Ted Linow im Interview

„Wir tragen Verantwortung!“
Ted Linow im Interview
Wenn es um das Wohl eines ihrer Models geht, fliegen Ted Linow und Wolfhard Münter schon mal um die halbe Welt, um  nach dem Rechten zu sehen; oder sie verzichten auf eine Buchung oder legen sich mit Größen aus der Modeszene an. Eine Agentur mit Prinzipien: Models sind hier nicht nur Models, sondern junge Menschen, die betreut werden müssen. Zum Auftakt des neuen Mega Blogs sprach Kerstin König mit Ted Linow über sein Leben mit „Mega Models“.
Model-Agenturen gibt es viele. Und Models gar wie Sand am Meer. Was zeichnet „Mega Models“ aus?
Ted: Unser Name steht für Kontinuität: Uns gibt es seit 19 Jahren, eine ganz schön lange Zeit. – Von Anfang an haben wir großen Wert darauf gelegt, nicht nur eine Filiale zu sein, die Models ausländischer Agenturen in Deutschland vermarktet, sondern unsere eigenen Modelle zu entdecken und sie im internationalen Geschäft an die Spitze zu führen. Das ist uns, glaube ich, auch ganz gut gelungen; denken wir mal an Christina Kruse, die wir damals entdeckt haben und die immer noch großartig im Geschäft ist. An Teresa Lourenco und  andere. – Es war uns von Beginn an wichtig, international mitzuspielen; selbst wenn wir zugunsten der Karriereplanung mal in Deutschland auf eine Buchung verzichten müssen. Wir denken stets mehr an die Karriere eines Models als ans Porte-Monnaie.
Aber es geht im Model-Business doch ums Geld!
Ted: Schon. Aber uns geht es in erster Linie um junge Menschen. Wir wollen keine „Kleenex-Models“ produzieren, die, einmal benutzt, sofort wieder weggeworfen werden. Man darf jungen Menschen nicht ihre Zeit stehlen. Booker tragen eine große Verantwortung. Wir begleiten Models auf dem Weg nach oben, sind aber natürlich auch für sie da, wenn es mal nicht so gut läuft. Dann freut man sich umso mehr, wenn der Trend irgendwann wieder umschlägt…
Welches Mädchen befindet sich gerade auf dem Weg nach oben?
Ted: Wir haben gleich mehrere in unserer Abteilung „Nouvelle“, in die wir seit einem halben Jahr viel Geld und Zeit investieren. Am 6. Dezember wurden die Neuen gerade mal wieder fotografiert – von Armin Morbach, also eine hochwertige Produktion. Einige Brillianten sind dabei. Wir sitzen wie die Katze vor’m Mauseloch und warten, bis sie mit der Schule fertig sind.
Aber Ted, ein Fotomodell braucht doch keinen Schulabschluss!
Ted: Doch, doch: Ein Schulabschluss als Grundlage ist wichtig.
Aber was, wenn einem Schulmädchen lukrative Modeljobs winken?
Ted: Dann müssen die Kunden warten. Wir vertreten jetzt zum Beispiel Toni Garrn, also ein Mädchen, das weltweit äußerst begehrt ist. Aber ein Schulabbruch stand nie zur Debatte. Im Gegenteil: Hier hängt ihr Stundenplan an der Wand. Sie ist erst siebzehn und macht gerade Abitur. Die Jobs werden nach dem Stundenplan ausgerichtet, nicht umgekehrt – im Klartext:  „Nein“ zum Vogue-Fototermin und „nein“ zur Parfum-Kampagne, wenn in der Schule eine Klausur ansteht. Sie arbeitet nur in der schulfreien Zeit: Gerade ist sie übrigens auf dem deutschen Vogue-Cover zu sehen.
Abitur? Aber es heißt doch immer, Models seien ungebildet und dumm…
Ted: Unsinn! Ein wirklich dummes Mädchen wird auch auf einem Foto dumm aussehen. Models brauchen dieses gewisse Etwas, eine besondere Aura: Zur Persönlichkeit gehört auch Verstand. Man wird durch’s Modeln übrigens auch nicht dümmer, sondern reicher an Lebenserfahrung – und auf dem Konto.
Und die Model-Karriere eröffnet dann neue Möglichkeiten?
Ted:  In vielen Fällen ist das so: Christina Kruse ist heute nicht nur als Model, sondern auch als Fotografin erfolgreich. Steven Meisel hat sie gerade für die italienische Vogue fotografiert, sie selbst hat als Fotografin aber bereits eigene Ausstellungen, ist außerdem Mutter und rundum zufrieden mit ihrem Leben. Wir beraten sie immer noch in allen möglichen Belangen. Oder Susanne Hoppe: Damals habe ich sie als Mädchen mit dicker Nickelbrille zu uns geholt. Niemand hat so recht an sie geglaubt, aber dann war sie plötzlich eines der Lieblingsmodels von Armani. Und heute ist sie Moderatorin bei RTL Nord, meine Kontakte waren da ganz nützlich. Vor kurzem hat sie übrigens geheiratet. Sie meldet sich regelmäßig bei uns und lässt uns an ihrem Leben teilhaben.
Und ich bin ja auch wieder da. Als Journalistin, wie zu erwarten…
Ted: Natürlich. Es bestehen oft enge Kontakte. Und wenn wir in einem Model eine Begabung erkennen, die über das Modeln hinausgeht, fördern wir auch sie.
Wie geht es eigentlich Mimi Müller-Westernhagen?
Ted: Sie kam aus London zu uns. Sie ist ja ein ganz besonderes Mädchen und als Model gut im Geschäft. Aber auch mit ihrer Punk-Band habe ich ihr Auftritte verschafft. Bei einem Burda-Event zum Beispiel, bei dem die Herrschaften dann nicht schlecht über ihre Musik gestaunt haben. Und das war nur der Anfang: Von Mimi, das darf ich schon mal verraten, wird in allernächster Zukunft noch einiges zu hören sein…
Talente entdecken und fördern, das klingt nach einem Traumberuf. Aber was ist mit den Problemfällen?
Ted: Sie müssen auch versorgt werden: Wir gehen gemeinsam durch dick und dünn!
Darf man das auch wörtlich verstehen?
Ted: Mir ist einmal in meinem Leben passiert, dass eines meiner Models in kurzer Zeit extrem abgemagert ist: Ein Schock für mich, bei dem mir klar wurde, was für eine große Verantwortung ich trage. Ich habe das Mädchen sofort aus dem Verkehr gezogen, mit den Eltern gesprochen, einen Psychologen und Ernährungsberater eingeschaltet. Wir haben die Situation dann gut in den Griff bekommen.
Aber wieso? Ein ständiger Vorwurf lautet doch: Models müssten magersüchtig sein…
Ted: So sehen es die Medien, das ist aber natürlich ein großer Irrtum. Ein derart kranker Mensch kann nicht als Model arbeiten. Wir achten auf die Gesundheit unserer Mädchen und greifen ein, wenn alarmierende Anzeichen sichtbar werden.
Die Model-Agentur als Model-Care-Station?
Ted: Nein, natürlich nicht. Aber man gibt sein Bestes, um die jungen Leute in ihrer Entwicklung zu unterstützen. In der Zuschauerpost zu meiner neuen Sendung „Model für einen Tag“ lese ich dann, wie „charmant und väterlich“ ich im Umgang mit den Kandidaten sei. – Naja, wenigstens schreiben sie nicht „charmant und großväterlich“!
Nicht so schnell, Ted, Du greifst meinen Fragen vor: Was ist das für eine Sendung?
Ted: Eine Produktion der Constantin Entertainment GmbH, jeden Mittwochabend auf Pro Sieben bei „taff“ zu sehen. Die Einschaltquoten sind sensationell. Eigentlich bräuchte ich also keine Werbung zu machen…
Nur zu: Worum geht es?
Ted: Zwei Fotografen müssen innerhalb von drei bis vier Stunden auf der Straße in einer deutschen Großstadt „New Faces“ entdecken. Die beiden Mädchen werden dann gestylt, fotografiert und von wechselnden Jury-Mitgliedern und mir, sagen wir, beraten.
Nicht kritisiert?
Ted: Am liebsten sähen die Leute vom Fernsehen mich als strengen Juror, aber das muss ja nicht unbedingt sein…
Du bist auch im Charity-Bereich tätig. Welches Projekt liegt Dir besonders am Herzen?
Ted: Schon seit zehn Jahren veranstalte ich gemeinsam mit Nane Mundt einmal jährlich das „Event Prominent“, zuletzt vor ein paar Wochen. Wir platzen langsam aus allen Nähten und mussten in diesem Jahr den größten Hamburger Ballsaal im Grand Elysée an der Rothenbaumchaussee mieten, um genügend Platz für alle Gäste zu haben. 40 Prominente sind diesmal bei der Modenschau mitgelaufen. Im Anschluss an das Défilé gibt es dann immer noch ein Festessen, bei dem Künstler aufreten. Die Eintrittskarten kosten 180 Euro, der Erlös geht zur einen Hälfte an das Hospiz „Leuchtfeuer“ und zur anderen an den Verein „Dunkelziffer“, der sich um sexuell missbrauchte Kinder kümmert. 130.000 bis 140.000 Euro sind  in diesem Jahr und zwischen 700.000 und 800.000 Euro innerhalb der gesamten zehn Jahre zusammengekommen.
Nicht schlecht! – Wie viele seid Ihr eigentlich inzwischen bei „Mega?“
Ted: Die Buchhaltung mitgezählt, sind wir neunzehn Personen. Das Mutterschiff ist hier in Hamburg; daneben haben wir unsere Berliner Dépendance. Als deutsche Model-Agentur muss man heutzutage auch in Berlin vertreten sein. Die großen Fotografen, Mario Testino zum Beispiel, zieht es ja auch in die Hauptstadt. Und die großen internationalen Models rufen „Schokolade!“ und freuen sich manchmal mehr über einen unbezahlten Job in Berlin als über einen bezahlten anderswo. Berlin beflügelt die Kreativität. Berlin ist ein bisschen wie New York. Mir persönlich sogar um einiges lieber. In New York wird einem schwindelig.
Berlin für schöne Fotos. Und aus dem übrigen Deutschland kommt das Geld…
Ted: So ungefähr, wobei wir aber auch ausländische Kunden haben.
Kümmert Ihr Euch um die Kunden ebenso intensiv wie um die Models?
Ted: Die Kundenpflege ist sehr wichtig. Neulich haben wir eine besondere Veranstaltung realisiert, für die wir 70 bis 80 Modelle aus aller Welt nach Hamburg eingeflogen haben. In der Agentur warteten einige wichtige Kunden;  sie konnten ein Model nach dem anderen kennenlernen, was für sie natürlich praktischer ist, als einzelne mit ihren Büchern oder gar nur die Bücher zu begutachten … Ansonsten arbeiten wir natürlich, so wie alle, mit Mailings, Go-and-Sees, Castings und so weiter.
Und den ganzen Tag lang klingeln die Telefone!
Ted: Ja, klar!
Und wenn dann auch noch Mary bellt, Dein Hund …
Ted: … und dann auch noch Models vorbeischauen in der Agentur …
Ja, Ted, was dann?
Ted: Dann weiß ich, dass alles in Ordnung ist, alles bestens!
Alles bestens. Und vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte am 4.12.2009 Kerstin König, freie Journalistin und in den 90er Jahren „Mega Model“.

„Wir tragen Verantwortung!“
Ted Linow im Interview

Wenn es um das Wohl eines ihrer Models geht, fliegen Ted Linow und Wolfhard Münter schon mal um die halbe Welt, um  nach dem Rechten zu sehen; oder sie verzichten auf eine Buchung oder legen sich mit Größen aus der Modeszene an. Eine Agentur mit Prinzipien: Models sind hier nicht nur Models, sondern junge Menschen, die betreut werden müssen. Zum Auftakt des neuen Mega Blogs sprach Kerstin König mit Ted Linow über sein Leben mit „Mega Models“.


Model-Agenturen gibt es viele. Und Models gar wie Sand am Meer. Was zeichnet „Mega Models“ aus?

Christina Kruse

Ted: Unser Name steht für Kontinuität: Uns gibt es seit 19 Jahren, eine ganz schön lange Zeit. – Von Anfang an haben wir großen Wert darauf gelegt, nicht nur eine Filiale zu sein, die Models ausländischer Agenturen in Deutschland vermarktet, sondern unsere eigenen Modelle zu entdecken und sie im internationalen Geschäft an die Spitze zu führen. Das ist uns, glaube ich, auch ganz gut gelungen; denken wir mal an Christina Kruse, die wir damals entdeckt haben und die immer noch großartig im Geschäft ist.

An Teresa Lourenco teresa_lund  andere.  – Es war uns von Beginn an wichtig, international mitzuspielen; selbst wenn wir zugunsten der Karriereplanung mal in Deutschland auf eine Buchung verzichten müssen. Wir denken stets mehr an die Karriere eines Models als ans Porte-Monnaie.

Aber es geht im Model-Business doch ums Geld!

Ted: Schon. Aber uns geht es in erster Linie um junge Menschen. Wir wollen keine „Kleenex-Models“ produzieren, die, einmal benutzt, sofort wieder weggeworfen werden. Man darf jungen Menschen nicht ihre Zeit stehlen. Booker tragen eine große Verantwortung. Wir begleiten Models auf dem Weg nach oben, sind aber natürlich auch für sie da, wenn es mal nicht so gut läuft. Dann freut man sich umso mehr, wenn der Trend irgendwann wieder umschlägt…

Welches Mädchen befindet sich gerade auf dem Weg nach oben?

Ted: Wir haben gleich mehrere in unserer Abteilung „Nouvelle“, in die wir seit einem halben Jahr viel Geld und Zeit investieren. Am 6. Dezember wurden die Neuen gerade mal wieder fotografiert – von Armin Morbach, also eine hochwertige Produktion. Einige Brillianten sind dabei. Wir sitzen wie die Katze vor’m Mauseloch und warten, bis sie mit der Schule fertig sind.

Nouvelle by MEGA

Aber Ted, ein Fotomodell braucht doch keinen Schulabschluss!

Ted: Doch, doch: Ein Schulabschluss als Grundlage ist wichtig.

Aber was, wenn einem Schulmädchen lukrative Modeljobs winken?

toni_garrn

Ted: Dann müssen die Kunden warten. Wir vertreten jetzt zum Beispiel Toni Garrn also ein Mädchen, das weltweit äußerst begehrt ist. Aber ein Schulabbruch stand nie zur Debatte. Im Gegenteil: Hier hängt ihr Stundenplan an der Wand. Sie ist erst siebzehn und macht gerade Abitur. Die Jobs werden nach dem Stundenplan ausgerichtet, nicht umgekehrt – im Klartext:  „Nein“ zum Vogue-Fototermin und „nein“ zur Parfum-Kampagne, wenn in der Schule eine Klausur ansteht. Sie arbeitet nur in der schulfreien Zeit: Gerade ist sie übrigens auf dem deutschen Vogue-Cover zu sehen.

Abitur? Aber es heißt doch immer, Models seien ungebildet und dumm…

Ted: Unsinn! Ein wirklich dummes Mädchen wird auch auf einem Foto dumm aussehen. Models brauchen dieses gewisse Etwas, eine besondere Aura: Zur Persönlichkeit gehört auch Verstand. Man wird durch’s Modeln übrigens auch nicht dümmer, sondern reicher an Lebenserfahrung – und auf dem Konto.

Und die Model-Karriere eröffnet dann neue Möglichkeiten?

Ted:  In vielen Fällen ist das so: Christina Kruse ist heute nicht nur als Model, sondern auch als Fotografin erfolgreich. christina_kruse_fotografinSteven Meisel hat sie gerade für die italienische Vogue fotografiert, sie selbst hat als Fotografin aber bereits eigene Ausstellungen, ist außerdem Mutter und rundum zufrieden mit ihrem Leben. Wir beraten sie immer noch in allen möglichen Belangen. Oder Susanne Hoppe: Damals habe ich sie als Mädchen mit dicker Nickelbrille zu uns geholt. Niemand hat so recht an sie geglaubt, aber dann war sie plötzlich eines der Lieblingsmodels von Armani. Und heute ist sie Moderatorin bei RTL Nord, meine Kontakte waren da ganz nützlich. Vor kurzem hat sie übrigens geheiratet. Sie meldet sich regelmäßig bei uns und lässt uns an ihrem Leben teilhaben.

Und ich bin ja auch wieder da. Als Journalistin, wie zu erwarten…

Ted: Natürlich. Es bestehen oft enge Kontakte. Und wenn wir in einem Model eine Begabung erkennen, die über das Modeln hinausgeht, fördern wir auch sie.

Mimi Müller-Westernhagen

Wie geht es eigentlich Mimi Müller-Westernhagen?

Ted: Sie kam aus London zu uns. Sie ist ja ein ganz besonderes Mädchen und als Model gut im Geschäft. Aber auch mit ihrer Punk-Band habe ich ihr Auftritte verschafft. Bei einem Burda-Event zum Beispiel, bei dem die Herrschaften dann nicht schlecht über ihre Musik gestaunt haben. Und das war nur der Anfang: Von Mimi Müller-Westenhagen, das darf ich schon mal verraten, wird in allernächster Zukunft noch einiges zu hören sein… Mimi-Annie-Burda

Talente entdecken und fördern, das klingt nach einem Traumberuf. Aber was ist mit den Problemfällen?

Ted: Sie müssen auch versorgt werden: Wir gehen gemeinsam durch dick und dünn!

Darf man das auch wörtlich verstehen?

Ted: Mir ist einmal in meinem Leben passiert, dass eines meiner Models in kurzer Zeit extrem abgemagert ist: Ein Schock für mich, bei dem mir klar wurde, was für eine große Verantwortung ich trage. Ich habe das Mädchen sofort aus dem Verkehr gezogen, mit den Eltern gesprochen, einen Psychologen und Ernährungsberater eingeschaltet. Wir haben die Situation dann gut in den Griff bekommen.

Aber wieso? Ein ständiger Vorwurf lautet doch: Models müssten magersüchtig sein…

Ted: So sehen es die Medien, das ist aber natürlich ein großer Irrtum. Ein derart kranker Mensch kann nicht als Model arbeiten. Wir achten auf die Gesundheit unserer Mädchen und greifen ein, wenn alarmierende Anzeichen sichtbar werden.

Die Model-Agentur als Model-Care-Station?

Ted: Nein, natürlich nicht. Aber man gibt sein Bestes, um die jungen Leute in ihrer Entwicklung zu unterstützen. In der Zuschauerpost zu meiner neuen Sendung „Model für einen Tag“ lese ich dann, wie „charmant und väterlich“ ich im Umgang mit den Kandidaten sei. – Naja, wenigstens schreiben sie nicht „charmant und großväterlich“!

Nicht so schnell, Ted, Du greifst meinen Fragen vor: Was ist das für eine Sendung?

Ted: Eine Produktion der Constantin Entertainment GmbH, jeden Mittwochabend auf Pro Sieben bei „taff“ zu sehen. Die Einschaltquoten sind sensationell. Eigentlich bräuchte ich also keine Werbung zu machen…

Nur zu: Worum geht es?

Ted: Zwei Fotografen müssen innerhalb von drei bis vier Stunden auf der Straße in einer deutschen Großstadt „New Faces“ entdecken. Die beiden Mädchen werden dann gestylt, fotografiert und von wechselnden Jury-Mitgliedern und mir, sagen wir, beraten.

Nicht kritisiert?

Ted: Am liebsten sähen die Leute vom Fernsehen mich als strengen Juror, aber das muss ja nicht unbedingt sein…

Du bist auch im Charity-Bereich tätig. Welches Projekt liegt Dir besonders am Herzen?

Bunte Artikel Event ProminentTed: Schon seit zehn Jahren veranstalte ich gemeinsam mit Nane Mundt einmal jährlich das „Event Prominent“, zuletzt vor ein paar Wochen. Wir platzen langsam aus allen Nähten und mussten in diesem Jahr den größten Hamburger Ballsaal im Grand Elysée an der Rothenbaumchaussee mieten, um genügend Platz für alle Gäste zu haben. 40 Prominente sind diesmal bei der Modenschau mitgelaufen. Im Anschluss an das Défilé gibt es dann immer noch ein Festessen, bei dem Künstler aufreten. Die Eintrittskarten kosten 180 Euro, der Erlös geht zur einen Hälfte an das Hospiz „Leuchtfeuer“ und zur anderen an den Verein „Dunkelziffer“, der sich um sexuell missbrauchte Kinder kümmert. 130.000 bis 140.000 Euro sind  in diesem Jahr und zwischen 700.000 und 800.000 Euro innerhalb der gesamten zehn Jahre zusammengekommen.

Nicht schlecht! – Wie viele seid Ihr eigentlich inzwischen bei „Mega?“

Ted: Die Buchhaltung mitgezählt, sind wir neunzehn Personen. Das Mutterschiff ist hier in Hamburg; daneben haben wir unsere Berliner Dépendance. Als deutsche Model-Agentur muss man heutzutage auch in Berlin vertreten sein. Die großen Fotografen, Mario Testino zum Beispiel, zieht es ja auch in die Hauptstadt. Carmen_Kaas Und die großen internationalen Models rufen „Schokolade!“ und freuen sich manchmal mehr über einen unbezahlten Job in Berlin als über einen bezahlten anderswo. Berlin beflügelt die Kreativität. Berlin ist ein bisschen wie New York. Mir persönlich sogar um einiges lieber. In New York wird einem schwindelig.

Berlin für schöne Fotos. Und aus dem übrigen Deutschland kommt das Geld…

Ted: So ungefähr, wobei wir aber auch ausländische Kunden haben.

Kümmert Ihr Euch um die Kunden ebenso intensiv wie um die Models?

Ted: Die Kundenpflege ist sehr wichtig. Neulich haben wir eine besondere Veranstaltung realisiert, für die wir 70 bis 80 Modelle aus aller Welt nach Hamburg eingeflogen haben. In der Agentur warteten einige wichtige Kunden;  sie konnten ein Model nach dem anderen kennenlernen, was für sie natürlich praktischer ist, als einzelne mit ihren Büchern oder gar nur die Bücher zu begutachten … Ansonsten arbeiten wir natürlich, so wie alle, mit Mailings, Go-and-Sees, Castings und so weiter.

Und den ganzen Tag lang klingeln die Telefone!

Ted: Ja, klar!

maryUnd wenn dann auch noch Mary bellt, Dein Hund …

Ted: … und dann auch noch Models vorbeischauen in der Agentur …

Ja, Ted, was dann?

Ted: Dann weiß ich, dass alles in Ordnung ist, alles bestens!

Alles bestens. Und vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte am 4.12.2009 Kerstin König, freie Journalistin und in den 90er Jahren „Mega Model“.

Autor: admin
Datum: Freitag, 18. Dezember 2009 9:47
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