sie sich bei Interviews nicht mehr ganz so frei äußern kann wie bisher. („Maybelline“ is watching you!) Umso freier ist sie dafür vor der Kamera: Da fallen nämlich auch mal die Hüllen! Mario Sorrenti, Bruce Weber, Miles Aldridge und andere berühmte Fotografen sind ganz begeistert von ihrer weiblichen Schönheit und ihrem natürlichen Sex Appeal. Ihre Bewegungen sind so sinnlich, als würde sie immer ein bisschen tanzen – zu einer sanften Melodie: „Une chanson, juste pour toi!“ Dieser Song von Carla Bruni läuft im Hintergrund eines Videoclips mit ihr, in dem sie viel  Haut zeigt: Die nackte Wahrheit, wie kein Interview sie ähnlich unmittelbar schaffen kann. Also sprachen wir einfach über all die kleinen Dinge, die Frauen manchmal bewegen: Lippenstifte, Bikinis, die Liebe [...]

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Kitty King comments: “Freedom” – Tatjana Patitz im Interview

Dienstag, 20. April 2010 9:45

„Freedom!“

Tatjana Patitz im Interview

Letzte Woche meldete die Bild-Zeitung: „Tatjana Patitz geht auf Model-Kollegin los.“ Unter der Schlagzeile war von einem „Model Zoff“ zwischen Heidi Klum und Tatjana Patitz die Rede. Was war geschehen?

Jedenfalls nichts von alldem: Tatjana Patitz war auf niemanden losgegangen, hatte Heidi Klums Namen gegenüber der Bild kein einziges Mal erwähnt, und überhaupt hatte die passionierte Tierschützerin während ihres Besuchs in Deutschland keiner Fliege etwas zuleide getan. Die Boulevardpresse hatte sich das Szenario der Sensation zuliebe ausgedacht – der typische Bild-Fall, wie ihn schon Schüler  erläutert bekommen, wenn sie im Deutschunterricht Heinrich Bölls Erzählung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ durchnehmen…

Nun schützt Wissen natürlich nicht davor, empört zu sein; und so  griff  „Mega“-Chef Ted Linow, der Tatjana Patitz seit vielen Jahren mit seiner Agentur vertritt, gleich zum Telefonhörer, sprach zuerst mit ihr und dann mit der Bild, um leidenschaftlich Beschwerde einzulegen gegen die Verbreitung der Unwahrheit. Der angebliche „Model-Zoff“ hatte ja nur am Schreibtisch der Bild-Journalistin stattgefunden, nicht aber im Leben der beiden Models, die sich bislang nur ein paarmal flüchtig begegnet und weder Freundinnen noch Feindinnen sind, sondern schlichtweg Kolleginnen. – Doch zu spät: Die Geschichte machte bereits die Runde und wurde von anderen Medien übernommen…

„Da kann man nichts machen“, sagt Tatjana Patitz am Telefon: „Erfundene Schlagzeilen muss man einfach ignorieren. Noch beim  Versuch, sie richtigzustellen, gibt man der Boulevard-Presse nur wieder eine Plattform.“ Sie selbst halte sich stets an das Lebensmotto: „Leben und leben lassen! Jeder soll und darf tun, was er für richtig hält; ich bin nicht der Typ Mensch, der über andere urteilt.“

Ende der achtziger Jahre zählte Tatjana Patitz zum kleinen Kreis derjenigen Models, deren atemberaubende Karrieren den Begriff Supermodels überhaupt erst entstehen  ließen. George Michael engagierte Tatjana Patitz – neben Christy Turlington, Cindy Crawford, Linda Evangelista und Naomi Campbell – 1990 für das Video zu seinem Song Freedom.


Haben Sie auf den Songtext geachtet? Da heißt es an einer Stelle:

All we have to do now is take these lies and make them true somehow!

Auf Biegen und Brechen Geschichten erfinden, als ob es künftige Wahrheiten wären? Sie mögen im Song gut klingen oder in manch einer Redaktion, aber wenn es um Tatjana Patitz geht, sollte man auf solche Effekthascherei verzichten.

Dass es auch anders geht, zeigt das folgende Gespräch mit Tatjana Patitz, das von ihr autorisiert worden ist, wie alle Interviews in diesem Blog.

K.K.: Wie geht es Dir?

Tatjana Patitz: Danke, sehr gut!

Und was machst Du gerade?

T-e-l-e-f-o-n-i-e-r-e-n !? Ich sitze in meinem Hotelzimmer in Paris, wo ich gestrandet bin…

Wie meinst Du das?

Geplant war, dass ich für Chantelle nur kurz in Paris bin, aber jetzt stecke ich hier fest. Momentan sind ja alle Flughäfen gesperrt. – Naja, so habe ich wenigstens endlich mal Zeit, um ein paar Freunde zu treffen. Draußen scheint die Sonne, es ist ein wunderbarer Tag hier!

Dann gehst Du gleich shoppen?

Nein, das wohl eher nicht, Jonah geht nicht gern in Boutiquen…

Wer?

Jonah, mein sechsjähriger Sohn. – Meistens machen wir das, was er will; manchmal aber auch das, was ich mir wünsche. Am besten ist natürlich, wenn wir beide auf die gleiche Unternehmung Lust haben; das klappt auch manchmal. (Sie lacht fröhlich.)

Sieht er auch so besonders aus wie Du?

Alle Mütter finden doch, dass sie die schönsten Kinder haben, oder?

Gerade ist bei uns die neue Olsen-Kampagne mit Dir erschienen…

Und mit Christina Kruse und Cordula Reyer, zwei Kolleginnen, die ich sehr schätze. Die Aufnahmen wurden vor einem halben Jahr in Barcelona gemacht. Wir haben uns sehr gut verstanden; ich denke, das sieht man auch auf den Fotos. Mir gefällt die Olsen-Kleidung, der sportlich-elegante Stil der Kollektion, die etwas für ganz unterschiedliche Frauen ist.

Fühlt sich die Arbeit vor der Kamera für Dich heute anders an als früher?

Ja, klar. Die Zeiten, in denen ich aufgeregt im Flieger sitze, sind natürlich längst vorbei: Man wird ruhiger mit den Jahren! Aber dennoch gibt es immer wieder Neues zu entdecken, bei einem selbst, bei den anderen Menschen und natürlich in der Mode, die sich ja ständig wandelt. Nach all den Jahren im Beruf suche ich mir meine Jobs sehr sorgfältig aus, und wenn ich dann am Set bin, genieße ich die Arbeit im Team.

Du bist in der aktuellen Ausgabe der französischen Elle zu sehen, so wie auch Claudia Schiffer. Im vergangenen Herbst sah man Dich unter anderem in der deutschen Vogue. Dann die verschiedenen Kampagnen: Mariella Burani, Marina Rinaldi, Olsen, Chantelle… Wie erklärst Du Dir Deinen und den Erfolg der anderen Supermodels seit so vielen Jahren…

Das kann ich schlecht sagen, ich bin ja eine von ihnen und zu nah dran. Eine Zeitlang sind viele Cover und Modekampagnen an Celebrities vergeben worden, das ändert sich jetzt langsam wieder. – Schade finde ich, dass die Öffentlichkeit einige Jahre lang die Namen vieler Models nicht mehr kannte, weil neue Mädchen jeweils schnell durch andere neue Mädchen ersetzt wurden. Aber ich glaube, dass auch dieser Trend langsam wieder kippt. Und noch eine Veränderung fällt mir auf: Models dürfen heute auch mal etwas älter sein. Das liegt wahrscheinlich daran, dass viele der  Kundinnen sich besser mit erwachsenen Frauen identifizieren können als mit 16-jährigen Mädchen.

Sind weibliche Rundungen wieder gefragt?

Es gibt ja viele parallele Trends; einer davon geht auf jeden Fall in diese Richtung: Ich glaube, dass Models insgesamt nicht mehr so mager sein werden in Zukunft. Man sieht das ja jetzt schon an einigen Mädchen, beispielsweise an Lara Stone. Sie ist einzigartig, sehr hübsch und hat auch einen Körper! Es freut mich, dass sie so erfolgreich ist.

Erinnerst Du Dich noch an Deine Anfangszeit?

Natürlich! Als ich nach Paris kam, habe ich oft für die Elle gearbeitet. Der Durchbruch gelang dann, als Peter Lindbergh mich zum ersten Mal für die französische Vogue fotografierte.

Damals hast Du in New York eine Zeitlang mit Cindy Crawford und Stephanie Seymour zusammengelebt. Eine Model-WG der Extraklasse… War das nicht schwierig? Drei angehende Supermodels auf so engem Raum?

Nein, im Gegenteil: Wir haben ja auch oft zusammen vor der Kamera gestanden und waren und sind befreundet, wobei wir inzwischen natürlich alle unsere Familien und Rückzugsorte in unterschiedlichen Ländern und Städten haben. Da sieht man sich nicht mehr so häufig, nur hier und da noch manchmal, sei es bei der Arbeit oder irgendwelchen Festivitäten.

Du bist eines der Lieblingsmodels von Peter Lindbergh. Wie ist es, mit ihm zusammenzuarbeiten?

Ich liebe es, mit ihm zu arbeiten. Er ist für mich einer der Fotografen, die mich am besten fotografieren. Ein ganz besonderer Mensch, immer positiv eingestellt, er versprüht eine tolle Energie!

Treibst Du viel Sport, um fit zu bleiben?

Ich mache Yoga, ich reite, gehe wandern und fahre soviel wie möglich Fahrrad. Außerdem habe ich meinen Sohn, der mich auf Trab hält. Und daheim in Malibu auch noch meine Tiere: vier Pferde, vier Hunde und eine Katze…

Poppy (rechts außen) ist Ted Linows Boxerhündin Mary wie aus dem Gesicht geschnitten!

Dann ist bei Dir zu Hause ja immer tierisch was los…

Absolut, ich liebe es, mein Leben mit Menschen und Tieren zu teilen. Deshalb engagiere ich mich in meiner Freizeit auch stark für den Tierschutz und bin bei verschiedenen Tierschutz- und Umweltschutzverbänden aktiv. Aktuell kümmere ich mich besonders um den Schutz von Wildpferden und Wölfen; sie werden in den USA leider vielerorts gejagt. Manchmal schwimme ich auch mit Delphinen; sie müssen auch geschützt werden! Und die Eisbären natürlich!

Und Anfänger-Models, die auch?

Klar, aber nicht von mir!

Was rätst Du dem Model-Nachwuchs?

Sich selbst treu zu bleiben, sich nicht verbiegen zu lassen. Außerdem ist es wichtig, Geduld mitzubringen. Es braucht Zeit, eine Model-Karriere aufzubauen; das geschieht nicht von heute auf morgen!

Herzlichen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

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Kitty King comments: Moskau 1987

Mittwoch, 14. April 2010 16:28

Mit luftigen Kleidern durch den Eisernen Vorhang!

Ted Linow für Burda Moden 1987 in Moskau

Bevor Ted Linow die Mega Model Agency gründete, arbeitete er auf der ganzen Welt als Choreograph von Modenschauen. Seine Rollerskates hatte der ehemalige Rollkunstläufer im Laufe der Jahre gegen weiße Turnschuhe eingetauscht, ähnlich derer, in denen Joschka Fischer sich 1985 zum Minister vereidigen ließ.

Ted Linow

1985 war auch das Jahr, in dem Michail Gorbatschow Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion wurde. Unter den Begriffen Glasnost und [...]

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