Kitty King comments: “Ich schreibe eigentlich immer…”

Sängerin MiMi im Interview

 

Ihre erste Single „Don’t you mourn the sun“ wurde in den Soundtrack des neuen „Twilight“-Films aufgenommen. Nach diesem fulminanten Start hätte Mimi allen Grund abzuheben. Aber die Sängerin ist ein eher zurückhaltender Mensch, eine Künstlerin durch und durch, nachdenklich und sensibel. Als „Mega“-Model ist sie bekannt geworden; jetzt hat sie eine Platte aufgenommen. Sie singt von zärtlichen Gefühlen und dem Leben mit Anfang zwanzig, sie strahlt Wärme und Stärke aus. Zwischen Proben, Aufnahmen und Video-Dreh traf ich sie für ein Interview.

 

K.K.: Dein Song „Don’t you mourn the sun“ wurde in den Soundtrack des neuen „Twilight“-Films aufgenommen. Wie fühlt sich das an für Dich?

MiMi: Natürlich freue ich mich darüber. Aber man muss sich, wenn man Musik macht, von Anfang der Tatsache bewusst sein, dass es nicht um äußere Erfolge geht, sondern allein um die Musik.

Wie lange machst Du schon Musik?

Seit ich denken kann. Ich stamme aus einer Künstlerfamilie. Mein Vater ist Musiker, und meine Mutter ist ebenfalls Künstlerin. Sie hat eine fantastische Stimme und selbst mal in einer Band gespielt. Inzwischen arbeitet sie als freischaffende bildende Künstlerin und Fotografin. In dem künstlerischen Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin, bei meiner Mutter im Osten von London, ist es normal, dass ein Kind irgendwann anfängt zu singen, Gitarre zu spielen oder gleich beides zu tun, so wie ich. 

 

Schreibst Du Deine Songs selber?

Ja, klar, das muss einfach sein. Teile von Melodien oder Songtexten schwirren mir im Kopf herum, und dann folge ich dieser inneren Stimme und schreibe alles auf. Mit der Produktion des Albums bin ich aber natürlich nicht allein beschäftigt. Mein Produzent Franz Plasa und meine Band unterstützen mich enorm, und ich bin ihnen sehr dankbar dafür. Zwischen Franz und mir hat von Anfang an die Chemie gestimmt: Wir harmonieren sehr gut, auch in der Zusammenarbeit mit der Band, so dass die Arbeit am Album sehr bereichernd für uns alle gewesen ist: Wir inspirieren uns gegenseitig!

 

Früher war Punkrock Deine Domäne. Die Stücke Deines neuen Albums sind gefühlvoll und allesamt sehr melodiös, zum Beispiel die Ballade „Without love“. Hat sich Deine Einstellung zum Leben verändert?

Natürlich entwickelt man sich immer weiter, besonders, wenn es um den kreativen Ausdruck geht. Mit dem Schreiben der Songs für das neue Album habe ich letztes Jahr in Kuba begonnen, in einem sehr ruhigen Moment meines Lebens. Ich hatte schon lange keinen Urlaub mehr genommen und bin dann mit einigen Freunden nach Kuba gereist. Es war herrlich, mal durchzuatmen, nichts tun zu müssen, einfach nur das Leben zu genießen. Ich konnte in mich hineinhorchen und meine Gefühle zu Songs weiterverarbeiten.

 

Was hat Dir an Kuba besonders gut gefallen?

Die Menschen und ihre Musik. In der Zeit, als ich in Havanna war, fand dort gerade das „Buena Vista Social Club“-Festival statt, überall auf den Straßen wurde musiziert und getanzt. Die Kubaner sind ein tolles Volk – so freundlich, so einladend. Wir waren schnell mittendrin im Geschehen des Festivals. Wir wohnten bei Privatleuten. Abends saß ich auf der Dachterrasse, und da kamen mir die Ideen zu den ersten Songs…

 

Das ist interessant: Schreibt man nicht eher dann, wenn es einem schlecht geht?

Ist das so? Ich weiß es nicht. Ich schreibe eigentlich immer. In einem Tagebuch halte ich fest, was ich sehe und was mich bewegt. Das können auch kleine Dinge sein, scheinbar banale Situationen.

 

Schreibst Du auch, wenn Du Liebeskummer hast?

Ja, klar, durch das Schreiben bringt man die Dinge auf Distanz, und aus dem Kummer entsteht dann etwas Neues. Das Resultat zu sehen, kann wie ein Befreiungsschlag wirken.  

Bist Du vor Live-Auftritten nervös?

Ja, sehr sogar, und das muss auch so sein. Das Adrenalin gibt mir Energie!

 

Vermisst Du die Arbeit als „Mega“-Model?

Ich pausiere ja nur. Meine Agentur unterstützt mich bei meiner Arbeit auch als Musikerin. „Mega“ hat mir meinen Plattenvertrag mit „Warner“ beschafft; wir freuen uns alle über den Erfolg. 


Deine Platte wurde in Hamburg aufgenommen. Fühlst Du Dich wohl an der Elbe?

Ja, sehr sogar: Hamburg ist eine schöne Stadt und hat alles zu bieten, was man braucht. Ich mag die Gegend am Hafen sehr gern, aber auch die Innenstadt, die Grünflächen, die überall sind, die frische Brise, die von der Elbe herüberweht. Dabei finde ich es eigentlich gar nicht so wichtig, in welcher Stadt ich wohne. Wichtig ist nur das menschliche Umfeld, und da fühle ich mich in Hamburg sehr gut aufgehoben: Ich habe ja jede Menge tolle Leute um mich herum – alte und neue Freunde, Franz, die Band… Außerdem wohnt mein Vater in der Stadt, und natürlich stehe ich in engem Kontakt zu meinen Bookern bei „Mega“.

Gehst Du gern aus?

Ich bin definitiv keine „Clubberin“, aber ich treffe mich gern mit Freunden und gehe auf Konzerte oder zu anderen schönen Abendveranstaltungen.

Und wo entspannst Du Dich tagsüber?

In England fahre ich gern auf’s Land. Als Kind war ich oft in Suffolk, wo meine Tante auf einer Farm lebt. Diese Zeit hat mich geprägt – Felder, Wiesen, Blumen, Tiere, viel Bewegung und Freiheit: Ich liebe das Land!

Darf ich Dir, auch wenn Du seinen Namen nicht zu Publicity-Zwecken verwenden möchtest, dennoch eine Frage zu Deinem berühmten Vater stellen, Marius Müller-Westernhagen?

Ja… 

Welches Lied von ihm magst Du am liebsten?

Den Song „Engel“…

Der Titel passt ja auch sehr gut zu Dir!

 

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg; und herzlichen Dank für das Interview!

 

 

Autor: admin
Datum: Mittwoch, 8. September 2010 17:08
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