Kitty King Comments – Backstage is the new Front Page!

Backstage is the new Front Page!

Eine Fotoausstellung in Berlin zeigt Mega-Models behind the scene

Aus den Bikinihöschen hängen Papiertaschentücher, damit die Schminke nicht abfärbt. Ein Mädchen fotografiert ein anderes, zwei andere Models warten, die Blicke voneinander abgewendet. Um sie herum  jede Menge Kleiderständer und Mode. Gleich beginnt die Schau. Und was geht  backstage vor sich?  Dieser Frage sind die Fotografen Martin Diepold, Peter Grosslaub und Dorothea Tuch bei der Michalsky Style Nite Anfang Juli mit ihren Kameras nachgegangen. Dabei sind wunderschöne backstage-Bilder entstanden, die noch bis zum 21. September in der  Galerie  “Contributed” in Berlin zu sehen sind.  Am vergangenen Donnerstag war die Eröffnung.

„Es hat sich inzwischen ja herumgesprochen“, sagte Michalsky, „dass bei meinen Shows backstage eine fashion-untypische Atmosphäre herrscht. Das spiegeln auch die Bilder.“ Die besondere Stimmung entsteht dadurch, dass der Designer schon seit einiger Zeit mit der gleichen Modelagentur (Mega!) und dem gleichen Hair-und-Make-Up-Team zusammenarbeitet. Alle kennen sich inzwischen, und deshalb ist eine Michalsky-Schau immer auch eine Art Familientreffen. Die Models relaxen, tauschen sich aus über ihre jüngsten Reisen und Erlebnisse. Sie essen und telefonieren, vertreiben sich die Zeit mit Computerspielen oder posieren für Pressefotografen. Es riecht nach Haarspray und den Glätteeisen der Hairstylisten. Ein Model nach dem anderen wird zurechtgemacht.

Nadine Strittmatter wird geschminkt

Die Models sitzen brav an den Make-Up-Tischen wie auf Schulbänken und lassen sich Ponyfrisuren ankleben, die sie erst recht wie Schulmädchen aussehen lassen. Doch bei aller Routine in den äußeren Abläufen haftet der Atmosphäre doch etwas Magisches an: All die schönen Menschen! Das Gedränge und Getuschel in den Räumen! Erwartungsvolle Gesichter! Was denken Models vor der Schau? Was mag etwa in Andrej Pejic vorgehen, als er im Flur vor wildfremden Fotografen posiert, von einem kreisrunden Scheinwerfer (wie einem Heiligenschein) angestrahlt?

Die gezeigten Fotografien werfen Fragen auf. Das macht sie so besonders. Man kann minutenlang Gedanken und Emotionen auf sie projizieren. „Ich mag den Reportagestil“, sagt Dorothea Tuch, „die ruhigen Momente, in denen Models sich unbeobachtet fühlen.“ Sonst arbeitet sie als Theater- und Bühnenfotografin. Manche Bilder sind fast Cover-tauglich: Backstage als neue Frontpage…

Yuliana Dementyeva

Daniel Thomsen

Andrej Pejic

Der Abend ist ein Geschenk an Michalsky: Eine Freundin überraschte ihn mit dem Projekt. Zunächst plante die Galeristin Nadine Barth einen Fotoband, dann entschied sie sich doch für die Ausstellung. Im Eingangsbereich hängen Texte des Lyrikers Johannes Finke, die rund um typische Michalsky-Themen kreisen: Großstadtnomaden, Toleranz, Multikulti, sich frei fühlen, jung und sexy. Die Texte klingen nach Slam Poetry, schnell und assoziativ. Sie passen zur Musik von DJ Hell, der bei Michalsky-Partys öfters mal auflegt (siehe Foto!)

Michalsky und DJ Hell

Nach dem Bildergucken verlegen die Gäste die Party berlintypisch auf den Bürgersteig. Der Wein schmeckt eher mittelprächtig, aber das stört niemanden. Dafür sind viele gutaussehende Leute da. Johanna und Robin von Mega freuen sich über den Besuch ihres ehemaligen Praktikanten Julian aus Düsseldorf, der trotz seiner rheinischen Herkunft die richtigen Worte für Berlin-Events parat hat: „Spannendes Konzept!“

Johanna und Julian

Zu diesem Konzept gehört auch ein Videofilm von Peter Großlaub. Er wollte wissen, ob die Besucher der Style Nite sich mit dem Label Michalsky identifizieren. Deshalb ging er auf der After-Show-Party mit der Kamera herum und bat einzelne Gäste, mit ihren Fingern ein „M“ zu formen, falls sie sich identifizieren können. Natürlich machten alle mit. Michalsky entwirft eben „real clothes for real people“ – und die kommen auch immer wieder gern zu seinen Partys…

Michael Michalsky

Die Mega Model Agency dankt Enrico Wolff für die schönen Fotos von der Vernissage.

Von links nach rechts: Peter Grosslaub, Dorothea Tuch und Martin Diepold