Kitty King comments: Showpackage Berlin 2011 06.-09.Juli

„Get ready for your fashion show!“

Die Mega Model Agency zählt die Tage bis zur Berliner Modewoche.

Vom 6. bis 9. Juli wird mal wieder die Modewoche in Berlin stattfinden, die „Börlin Fashion Week“, wie alle immer so schön sagen. Erstmals wird das Schauen-Zelt nicht auf dem Bebelplatz stehen, sondern auf der Straße des 17. Juni. Datum und Austragungsort können also verwechselt werden. Schon gehen die ersten Anrufe ein: „When is the Berlin fashion week? June 17th?“ Man müsste eine Rundmail an alle Akkreditierten schicken: „The party on June 17th (-street!) will start in about three weeks“ ­– mit passendem Google-Street-View dazu, damit auch bei ausländischen Gästen der Groschen fällt…

Noch laufen die Vorbereitungen in alle Ruhe ab. Traditionell wird es ja erst an den Tagen unmittelbar vor Beginn richtig hektisch: Die PR-Leute sitzen bis spät nachts an den Gästelisten, dem Designer fällt in letzter Sekunde ein besonderer Dreh ein, der „sofort!“ (Pech für die Näherinnen) in die Kollektion muss. Models eilen zu Castings und Fittings, und ihre Booker nehmen ausnahmsweise auch nach der „Tages-Schau“ sonntagabends noch Buchungen entgegen: „Tatort Berlin Fashion Week“ statt Fernsehkrimi. Da müssen alle Beteiligten durch.

Journalisten und Prominente kommen zuletzt in die Gänge. Je wichtiger sie sind, desto später. Hier gilt das modische Diktat „die Ersten werden die Letzten sein“ – die Gäste aus der ersten Reihe nehmen zuletzt Platz. Auf sie warten alle. Herr Wowereit ist die Ausnahme in der Front row. Er kommt pünktlich, doch wenn etwa die Vogue noch fehlt, muss auch der Bürgermeister warten, bevor er eine Rede halten oder einen Award ankündigen kann – den P&C-Award, Premium-Award, Karstadt-Award, Baltic Fashion Award oder die Becks-Experience… Es werden ja wechselnde Preise verliehen von Saison zu Saison. Übrigens nicht nur an Designer, sondern auch an die Gäste, die zur Belohnung für ihr Durchhalten hier und da „Goodie-Bags“ geschenkt bekommen.

Zwar ist die Modewoche eigentlich nur vier Tage lang. Aber trotzdem sprechen alle von einer Woche, vielleicht, weil sie die Nächte zu ihrer Arbeitszeit gleich hinzuzählen. Nach der ersten Nacht macht sich hier und da schon Müdigkeit bemerkbar. Die meisten geladenen Gäste haben ja im wahren Leben Bürojobs und sind an geregelte Arbeitszeiten und ausreichend Schlaf gewöhnt. Aber mit Beginn der Berlin Fashion Week sitzen sie plötzlich am berühmten „Schreibtisch im Nachtleben“ oder stehen auf Empfängen und Partys bis in die Nacht. Das Berliner Nachtleben verändert sich sichtbar. Die Fraktion „arm, aber sexy“ wird endgültig ins Berghain verbannt. Dafür überall Ü30- und Ü40-Party mit Besserverdienenden in Designerkleidung. Außerdem: Mehr Champagner als sonst. Small Talk, Fachgespräche, Finger Food und natürlich Flying Food.

Die fliegenden Häppchen bewahren nur leider nicht vor dem Katzenjammer am nächsten Morgen, wenn um neun oder zehn die erste Schau beginnt. Der Kopf dröhnt noch, sein Besitzer reduziert die anfängliche Fashion-Euphorie jetzt auf das Wesentliche: „Wann muss ich wo sein, um mich mit wem zu treffen? Wessen Schau sehe ich gerade? Wohin danach?“ Aus den üblichen W-Fragen werden zusehends „Oh weh!“-Fragen: Die Absatzschuhe drücken, der Schlafmangel wird immer akuter. Verkaterte haben das Gefühl, ihr Kopf wiege ebenso schwer wie dieser uralte Felsblock, den Sisyphos immer wieder gen Gipfel schieben musste. Nur mit dem Unterschied, dass die Gipfel hier „Weekend-Dachterrassenempfang“ oder „Soho-House-Dachterassenempfang“ heißen. Treppauf, treppab. Und wieder zurück zum Shuttle-Service. Die schwarzen Limousinen hupen sich durch den Verkehr wie in einem neuen Video zu Bowies: „Fashion / Turn to the left / Fashion / Turn to the right. / Beep-beep!“ Am Ende finden sie immer wieder zurück zum weißen Modewochen-Zelt. Diesmal auf der Straße des 17. Juni, wohlgemerkt!

Mega-Show-Packages

Also nur noch drei Wochen, und schon jetzt ist die Mega Model Agency im „angenehmen Fashion-Stress“ (Ted Linow). So entstand die Idee, für Kunden der Agentur ein außergewöhnliches „Show-Package“ zu kreieren. Die prall gefüllten Jute-Taschen werden in den kommenden Tagen von den Berliner Bookern persönlich an die Kunden in der Hauptstadt verteilt. Wer als Kunde nicht in der Hauptstadt wohnt, kann sich auf den Postboten freuen…

Sie enthalten – neben wichtigen Informationen – praktische Hilfsmittel für die Berliner Modewoche, darunter den „Mega-Fächer“ sowie eine Schlafbrille und Baldrian für das wohltuende Nickerchen zwischendurch.

Und was ist in dem verpackten Geschenk? Das verraten wir noch nicht. Nur soviel: Während die Liste mit den Namen der Designer, die präsentieren werden, erst in dieser Woche veröffentlich wird, haben einige Mega-Models ihr Kommen bereits zugesagt…

Autor: admin
Datum: Mittwoch, 15. Juni 2011 17:59
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Allgemein, Kitty King comments

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Kommentare sind geschlossen,
aber Du kannst einen trackback auf Deiner Seite setzen.

Keine weiteren Kommentare möglich.